Asylstatistik

17. Januar 2011 09:27; Akt: 17.01.2011 10:07 Print

Nigerianer stellen die meisten Gesuche

von Balz Bruppacher - In der Schweiz haben 2010 etwas weniger Menschen ein Asylgesuch gestellt als ein Jahr zuvor. Gegen Jahresende haben die Anträge aber deutlich zugenommen.

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Ein Arbeitseinsatz von Asylbewerbern in der Schweiz. (Bild: Keystone)

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15 567 Personen haben im letzten Jahr in der Schweiz um Asyl ersucht, wie den im Internet veröffentlichten Zahlen des Bundesamts für Migration (BFM) zu entnehmen ist. Das sind 438 oder 2,7 Prozent weniger als 2009. Im letzten Quartal 2010 ist die Zahl der Asylgesuche gegenüber dem Vorquartal hingegen um 12 Prozent gestiegen. Der längerfristige Vergleich zeigt, dass sich die Zahl der Asylgesuche in den Jahren 2005 bis 2007 auf einem tiefen Niveau von rund 11 000 Anträgen pro Jahr bewegt hatte. 2008 erfolgte ein sprunghafter Anstieg auf 16 608 Gesuche. Seither kam es zu einem leichten Rückgang.

Wie schon im Vorjahr stammten die meisten Asylgesuche aus Nigeria, und zwar 1969 oder zehn Prozent mehr als 2009. An zweiter Stelle liegen die Gesuche aus Eritrea mit 1799. Um mehr als die Hälfte (58 Prozent) auf 910 zugenommen haben die Anträge von serbischen Asylbewerbern. Sie liegen damit an vierter Stelle nur knapp hinter den Gesuchen aus Sri Lanka. Das Ende des Bürgerkriegs führte zu einem Rückgang der Anträge um einen Drittel auf noch 939 Gesuche. Um mehr als zehn Prozent rückläufig war auch die Zahl der Asylbewerber aus dem Kosovo und aus Afghanistan.

3449 Menschen sind 2010 von der Schweiz als Flüchtlinge anerkannt worden. Die Zahl der Asylgewährungen hat damit im Vorjahresvergleich um fast einen Drittel (31,5 Prozent) zugenommen. Die Anerkennungsquote stieg von 16,3 auf 17,7 Prozent. Unter Anwendung der Härtefallregelung wurden 2942 Gesuche gutgeheissen – fünf Prozent weniger als 2009. Insgesamt leben 25 285 anerkannte Flüchtlinge in der Schweiz; das sind sieben Prozent mehr als 2009.

Ende 2010 waren noch 36 788 Personen im Asylprozess. Das entspricht einem Rückgang von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Davon waren 23 471 vorläufig Aufgenommene. Bei 12 915 Asylbewerbern waren die Verfahren Ende Jahr noch hängig; das sind ein Viertel weniger als Ende 2009.