Neues Angebot

17. Juni 2016 05:45; Akt: 17.06.2016 05:45 Print

Nun kann man sich gegen Ausweisentzug versichern

Eine Urner Firma bietet eine Versicherung an für den Fall, dass man den Führerschein verliert. Betroffene können dann einen Fahrdienst in Anspruch nehmen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Myorganizer, eine Firma aus dem Kanton Uri, richtet sich mit einem neuartigen Angebot an Autofahrer: Sie können sich für das Risiko versichern, dass ihnen der Führerschein entzogen wird. Passiert das tatsächlich, sorgt Myorganzier dafür, dass der Betroffene zur Arbeit gebracht und wieder abgeholt wird. Dafür arbeite man mit Transportunternehmen und Privatchauffeuren zusammen, sagt Fabian Müller, Mitgründer des Unternehmens, zu 20 Minuten.

Umfrage
Was halten Sie von diesem Angebot?
39 %
29 %
28 %
4 %
Insgesamt 7352 Teilnehmer

80'176 Personen waren 2015 in der Schweiz von einem Ausweisentzug betroffen – 3 Prozent mehr als im Vorjahr. «Es kann einem heute sehr schnell passieren, dass man das Billett abgeben muss», sagt Müller. «Wir richten uns an Personen, die für ihre Arbeit auf das Auto angewiesen sind und sich davor schützen möchten, dass sie als Folge eines Ausweisentzugs ihren Job und damit ihre Existenz verlieren.» Wer einen Arbeitsweg von maximal 50 Kilometern hat, zahlt eine Monatsgebühr von 50 Franken. Ist die Distanz grösser, steigt auch die Prämie.

Skepsis bei Comparis

Noch ist die Zahl der Kunden überschaubar. «Bis jetzt wurde das Angebot nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda in der Zentralschweiz bekannt», sagt Müller. «Wir möchten unser Angebot nun aber national bekannt machen und kontinuierlich wachsen.»

Ist dieses Angebot aber überhaupt sinnvoll? Beim Vergleichsdienst Comparis ist man skeptisch. Manuela Rimlinger, Sprecherin Fahrzeuge und Mobilität bei Comparis, sagt, aus ihrer Sicht handle es sich «eindeutig nicht um ein Versicherungsprodukt», sondern um einen Transportdienst, der die Mobilität des Kunden vom Wohnort an den Arbeitsort während der Zeit des Führerscheinentzugs sicherstelle. Dies lohne sich jedoch nicht für jeden und müsse daher individuell geprüft werden.

Günstiger mit dem ÖV unterwegs?

Denn: «Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz werden bei Ersttätern höchstens einen dreimonatigen Ausweisentzug nach sich ziehen», so Rimlinger. «Und die meisten in der Schweiz wohnhaften Personen fahren pro Tag maximal 28 Kilometer – daher muss nicht zwingend ein GA gekauft werden, um zur Arbeit zu gelangen.»

Zudem habe man heute je nach Arbeitgeber auch die Möglichkeit, die Zeit ohne Führerschein mit Arbeit im Homeoffice zu überbrücken. Müller verweist jedoch darauf, dass es in der Schweiz auch Menschen gebe, die «in Randregionen leben und keine regelmässige Anbindung an den ÖV haben».

«Hemmschwelle könnte sinken»

Nicht unproblematisch ist laut Rimlinger zudem, dass die Bewerbung des Angebot suggeriere, dass bei Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz eine einfache Lösung vorliege: «Damit könnte die Hemmschwelle, gegen die geltenden Regeln zu verstossen, möglicherweise herabgesetzt werden.»

