Gottfried Locher

16. August 2019 04:28; Akt: 16.08.2019 12:57 Print

Oberster Protestant befürwortet Homo-Ehe

Gottfried Locher, Präsident des Evangelischen Kirchenbundes, ist der Meinung, dass Ehe und Trauung auch für gleichgeschlechtliche Paare gelten sollen.

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Der höchste Reformierte der Schweiz hat sich in einem Zeitungsinterview für die Homo-Ehe ausgesprochen. Homosexualität entspreche Gottes Schöpfungswillen, sagte Gottfried Locher, Präsident des Evangelischen Kirchenbunds. Die Reformierten sind in der Frage gespalten.

Locher sagte gegenüber den Tamedia-Zeitungen vom Freitag, er sei persönlich der Meinung, dass Ehe und Trauung auch für gleichgeschlechtliche Paare gelten sollen. Es stehe der Landeskirche gut an, den neuen gesellschaftlichen Konsens ernst zu nehmen. Die Ehe sei für die Reformierten keine Bekenntnisfrage und gehöre nicht zu den Grundfragen des Glaubens.

Dem Staat folgen

Es existiere das bewährte System, dass der Staat die Ehe definiere, die die Reformierten mit dem Segen Gottes ausstatten würden, sagte der 52-jährige Theologe. Das System solle beibehalten werden. «Wenn sich der Staat zur gleichgeschlechtlichen Ehe hin öffnet, sehe ich keinen Grund, warum wir ihm nicht folgen sollten.»

Die reformierten Kantonalkirchen konnten sich bisher nicht zu einer Parole durchringen. Die Abgeordnetenversammlung soll am 4. November eine Stellungnahme beschliessen. Laut Locher hat das Thema das Potenzial, die Kirchen zu spalten.

Die Öffnung der Ehe für alle Paare unabhängig von der Geschlechterzusammensetzung ist in einer im Juni zu Ende gegangen Vernehmlassung durch die Rechtskommission des Nationalrats auf breite Unterstützung gestossen. Mit Ausnahme der SVP fand das Vorhaben bei grossen Parteien und betroffenen Organisationen Zuspruch. Die Kirchen äusserten sich zurückhaltend.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tommy am 16.08.2019 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie geht das?

    Ich bin als Atheist logischerweise für die Homoehe, weil ja nichts dagegen spricht. Aber ich verstehe so gemässigte Religionen echt nicht. Das heilige Buch ist sehr deutlich dass Homosexualität gar nicht geht und dass das Buch zu 100% in allem immer recht hat. Wie kann man da für die Homoehe sein? Und wenn man schon das meiste ignoriert was da steht, wieso ist man dann noch Christ und lässt den ganzen Firlefanz nicht einfach hinter sich?

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  • TomTom am 16.08.2019 06:39 Report Diesen Beitrag melden

    Was sagt die Bibel

    Wenn Herr Theologe Locher wirklich diese Aussage gemacht, stellt er seine persönliche Meinung über jene in der Bibel. In Römer 1,26-28 steht nämlich: Deswegen hat Gott sie dahin gegeben in schändliche Leidenschaften. Denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr in den unnatürlichen verwandelt, und ebenso haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen, sind in ihrer Wollust zueinander entbrannt, indem sie Männer mit Männern Schande trieben, und empfingen den gebührenden Lohn ihrer Verirrung an sich selbst.

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  • Heiri am 16.08.2019 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig, jedoch fast

    Als Christ ohne Kirche staune ich über Menschen die sich Christ nennen, sehr guter Kommentar, wobei ich natürlich eine Umkehr zur Bibel empfehle. Im Wort Gottes kann man lesen, dass die Wahrheit verdreht wird und sich die Menschen Priester nach ihrem eigenen Geschmack suchen weil sie die Wahrheit in den Ohren kitzelt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wörni am 16.08.2019 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gerettet bedeutet Glück

    Viele Berichte lehnen leider die Bibel ab. Gott sagt jedoch in diesem Buch folgendes; Die Schöpfung alleine genügt, dass wir Gott erkennen können. Oder schauen wir mal ins Universum, da ist nur noch Staunen angesagt. Suchen wir diesen Gott, nehmen wir sein Angebot der Rettung durch das Opfer von Jesus Christus an. Das bedeutet Glücklich sein, auch in den schweren Tagen.

  • Scorpius am 16.08.2019 22:16 Report Diesen Beitrag melden

    Kommt irgend wer dabei zu Schaden?

    Ich habe dazu im keine fundierte Meinung, denn es ist nicht meine Welt. Die Betroffenen schaden mir aber auch nicht, also was solls. Was mich aber stört ist immer und immer wieder was dazu lesen zu müssen. Lasst doch die Homos in Ruhe und uns Hetros auch. Mit Religion hat es eh nichts am Hut, denn welcher Gläubiger würde schon zu behaupten wagen das sein Gott war erschaffen habe das eigentlich nicht sein dürfte? Also entweder lügt dann dieser Moralapostel bewusst oder er ist ein Ketzer. Daher: Akzeptiert einfach was ist, solange es niemandem Schaden zufügt.

  • Wörni am 16.08.2019 22:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gott lässt sich nicht spotten

    Bin dankbar und glücklich, in einer Freikirche zu sein. Wir wollen uns nach der Bibel ausrichten und unser Leben so gestalten, dass es für die Gesellschaft zum Segen wird. Was heute abläuft ist, dass die Reformation, die massgeblich dazu beigetragen hat, dass es uns so gut haben, mit Füssen getreten wird.

  • Wörni am 16.08.2019 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kirchenbesuch nimmt so nicht zu

    Bin sehr betroffen als Christ, wie die Bibel so zurecht gebogen wird, dass es der heutigen Gesellschaft passt. Die Schöpfunglehre der Bibel kennt die gleichgeschlechtliche Liebe nicht. Gott hat Mann und Frau geschaffen, um gemeinsam in der Ehe, Familie zu gründen und Kinder als eine Gabe von Gott zu bekommen. Im Neuen Testament in Römer 1 spricht die Bibel Klartext zu diesem Thema.

  • Theologiestudent am 16.08.2019 21:43 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Propheten

    Herr Locher scheint sich in der Bibel nicht so gut auszukennen. Er will sich lieber beim Volk beliebt machen. Das gibt es in der Bibel auch, dass gewisse Propheten im eigenen Namen auftraten und so redeten, wie es das Volk gerne hören wollte.