Genf

16. Januar 2020 14:38; Akt: 17.01.2020 08:11 Print

Neue Schilder zeigen Lesben und Schwangere

In Genf gibt es neue Verkehrsschilder für Fussgänger: Neu werden auch schwangere und ältere Frauen abgebildet.

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Genf macht Ernst mit der Gleichberechtigung. Neu sind in der Stadt Frauen auf rund der Hälfte der 500 Verkehrsschilder an Fussgängerstreifen abgebildet. Es handelt sich um eine Premiere in der Schweiz.

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Ziel des Pionierprojekts ist es, die Sichtbarkeit von Frauen im öffentlichen Raum zu erhöhen. «Die Idee der Feminisierung bestimmter Verkehrszeichen mag anekdotisch erscheinen», sagte die Genfer Stadtpräsidentin Sandrine Salerno (SP) am Donnerstag vor den Medien.

Gefühl der Legitimität fördern

Es sei jedoch keine Spielerei. Es gehe viel mehr darum, zu zeigen, dass sich die Gesellschaft entwickle, und eine Reflexion über die Stellung der Frau im öffentlichen Raum zu starten. Historisch betrachtet sei dieser Raum von Männern für Männer gedacht worden. Unter dem Vorwand der Neutralität sei die Beschilderung überwältigend männlich, kritisierte sie.

«Diese Omnipräsenz verstärkt die Vorstellung, dass einige Menschen, vor allem Frauen, aber auch Minderheiten, dort weniger zu Hause sind als andere», sagte Salerno weiter. Der Austausch von Verkehrsschildern soll das Gefühl der Legitimität für alle im öffentlichen Raum fördern.

Plädoyer für Vielfalt

Die 250 neuen Schilder gibt es in sechs verschiedenen Versionen, darunter eine schwangere Frau, eine ältere Person und ein weibliches Paar. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 56'000 Franken. Es wird vollständig von der Stadt finanziert. Der Kanton unterstützt das Projekt.

Staatsrat Serge Dal Busco (CVP) zeigte sich erfreut über eine Initiative, die zwar von symbolischer Natur, aber ein wichtiger Schritt zu einem notwendigen Mentalitätswandel sei. Der Vorsteher des Infrastruktur- und Verkehrsdepartements betonte auch die Vorreiterrolle der Stadt Genf. Sie sei die erste öffentliche Behörde, die eine solche dermassen umfangreiche Operation in der Schweiz oder sogar in Europa durchführe.

In Genf läuft auch ein Projekt zur Feminisierung von Strassennamen. 2017 hatte der Grosse Rat einen entsprechenden Antrag einstimmig angenommen.

(fur/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Globiswelt am 16.01.2020 14:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig, Geld aus dem Fenster geworfen

    Für etwas, was bereits schon funktioniert, muss neu gemacht werden. Da muss Geld im Überfluss sein. Und die Zuständigen haben wohl keine wichtigere Arbeit zu verrichten...

  • faction1936 am 16.01.2020 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was noch?

    auf diesem planeten wird gehungert und menschen leben in armut. und wir geben geld fürs solchen gspass aus. wo sind bitte die grenzen unserer sogenannten ach so toleranten gesellschaft?

  • Mailman am 16.01.2020 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuviel Geld

    Wir haben in der Schweiz einfach zuviel Geld!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • andi am 17.01.2020 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    ein fest..!

    ..das zu lesen. schon bei der überschrift wusste ich, dass der kommentarbereich eine ansammlung aller schweizer incels wird und ich wurde nicht enttäuscht. lustig, das hier zu lesen

  • Die Frohnatur aus Bern am 17.01.2020 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    MUSS man sich aufregen?

    Strassenschilder müssen immer wieder mal ersetzt oder ausgebessert werden. Da kann man doch locker mal eine Frau, eine Familie, oder 2 Kinder mit Hund etc abbilden. Sehe da absolut keinen Grund zur Aufregung, zumal ja nur vernachlässigbare Mehrkosten anfallen - die Beschaffung von Piktogramme mit Darstellung von Menschen stellt in der heutigen Zeit kein Problem dar. Und damit sich niemand diskriminiert fühlt, kann man auch mal einen übergewichtigen Mann oder was weiss ich abbilden. Leute, nehmt's ein bisschen lockerer, das Leben ist schon so schwer genug.

  • Cavi33 am 17.01.2020 15:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn im Quadrat

    Irgendwie hat dieser Kanton ein Problem, das sieht man ja schon bei der Regierung.

  • Mini am 17.01.2020 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Gahts noooo?!?

    Ich bin weder lesbisch, schwanger, alt, jung, dick oder dünn, afroamerikanisch oder behindert, sondern eine "normale Frau" mittleren Alters. Ich fühle mich diskriminiert, da meine Postur nicht auf den Tafeln vorkommt (Ironie aus...)

  • Hubi am 17.01.2020 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Rote und grüne Männchen

    Männer gibt esj a bei den Roten und Grünen eh nicht mehr, höchstens Männchen. Dass jetzt genau diese Ampelmännchen auch noch ersetzt werden sollen, ist fast ein bisschen gemein.