Müller wehrt sich gegen diese Kritik. Man wolle niemanden dazu animieren, zu schnell oder angetrunken zu fahren. Das werde auch nicht der Fall sein: «Wenn jemand eine Vollkasko-Versicherung abgeschlossen hat, fährt er ja auch nicht gleich mit seinem Auto in eine Wand.» Auch suche man sich die Kunden sorgfältig aus: «Im Mitgliederantrag fragen wir die Bewerber, ob sie in der Vergangenheit schon Ausweisentzüge hatten. Ist dies der Fall, lehnen wir sie je nach Fall ab oder stellen besondere Bedingungen und verlangen höhere Prämien.»

Zudem gehe es natürlich darum zu verhindern, dass Personen, die kurz zuvor geblitzt oder mit Alkohol oder Drogen am Steuer erwischt worden seien und deshalb einen Ausweisenzug erwarten, eine Versicherung abschliessen. Müller: «Deshalb müssen sie uns auch ermächtigen, entsprechende Erkundigungen einzuholen – und es gibt eine Wartefrist von drei Monaten, bis man das Recht hat, den Fahrdienst in Anspruch zu nehmen.»

(lüs)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Geschwindigkeit am 17.06.2016 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pikettdienst auch?

    Und wie ist es wenn ich Pikettdienst habe und dementsprächend am Samstag, Sonntag und in der Nacht arbeiten muss? Mich hat der miese Radar erwischt und ich muss mein Ausweis bestimmt abgeben.

    einklappen einklappen
  • Rakija am 17.06.2016 06:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Not Bad

    Hört sich nicht mal so schlecht an

    einklappen einklappen
  • Unterwegs am 17.06.2016 05:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Altes Geschäftsmodel

    Diese Idee ist nicht neu, es gab schon die Christopferus-Versicherung.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marco Kunz am 18.06.2016 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld, Gesetzgeber!

    Heute gibt man wegen jeder Kleinigkeit den Führerschein ab! Beispiel: 20 Jahre unfallfrei, dann einmal unvorsichtig auf einer Kreuzung, Kollision mit einem anderen PW. Keine Verletzte, trotzdem einen Monat Billet weg. Besoffen oder Rasen, keine Frage, das wird vorsätzlich gemacht und soll hart bestraft werden. Aber bei kleinsten Fehlern wird man sofort kriminalisiert! Das ist die Sauerei unseres Strassenverkehrsgesetzes!

  • Person am 17.06.2016 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn sie eine solche Versicherung abschliessen

    Wenn sie eine solche Versicherung abschliessen, denken sie auch vor dem abschliessen warum sie zu schnell gefahren sind oder unter Alkohol oder unter Drogen fahren müssen. Sind sie nicht im Stande nüchtern herumzufahren, wie es sich auch gehört für einen normalen Bürger.

    • Person am 17.06.2016 20:35 Report Diesen Beitrag melden

      Kann der Geschäftsführer von der Versicherung

      Kann der Geschäftsführer von der Versicherung zu 100 Prozent garantieren das er selber nie zu schnell oder angetrunken herumfahren wird? Kann der Geschäftsführer von der Versicherung zu 100 Prozent garantieren das er selber nie angefahren wird von einer Person wo unter Alkohol oder unter Drogen gefahren ist??????????? Kann der Geschäftsführer von der Versicherung zu 100 Prozent garantieren das unter den sorgfältigen Kunden wo man ausgesucht hat, gefährliche Raser oder Alkoholiker oder Drogensüchtige sind??????

    • Person am 17.06.2016 20:54 Report Diesen Beitrag melden

      Eine Vollkasko-Versicherung kann man nicht verglei

      Eine Vollkasko-Versicherung kann man nicht vergleichen mit einer Versicherung wo man solchen Person anbieten will, wo unter Alkohol oder unter Drogen gefahren ist oder geblitzt wird. Wenn jemand mit seinem Auto an eine Wand fährt, ist es nicht das gleiche wie wenn man eine Person angefahren hat oder zu tote gefahren hat.

