Nummer von Lehrerin veröffentlicht

09. Juni 2019 15:46; Akt: 10.06.2019 08:58 Print

Glarner entschuldigt sich bei Lehrerin

Der SVP-Politiker Andreas Glarner hat am eigenen Leib erfahren, wie es ist, das Opfer von Telefon-Terror zu sein. Dies hatte er vergangene Woche einer Lehrerin eingebrockt.

Hier entschuldigt sich Andreas Glarner. (Video: TeleZüri)
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Der SVP-Nationalrat Andreas Glarner hatte vergangene Woche Schlagzeilen gemacht, weil er den Namen, die Handynummer und die E-Mail-Adresse einer Lehrerin auf Facebook gepostet hatte. Grund war, dass die Lehrerin zuvor einen Brief an die Eltern ihrer Schüler verschickt hatte, in welchem sie darauf hinwies, dass muslimische Schüler während des Bayrams der Schule fern bleiben dürfen, ohne einen Jokertag einzusetzen.

«Vielleicht möchte jemand der Lehrerin mitteilen, was man davon hält», schrieb Glarner zu dem Bild auf Facebook – was prompt auch viele taten. Die Lehrerin hatte sogar so viele Anrufe und E-Mails erhalten, dass sie sich vorübergehend von ihrem Beruf zurückzog und rechtlich gegen den Politiker vorgehen will.

Zahlreiche SMS und Telefonate

Nun muss Glarner aber am eigenen Leib erfahren, wie es ist, mit Nachrichten-Terror überschüttet zu werden. Zahlreiche Personen haben in der Folge nämlich selbst zum Telefon gegriffen und ihn mit SMS und Telefonaten zugedeckt, wie der «Blick» schreibt.

Damit kann der SVP-Nationalrat offenbar nicht gut umgehen. So veröffentlichte eine Person die Antwort des Politikers auf Twitter. Darin schrieb Glarner: «Auch Ihre Nummer wird den Ermittlungsbehörden wegen Belästigung gemeldet.»

Nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in Glarners Partei tut sich etwas. Der Fall soll in der SVP-Fraktionssitzung von nächstem Dienstag diskutiert werden. Ausserdem wollen ihn auch die Parteispitzen der SVP Schweiz und SVP Aargau thematisieren.

Entschuldigung im TV

Doch schon vorher zeigt sich Glarner reuig: Im «Sonntalk» von «Tele Züri» gesteht er, dass er einen Fehler gemacht habe. «Es war ein Fehler.» Er habe nicht gewusst, dass es sich um das private Handy der Lehrerin handle. «Ich möchte mich bei der Lehrerin in aller Form entschuldigen und hoffe, dass sie bald in den Schuldienst zurückkehren kann.»

Trotzdem halte er an seiner Meinung fest: «Wie viel Schule unterordnen wir dem Islam?» Wegen des Ramadans würden die Schüler «nur in ihren Stühlen hängen» und «wie tote Fliegen herum liegen», da sie tagsüber nichts essen.

(doz)