Waffeninitiative

01. Februar 2011 22:47; Akt: 03.02.2011 20:25 Print

Neue Munition für Initiative

von Deborah Sutter - Die Juso verteilt im Kampf für die Waffeninitiative Kleber mit Schusswunden. Soldaten posieren als Gangster mit der Armeewaffe.

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David Roth und Ramona Duss von der Juso Luzern mit Schusslochklebern – und Soldaten-Kampagne. (mgi)

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Mit gleich drei neuen Aktionen machen Befürworter der Waffeninitiative nochmals mobil: Krassestes Beispiel ist die Aktion der Luzerner Juso, die Aufkleber mit täuschend echten Einschusslöchern verteilt. David Roth, Juso-Grossstadtrat, ist sich bewusst, mit den Schusswunden zum Aufkleben an einem Tabu zu kratzen: «Die Waffen­initiative ist aber auch eine der wenigen, in der es direkt um Menschenleben geht.»

Zudem setzen sich Soldaten für ein Ja ein: «Waffen sind nichts anderes als ein Mittel zum Töten und haben in privaten Haushalten überhaupt nichts verloren. Deshalb stehen wir mit unseren eigenen Dienstwaffen für die Waffenini­tiative ein», sagt der Vorsitzende des Komitees «Streifschuss», Marc Cohn. Ob die Aktion für die Soldaten Konsequenzen hat, ist unklar. «Der Gebrauch der Dienstwaffe ist ausser Dienst nicht gestattet», so Armeesprecher Christian Burri. Auch in der Ikea St. Gallen fand eine ungewöhnliche Aktion statt: Die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (Gsoa) versteckte drei Plastiksturmgewehre – sehr zur Freude zweier Jungen, die gleich damit spielten. Derweil gibt sich die gegnerische Seite gelassen: «Wir werden keine neuen Aktivitäten schalten – die Abstimmung gewinnen wir, egal was die Gegenseite alles unternimmt», sagt Hans-Peter Wüthrich vom Verein gegen die Waffenverbotsinitiative.

Aus kommunikationsstrategischer Sicht sei die Vorgehensweise des Ja-Komitees geschickt, sagt PR-Experte Christian Wick: «Entscheidungen werden grundsätzlich immer kurzfristiger gefällt, Unschlüssige können mit solchen Aktionen abgeholt werden.»