    • Person am 17.06.2016 21:18 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn sie ein Problem haben

      Wenn sie ein Problem haben, warum schreiben sie dann nichts? Warum fahren sie zu schnell? Warum fahren sie unter Alkohol? Warum fahren sie unter Drogen? was haben sie davon? Haben sie eine Versicherung auch in dem sie unter Alkohol und Drogen fahren dürfen oder zu schnell???????????

    • Person am 17.06.2016 21:25 Report Diesen Beitrag melden

      Haben sie auch eine Versicherung

      Haben sie auch eine Versicherung, wenn sie angefahren werden wenn sie selber unter Alkohol oder unter Drogen fahren? Haben sie auch eine Versicherung,

    • Person am 17.06.2016 21:28 Report Diesen Beitrag melden

      Haben sie auch eine Versicherung

      Haben sie auch eine Versicherung für ihren negativen Daumen? Was müssen sie bezahlen der Versicherung das sie ihren Daumen runder drücken?

    • Person am 17.06.2016 21:31 Report Diesen Beitrag melden

      Haben sie auch eine Versicherung für ihr Leben?

      Haben sie auch eine Versicherung für ihr Leben? Haben sie auch eine Versicherung, das sie zu 100 Prozent jeden Tag gesund in das Bett können?

    • Person am 17.06.2016 21:34 Report Diesen Beitrag melden

      Wie war nochmal ihr Jahrgang?

      Wie war nochmal ihr Jahrgang? Wie lange fahren sie schon, ich habe es vergessen? Wie lange haben sie die Versicherung für ihren Führerschein schon? Wie lange haben sie schon die Versicherung für ihre Drogensucht und für ihr Alkoholsucht und für das schnell Fahren?

    • Person am 17.06.2016 21:39 Report Diesen Beitrag melden

      Haben sie auch eine Versicherung das sie

      Haben sie auch eine Versicherung das sie zu 100 Prozent ihre Rente bekommen? Haben sie auch eine Versicherung das sie jeden Tag eine Arbeit haben? Sie müssen ja ein sehr gutes Einkommen das die so viele Versicherungen haben können.

    • Person am 17.06.2016 21:41 Report Diesen Beitrag melden

      Haben sie auch eine

      Haben sie auch eine Versicherung, das die mit ÖV günstiger unterwegs sind?

    • Person am 17.06.2016 21:45 Report Diesen Beitrag melden

      Haben sie auch

      Haben sie auch eine Versicherung, das sie zu 100 Prozent von dem Urlaub gesund nachhause kommen?

    • Person am 17.06.2016 21:51 Report Diesen Beitrag melden

      Ich wünsche ihnen für Morgen

      Ich wünsche ihnen für Morgen einen wunderschönen Sonntag, passen sie auf, das nichts passiert. Sie haben sicher nicht dagegen, wen ich sie in mein Gebet rein nehme vor dem Schlafen, ich gehe jetzt in das Bett. Ich will morgen früh raus, mag hat dann mehr von den 24 Stunden. Machen sie nicht zu viel Versicherung denn sie leben nur einmal.

    einklappen einklappen
  • Schweizer am 17.06.2016 19:58 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist nur Geldmacherei nichts anders

    Es ist nur Geldmacherei nichts anders, wer den Führerschein weg geben muss, soll nicht noch belohnt werden, solche muss man Bestrafen. Wer zuvor geblitzt oder mit Alkohol oder Drogen am Steuer erwischt wird, ist sich bewusst das man einen grossen Fehler gemacht hat.

    • Schweizer am 17.06.2016 20:08 Report Diesen Beitrag melden

      Denkt gut darüber nach

      Denkt gut darüber nach, es kann auch sie als Unschuldige Person erwischen. Wer gibt denn Angehören die geliebten Personen zurück, wenn jemand unter Alkohol oder Drogen am Steuer gefahren ist, wo die geliebte Person zu tote gefahren hat oder Schwerverletzt das man einen Pflegefall ist?????

