06. April 2005 16:05; Akt: 06.04.2005 20:58 Print

Neues Staatsdesign für die Schweiz

Die Schweizerische Eidgenossenschaft tritt künftig einheitlich mit einer Wort-Bild-Marke auf.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Bundesrat hat am Mittwoch das Corporate Design des Bundes festgelegt. Noch nicht definitiv bestimmt sind Namen und Kürzel der Ämter.

Das neue einheitliche Logo besteht aus einem rot-weissen Schweizer Wappen und dem Schriftzug «Schweizerische Eidgenossenschaft Confédération suisse Confederazione Svizzera Confederaziun svizra». Es wird auf allen gedruckten und elektronischen Produkten der Bundesverwaltung angebracht.

Einheitlicher Auftritt

Die Schweizerische Eidgenossenschaft, die sieben Departemente und die 73 Bundesämter treten heute in einer kaum mehr überblickbaren Vielfalt von Erscheinungsbildern an die Öffentlichkeit. Ein externer Expertenbericht sprach von einer «Verwilderung des Staatsdesigns».

Unter diesem Wildwuchs habe die Identifikation der Mitarbeitenden mit dem Bund gelitten, sagte Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz vor den Medien. Die Bundesverwaltung sei von aussen zunehmend als heterogen statt als zentral geführte Einheit wahrgenommen worden.

Kosten von 25 Millionen

Das neue «Erscheinungsbild Bund» ist das Ergebnis eines Wettbewerbs, aus dem die Arbeitsgemeinschaft «CI Programm» (Zürich) und «Definitiv Design» (Bern) als Siegerin hervorgegangen ist. Dieses Team wird jetzt gemeinsam mit der Bundeskanzlei den visuellen Auftritt der Eidgenosschenschaft detaillieren.

Die Umsetzung des neuen Corporate Design beginnt im Oktober und soll bis Ende 2006 abgeschlossen sein. Sie kostet insgesamt rund 25 Millionen Franken. Mit rund 23 Millionen entfällt der grösste Teil auf den Bereich Informationstechnologie. Gleichzeitig werden jährlich wiederkehrende Einsparungen von rund 7 Millionen erwartet.

Kampf den Anglizismen

Im Zusammenhang mit dem neuen Logo hat sich der Bundesrat auch mit der Frage der Namensgebungen befasst. Er hat Empfehlungen der «Arbeitsgruppe Terminologie» für neu- oder umzubenennende Organisationseinheiten der Bundesverwaltung für verbindlich erklärt. Die sieben Departemente bleiben bei ihren Namen.

Benennungen sollen systematisch, selbsterklärend, sprachlich korrekt und ansprechend sein. Ansprechend heisst, dass das Kürzel höchstens 5 Buchstaben aufweist, gut aussprechbar ist und keine unerwünschten Assoziationen hervorruft. Die Kürzel sind in allen Sprachen mit lauter Grossbuchstaben zu schreiben.

Vorschläge im Mai

Kurzbezeichnungen wie seco, METAS, fedpol, swisstopo, MeteoSchweiz dürfen höchstens drei Silben aufweisen und sind künftig mit grossen Anfangsbuchstaben zu schreiben. Kleine Anfangsbuchstaben (seco) oder Grossbuchstaben in der Wortmitte (MeteoSchweiz) sind unzulässig.

Der Bundesrat hat die Bundeskanzlei beauftragt, bestehende unsystematische Bezeichnungen von Organisationseinheiten zu benennen und Alternativen zu evaluieren. Insbesondere sollen Anglizismen geändert werden. Diese Vorschläge sollen dem Bundesrat bis Ende Mai zum Entscheid unterbreitet werden.


(sda)