Türkische Einrichtungen

23. Oktober 2008 16:47; Akt: 23.10.2008 17:54 Print

PKK bekennt sich zu Anschlägen in der Schweiz

von Amir Mustedanagic und Lukas Mäder - Für die Schweizer Bundespolizei gibt es keine Zweifel: Jugendorganisationen der PKK haben sich zu den Brandanschlägen in der Schweiz bekannt. Hinweise auf diese Täterschaft gibt es bereits in Basel und in Deutschland.

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Jugendorganisationen der kurdischen Arbeiterpartei PKK haben sich zu den Brandanschlägen bekannt, die seit Samstag auf mindestens sieben türkische Einrichtungen verübt wurden (20 Minuten Online berichtete). Dies sagt Guido Balmer, Sprecher der Bundespolizei (Fedpol), gegenüber 20 Minuten Online. In einer kurdischen Zeitung, die der PKK nahesteht, haben sich PKK-Jugendorganisationen zu den Anschlägen in der Schweiz bekannt. «Wir haben an der Authentizität dieser Botschaft keine Zweifel», sagt Balmer. Dies sage nichts über die mögliche Täterschaft aus.

Hinweise auf PKK in Basel

Bereits die Betreiber des in Basel attackierten türkischen Lokals hatten gegenüber der Polizei ausgesagt, die PKK stecke hinter dem Anschlag. Das sagte Markus Melzl von der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt gegenüber 20 Minuten Online. Da aber substanzielle Hinweise in diese Richtung fehlten, wolle sich die Basler Polizei nicht auf die PKK festlegen. Sie ging von einem innertürkischen Konflikt aus, mit oder ohne Beteiligung der PKK.

In Deutschland gibt es ebenfalls Anzeichen, dass die PKK für die Attacken verantwortlich ist. Laut «Welt Online» hat die Hamburger Polizei nach den drei Anschlägen am vergangenen Samstag und Montag in Hamburg ein Bekennerschreiben der PKK erhalten. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Anschläge mit den Berichten über die Misshandlung von Öcalan zusammenhängen. «Wir haben die Täter nicht — aber das Motiv kommt aus dem Bereich der PKK-Sympathisanten», zitiert «Welt Online» den Polizeisprecher.

Aktivitäten hängen mit Heimatland zusammen

Bereits im Frühjahr 2007 kam es zu mehreren Brandanschlägen in Westeuropa, zu denen sich ebenfalls eine Jugendorganisation der PKK bekannte. Die PKK ist in der Schweiz im Unterschied zu anderen westeuropäischen Ländern nicht verboten. Laut Balmer gehört die PKK zu den Gruppen eines ethno-nationalistischen Extremismus. Die Aktivitäten dieser Gruppierungen sei stark davon abhängig, wie die Situation im Heimatland ist.