    • Schweizer am 17.06.2016 20:14 Report Diesen Beitrag melden

      Werden sie als negative Person

      Werden sie als negative Person den Angehören in die Augen schauen, wenn sie jemand zu tote gefahren haben oder Schwerverletzt?? Wie reagieren sie, wenn jemand unter Alkohol oder Drogen am Steuer gefahren ist und Tochter oder Sohne oder die Frau von ihnen oder sie selber anfahren werden???

    • Schweizer am 17.06.2016 20:40 Report Diesen Beitrag melden

      Negative Person

      Negative Person begründen sie den Daumen wo sie nach unten machen. Frage leben sie gerne? Leben sie auch gerne gesund? Wie lange möchten sie leben? Sie möchten sicher auch nie ein Unschuldiges Opfer werden? Müssen andere Unschuldige Opfer werden?

    • Person am 17.06.2016 21:07 Report Diesen Beitrag melden

      Wann werden Sie Erwachsen??

      Wann werden Sie Erwachsen?? Wann werden sie anfangen über meine Schreiben ernsthaft nachzudenken? Wann werden sie Antworten oder ihrem Daumen? Wird ihr Daumen ihnen ihr Leben beschützen vor wenn jemand unter Alkohol oder Drogen am Steuer gefahren ist und sie ein Opfer werden? Wem werden sie die Schuld geben, wenn sie ein Pflegefahl werden? Werden sie dann die Versicherung weiter bezahlen?

    • Schweiz am 17.06.2016 21:47 Report Diesen Beitrag melden

      Wie lauft es so in ihrem Leben?

      Wie lauft es so in ihrem Leben? Laufen sie immer negativ durch die Welt?

    einklappen einklappen
  • Sammy am 17.06.2016 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    Miteinander!

    Es ist doch immer das gleiche Spiel - Die Bürger, in diesem Fall die Autofahrer, werden gegeneinander aufgehetzt und der lachende Dritte ist der Staat, der fleissig mit immer mehr Repression abgarniert. Wie wärs, wenn man mal alle miteinander zusammenstehen würde und unosono gegen diese Abzockerei vorgehen würde? Dann bräuchte es keine derartige Versicherung und wir hätten alle mehr Geld in der Tasche um die marode Wirtschaft anzukurbeln, anstatt Sozialfälle zu produzieren und hunderte von Millionen in die Staatskasse zu verschleudern. Dann könnte ich wieder an die Schweiz glauben. So nicht!

    • kurt am 17.06.2016 20:20 Report Diesen Beitrag melden

      Und wieso

      sollen diejenigen, welche mit den geltenden Regeln gut leben können sich mit dem Rest solidarisieren? Und nur um Dein wirtschaftliches Verständnis auch ein bisschen nachvollziehen zu können....inwiefern ist es besser, wenn Du als Privatperson das Geld ausgibst, als wenn es der Staat ausgibt. Diejenigen, welche wegen eines Ausweisentzuges zum Sozialfall werden, sind eh nicht die, von denen die Wirtschaft lebt....

    • Sammy am 18.06.2016 11:38 Report Diesen Beitrag melden

      Genau darum

      Genau diese Selbstüberschätzung, man verstosse nie gegen die Regeln, führt zu dieser Kluft. Ich wette, dass ich auch dir keine Stunde hinterherfahren muss, bis du einen Fehler machst, der eine Busse zur Folge hätte (falls erwischt). Ich finds immer wieder amüsant, wie solch selbsternannte perfekte Autofahrer dann am lautesten schreien, wenn es auch sie mal erwischt. Und richtig, die produzierten Sozialfälle bringen der Wirtschaft DANN nichts mehr. Sie kosten uns nur noch. Du hast eine komische Logik.

    einklappen einklappen
  • René W. am 17.06.2016 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    War vor Jahren auch schon dem Markt

    Vor Jahren gab es auch schon so eine Versicherung. Die hiess damals St. Christopherus