Tödlicher Brand in Solothurn

28. November 2018 15:04; Akt: 28.11.2018 15:16 Print

Drittes Kind erliegt im Spital seinen Verletzungen

Der Brand in Solothurn hat ein weiteres Todesopfer gefordert. Ein Kind erlag im Spital seinen Verletzungen.

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Bei einem Brand in Solothurn starben am Montag, 26. November, sieben Menschen. Abdul Karem (21), der Bewohner eines Nachbarhauses, rettete in dieser Nacht ein kleines Kind. Eine Nachbarin klingelte um 2 Uhr morgens bei ihm. Er sah, wie eine Frau im brennenden Haus ein Kind heraushielt. «Ich ging sofort nach draussen und schaffte es knapp, es zu fangen», sagt er. Unter den Todesopfern sind auch Kinder. Ein Hausbewohner bemerkte gegen 2.10 Uhr Rauch im Treppenhaus. Umgehend wurde ein Grossaufgebot ausgelöst. In dem Gebäude befanden sich über 20 Personen, die grösstenteils mit Hilfe der Feuerwehr aus dem Haus gebracht wurden. Der Brand ereignete sich in einem Haus an der Wengistrasse in Solothurn. Polizisten vor Ort. Das Haus nach dem Brand. Blumen werden am Ort des Geschehens deponiert. Der Eingang ist abgesperrt. Während des Brands sind laut einem Anwohner einige seiner Nachbarn in Panik ausgebrochen. «Ich habe gehört, dass einige Menschen aus dem Fenster gesprungen sind», erzählt der Mann weiter. Nachbar A. K.: «Ich bin erschüttert und völlig durch den Wind. Es sind alles gute Nachbarn. Ich kaufe noch heute Blumen und lege sie vor dem Haus nieder.» Nach dem Brand gestand eine Frau, im Bett geraucht zu haben. Sie wurde von der Polizei kurzzeitig festgenommen, am Folgetag aber wieder freigelassen. Die Flammen konnten zwar rasch gelöscht werden ... ... viel problematischer war jedoch gemäss der Kantonspolizei Solothurn die starke Rauchentwicklung. Der Kioskbesitzer um die Ecke kannte die Opfer: «Es waren ganz nette Leute.» Eine Luftaufnahme des Mehrfamilienhauses. Der Brand entstand in einem der unteren Stockwerke. Dort kam es daraufhin zu einer starken Rauchentwicklung.

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Bei dem tödlichen Brand in Solothurn sind sieben Asylsuchende ums Leben gekommen. In den Flammen starben Mitglieder zweier Familien aus Eritrea und Äthiopien. Sie bewohnten im Brandobjekt je eine Wohnung. Sechs Personen starben noch im Haus. Am Mittwoch forderte der Brand ein weiteres Todesopfer: Ein eritreisches Kind im Schulalter erlag im Spital seinen schweren Verletzungen. Zwei weitere Kinder befinden sich nach wie vor im Spital.

Bei den Verstorbenen handelt es sich um vier erwachsene Personen im Alter zwischen 27 und 33 Jahren, ein Kleinkind sowie um zwei Kinder im Schulalter. Dies teilte die Kantonspolizei Solothurn am Dienstag mit.

Im Zusammenhang mit dem Brand ist die Frau, die am Montagnachmittag von der Polizei festgenommen wurde, wieder entlassen worden. Davor hat sie gestanden, im Bett geraucht zu haben. Die Solothurner Staatsanwaltschaft hat jedoch entschieden, keinen Antrag auf Untersuchungshaft zu stellen. «Es liegen keine Haftgründe vor», sagt Mediensprecherin Cony Zubler gegenüber TeleM1. Der Sachverhalt sei so weit geklärt. Die beschuldigte Person habe ausgesagt, im Bett geraucht zu haben. «Das deckt sich mit den derzeitigen Erkenntnissen der Brandermittler», so Zubler.

In der vom Brand betroffenen Liegenschaft habe der Kanton zwei Stockwerke für die Unterbringung von Asylsuchenden angemietet, sagte der Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri zur «Solothurner Zeitung». Einige Kinder seien in Solothurn in den Kindergarten gegangen.

Die Opfer von Solothurn

«Haus müsste renoviert werden»

Françoise Kopf, Leiterin der Organisation IGA SOS Racisme Solothurn, betreut Asylsuchende, die in dem betroffenen Haus wohnen. Am Dienstag wollte sie sich ein Bild von der Lage machen. In einem Interview mit 20 Minuten gab sie an, dass das Haus ziemlich heruntergekommen sei. «Wer hier wohnen möchte, würde zuerst renovieren.» Auch sei das Haus zu belegt gewesen. So musste sich einmal eine sechsköpfige Familie zwei Zimmer teilen, wie Kopf weiter sagte. Ob es einen Brandmelder in dem Haus gab, weiss sie nicht: «Mir ist keiner aufgefallen.»

Interview mit Françoise Kopf, Leiterin der Organisation IGA SOS Racisme Solothurn. (Quelle: Stefan Ehrbar/20 Minuten)

Die Verwaltung des Wohnhauses habe durch die Medien vom Brand erfahren. «Wir sprechen den Opfern, Verletzten und Angehörigen und deren Familien und auch den unversehrten Mietern unsere aufrichtige Anteilnahme aus», sagt Beatrice Wyss, Leiterin Liegenschaftsverwaltung bei der Sofida Immo AG. «Es tut uns sehr leid, was der Brand hier angerichtet hat. Wir denken an die Verstorbenen und wünschen den sich noch in Spitalpflege befindlichen Personen baldige und gute Genesung.»

Laut Wyss war das Haus auf dem aktuellen Stand der Technik und der Brandschutz entsprechend den Vorgaben der SGV als Brandschutzbehörde.

Gedenkfeier für die Opfer

Laut Stadtpräsident Fluri waren neun Personen dort angemeldet. Zur Brandzeit hielten sich aber 20 Personen im Gebäude auf, wie die Solothurner Kantonspolizei schon am Montag mitgeteilt hatte.

Die Stadt Solothurn plant eine Gedenkfeier für die Opfer. Zuerst müsse man aber wissen, welchen Glaubensgemeinschaften die Opfer angehörten, sagte Fluri weiter.

(ehs/qll/sda)