Billiger als Anwalt

28. August 2016 21:10; Akt: 28.08.2016 21:10 Print

Online-Roboter stellen neu Billig-Verträge aus

Einen teuren Jurist beauftragen – das wird bei manchen Verträgen in Zukunft wohl unnötig sein. In der Schweiz sind die ersten «Roboter-Juristen» lanciert worden.

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Ab 19 Franken kann man sich auf der Webseite www.papiertiger.com gewisse Verträge ausstellen lassen. (Foto: 20 Minuten)

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Das Internet ist auch ein Jurist, der Verträge auf Mass schreiben kann. Das propagiert auf jeden Fall das Zürcher Start-Up «papiertiger.com». Seit letztem Mittwoch stellt es gewisse Verträge online aus, wie die «Zentralschweiz am Sonntag» schreibt. Bereits ab 19 Franken sind auf der Internetseite Darlehnens-, Autokauf- und Arbeitsveträge als PDF zum Ausdruck erhältlich. Das ist um einiges billiger als jene, die von einem Anwalt verfasst wurden.

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Das Programm stellt den Nutzern Fragen, unter anderem bezüglich des Betrags und der Fälligkeit. Es passt den Text anschliessend den Aussagen an und stellt den Vertrag zusammen. Damit soll mehr Rechtssicherheit als bei bereits existierenden kommentierten Vorlagen gewährleistet werden.

Haftung bleibt beim Nutzer

Der Dienst übernimmt, im Gegensatz zu einem Anwalt, keine Verantwortung für allfällige Fehler aus juristisch ungenügenden Verträgen. Wer aber unsicher ist und schliesslich auf der Plattform keinen Vertrag abschliesst, erhält einen Anwalt vermittelt.

Der Zürcher Anwalt und Mitgründer des Online-Angebots, Martin Steiger, sagt: «Unser Ziel ist, dass alle relevanten Verträge in dieser Form abrufbar sind.» Ihr Start-Up ist nicht das einzige, das die Anwaltstätigkeit neu gestalten will. Es gibt mehrere Schweizer Unternehmen, die digitale Hilfsmittel für den Legal-Bereich entwickeln.

«Selbe Entwicklung wie beim E-Banking»

In Zürich wurde im Juni dafür sogar ein eigener Verband gegründet. «Die Digitalisierung der Juristenbranche steht noch am Anfang», sagt Mitinitiant Antoine Verdon. Er ist aber überzeugt: «Viele Tätigkeiten, für die heute ein Anwalt nötig ist, werden in Zukunft von Onlinediensten erledigt.»

Dieselbe Entwicklung habe die Finanzbranche durchlebt. In den Neunzigerjahren sei es undenkbar gewesen, dass Bankkunden ihre Zahlungen selbst erledigen. Heute gehört E-Banking zum Alltag. In Zukunft sollen sich intelligente Verträge sogar selbst ausführen. «So könnte der Dienst zum Beispiel nach Abschluss eines Darlehnensvertrags die Zinszahlungen ohne menschliches Eingreifen abwickeln», erklärt Verdon.

(kün)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • F. Rei am 28.08.2016 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Haftung

    Die Anwälte übernehmen auch keine Haftung. Siehe "Disclaimer" bei jedem noch so banalen e-Mail.

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  • peter am 28.08.2016 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hehe

    die hochbezahlten anwälte werden aufgrund höchst trivialer arbeit ersetzt. ähnlich wie das kassenpersonal im migros.

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  • Peter am 28.08.2016 21:23 Report Diesen Beitrag melden

    Etwas ganz Grosses passiert

    Mit der Digitalisierung, Robotisierung und Automatisierung kommt etwas gewaltiges auf uns zu. In 10 Jahren werden wir die Folgen spüren wir müssen unsere Sozialsysteme auf diese Zeit vorbereiten z.b mit BGE

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Terminator grüsst am 29.08.2016 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Vergleich hinkt

    Online-Banking oder Ware einscannen in der Migros, damit zu vergleichen, passt gar nicht. Dabei übernimmt nämlich ein Mensch(der Kunde) die Arbeit und keine Roboter. Offensichtlich sind das auch keine Arbeiten für die man eine spezielle Ausbildung braucht. Na wohin's führt, wenn man alles Robotern überlässt...

  • CH-Jurist am 29.08.2016 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Am falschen Ort gespart

    Etwa gleich sicher, wie wenn man die Symptompe beim Arzt-Roboter google selbst eintippt. Nur zu ihr Schnäppchenjäger.. Die Folgen eures Mustervertrages kommen euch teurer zu stehen als die Juristengebühr am Anfang..

  • Andrea Luchsinger am 29.08.2016 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Wird Zeit etwas gegen die unerhörten Preise = Lohn für die Anwälte zu machen.

  • Spaniel am 29.08.2016 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verträge

    Da kann ich nur den Rat geben - Finger davon lassen. Das geht nicht gut!

  • Thomas Schwaighofer am 29.08.2016 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Robo-Anwalt

    ich bin für die schnelle Umsetzung des Scheidungsroboter anstelle vom Anwalt. Eine Scheidung unter chf 20.- wäre wün chenswert. Am Besten auch das online Scheidungsurteil somit könnten die Kos/ten nicht mehr abschreckend wirken: pauschal Scheidung à chf 50.00...

    • Mario M. am 29.08.2016 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas Schwaighofer

      Haha, ja solange beide Parteien mitmachen;-)

    • Aglaya am 29.08.2016 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas Schwaighofer

      Wenn sich beide über die Scheidungsfolgen einig sind geht es schon heute ohne Anwalt, und auch die Gerichtskosten sind in diesen Fällen nicht allzu hoch.

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