Gefährliche Serie

17. September 2008 09:24; Akt: 17.09.2008 10:38 Print

Noch eine Schussabgabe im Wachtdienst

Beim Wachtdienst mit durchgeladener Waffe ist es letzte Woche gleich zu zwei ungewollten Schussabgaben gekommen. Neben dem Fall in Bure (JU) kam es auch auf dem Schiessplatz Glaubenberg zu einer Schussabgabe.

Fehler gesehen?

Verletzt wurde beim Zwischenfall im Grenzgebiet der Kantone Obwalden und Luzern niemand, wie die Sprecherin der Militärjustiz, Silvia Schenker, am Mittwoch Berichte der Gratiszeitungen «News» und «.ch» bestätigte. Kontrollen über allfällige Gehörschäden seien noch im Gang. Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Mittwoch bei der Grenadierstabskompanie 20. Seit dem Befehl von Bundesrat Samuel Schmid vom letzten Dezember, den Wachtdienst mit durchgeladener Waffe zu leisten, sind damit fünf ungewollte Schussabgaben Gegenstand von Untersuchungen der Militärjustiz.

Ein Fall ist gemäss Schenker inzwischen abgeschlossen: Nach der Schussabgabe auf dem Schiessplatz Les Rochat in der Waadt vom letzten Juli wurde der verantwortliche Armeeangehörige vom Kommandanten wegen Verletzung der Dienstvorschriften mit 350 Franken gebüsst. Die vorläufige Beweisaufnahme der Militärjustiz kam laut der Sprecherin zum Schluss, dass es sich um einen leichten Fall handle. Es habe keine Gefährdung Dritter und auch keinen Sachschaden gegeben. Ein technischer Defekt an der Waffe könne ausgeschlossen werden. Bei den anderen vier Fällen sind die Ermittlungen der Militärjustiz noch im Gang.

Untersucht wird ausserdem eine ungewollte Schussabgabe aus einem Sturmgewehr im vergangenen August bei der Berner Einsatzzentrale für die zum Botschaftsschutz abkommandierten WK-Soldaten. Ein Zusammenhang mit dem Befehl zum Wachtdienst mit durchgeladener Waffe besteht hier insofern nicht, als beim Botschaftsschutz das Sturmgewehr nicht durchgeladen werden darf.

Haben Sie im Militärdienst einen ähnlichen Zwischenfall miterlebt? Berichten Sie uns davon in einem E-Mail an feedback@20minuten.ch.

(ap)