Anpassung des Gesetzes

28. August 2019 13:13; Akt: 28.08.2019 14:16 Print

Keller-Sutter will mit DNA-Tests Verbrecher jagen

Neu sollen in der Strafverfolgung auch Merkmale wie Haar- und Augenfarben festgestellt werden können. Das hat der Bundesrat am Mittwoch beschlossen.

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Die Strafverfolgungsbehörden sollen künftig mehr Informationen aus einer DNA-Spur herauslesen dürfen. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom Mittwoch einen Entwurf für die Anpassung des DNA-Profilgesetzes in die Vernehmlassung geschickt.

An einem Tatort kann biologisches Spurenmaterial festgestellt werden. Damit lässt sich ein DNA-Profil der Person rekonstruieren, der die DNA gehört. Heutzutage ist es mit diesem Verfahren – Phänotypisierung genannt – möglich, die äusseren Merkmale eines Menschen wie beispielsweise seine Haar-, Haut- oder Augenfarbe zu rekonstruieren. Ebenfalls ist es möglich, das Alter und die Herkunft zu bestimmen.

Nur bei schwereren Verbrechen

Momentan ist es Ermittlern aber nur erlaubt, aufgrund der DNA-Spur das Geschlecht einer Person zu ermitteln. Mit Hilfe der Phänotypisierung sollen die Ermittler wichtige Hinweise für die Fahndungsarbeit gewinnen, wie es in einer Mitteilung des Bundesrats heisst.

Diese Methode soll allerdings nur bei Verbrechen angewendet werden, die mit Freiheitsstrafen von 3 Jahren oder mehr bestraft werden. Dazu gehören Vergewaltigung, Mord, schwerer Raub oder Geiselnahme. Ausserdem muss die Phänotypisierung von der Staatsanwaltschaft angeordnet werden, um durchgeführt werden zu können.

Ebenfalls soll es künftig möglich sein, zu prüfen, ob sich in der Datenbank ähnliche Spurenprofile der zu untersuchenden DNA befinden. Dies könnte einen Hinweis auf nahe Verwandte der verdächtigen Person liefern. Auch dies war früher nicht möglich.

Der Hintergrund

Hintergrund dieses Vorstosses ist die Vergewaltigung einer jungen Frau in Emmen im Jahr 2015. Ein Unbekannter hatte sie an der Reuss vom Velo gerissen und in einem nahen Waldstück vergewaltigt. Die Frau erlitt bei dem Überfall schwerste Verletzungen. Ihre Arme und Beine waren laut den Behörden nach der Tat gelähmt.

Im Zuge der Ermittlungen wurden insgesamt 371 Männer zu einem Massen-DNA-Test aufgeboten. Damals war die Durchführung einer Phänotypisierung aber noch nicht erlaubt, weshalb die gesammelte DNA nur mit jener, die am Tatort gefunden wurde, abgeglichen werden konnte. Die Haarfarbe oder Herkunft des Täters zu ermitteln, war nicht möglich. Der Täter konnte bis heute nicht gefunden werden.

Anpassungsbedarf bei Löschfristen

Die Revision des DNA-Profilgesetzes will der Bundesrat gleichzeitig nutzen, um weitere Aspekte im Bereich der DNA-Analyse zu regeln, bei denen sich in den vergangenen Jahren Anpassungsbedarf gezeigt hat. Dabei geht es unter anderem um die Evaluation der Löschfristen von DNA-Profilen in der entsprechenden Datenbank. Die Vernehmlassung dauert bis am 30. November 2019.

(doz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Patrick am 28.08.2019 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich!

    Das wäre ein endlich wieder einmal ein richtiger Schritt in die Richtung Opferhilfe, statt Täterschutz. Gleichzeitig wär die Aufhebung der Verjährungsfrist bei Mord dringend nötig!

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  • Pascal am 28.08.2019 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewissen

    Mein Gewissen ist rein, mich stört es nicht. Ist eine gute Sache.

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  • Heidi am 28.08.2019 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bundesrätin

    Ich finde es endlich an der Zeit! Bravo unserer Bundesrätin KARIN KELLER SUTTER so eine super Bundesrätin hatten wir noch nie

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Swiss am 29.08.2019 23:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nie verjähren lassen !

    Sofort einführen und auch das Monster von Emmen bis zur hintersten Ecke dieses Planeten jagen.

  • Irma am 29.08.2019 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    DNA-Test

    Ist es nicht schon langsam überfällig. In Amerika und einigen Länder Europa ist das schon lange üblich .

  • Wolf am 29.08.2019 20:19 Report Diesen Beitrag melden

    Schöne neue...

    Welt. Mir wird speiübel ab der Herde. Wir brauchen wieder einen Tell. Der für die Freiheit einsteht.

  • Jäno am 29.08.2019 19:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn die Ignoranz

    derer die den Pfad zu totalen Überwachung ebnen. Wie meistens ist, wenn überhaupt, nur der Mut zur Symptombekämpfung vorhanden. An die Wurzel des Übels wagen sich die Wenigsten (denn, es könnte dem Bankkonto nicht gut tun, denn es könnte dem 'Ansehen' bei den Nächsten (Ignoranten) nicht gut tun, denn es könnte der Karriere nicht gut tun etc.). Alles Angsthasen die ihre (berechtigte) Angst damit kaschieren indem Sie 'tough' auftreten und sich am Strohhalm der ihnen von der Regierung entgegengestreckt wird festhalten.

    • Wolf am 29.08.2019 20:23 Report Diesen Beitrag melden

      Danke danke...

      ...danke endlich jemand mit Weitsicht. Unf nicht diesem folgsamen Angsthasen Menschen. Die für ihr bisschen Wohlstand und vorgegaukelte Sicherheit unsere Freiheit opfern möchten. Ein wenig mehr Courage des einzelnen und wir könnten uns all dies hier sparen. Doch was ksnn man von einer Schafsherde schon erwarten. Genau Bläähh, folgt den Hirten.

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  • Siegfried am 29.08.2019 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ist es leider

    Bravo Frau Keller. Sie setzen dies durch, was immer möglich war. Wenn das öffentliche Interesse höher zu gewichten ist als das schützenswerte Privatinteresse, könnten diese Tests immer schon durchgeführt worden sein. Denn nur jemand der etwas zu verbergen hat, kann dagegen sein. Aber unsere "Höseler" haben Angst. Angst vor was, etwas zu Begründen, was etwas Arbeit macht.