Winkelried'sch

23. September 2011 16:29; Akt: 25.09.2011 21:26 Print

Oskar Freysinger macht sich zum Tubel

von Lukas Egli - Kein Plakat eignet sich besser zum Verhunzen als die aktuelle SVP-Affiche gegen «Masseneinwanderung». Nun lanciert Nationalrat Freysinger eine neue Vorlage.

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Der Walliser Tausendsassa von der SVP: Nationalrat Oskar Freysinger macht vor, wie kreativer Umgang mit Kampagnenplakaten auch aussehen kann. (Bild: Keystone/Valerie Kuypers)

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Volkssport SVP-Plakate verhunzen: Es gibt mittlerweile mehrere Homepages, die verunstaltete Varianten des jüngsten Kampagnensujets der Volkspartei – «Masseneinwanderung stoppen!» – sammeln. Der Rücklauf ist immens, wie unter anderem hier zu sehen ist.

Auch SVP-Personenkampagnen werden regelmässig Opfer hämischer Kreativität. Die Kampagnenleiter sind darob in der Regel nicht sonderlich erfreut und wittern gerne eine Verschwörung gegen die vermeintlich einzige Partei, die die wahren Werte der Schweiz verteidigt. Wie sang einst Randy Newman: «It’s lonely at the top».

Nur einem kann die kreative Häme seiner Gegner nichts mehr anhaben: Oskar Freysinger, Nationalrat, Gymnasiallehrer und Dichter aus Siders. Als «Débile» – Tubel – bezeichnet sich der Walliser Winkelried für den guten Geschmack selbst auf seinem Wahlplakat. Zwischen seine Zähne hat er sich ein furchterregendes Messer gezeichnet.

«Verlieren Sie keine Zeit mehr damit, uns zu beleidigen. Das übernehmen wir nun selbst», schreibt der wortgewandte Volksvertreter in einem Communiqué. 1000 Exemplare des frechen Sujets hat er drucken lassen, und pflastert damit das ganze Unterwallis zu. Mal schauen, vielleicht heisst der nächste Trend ja Verhunzen von Verhunztem?