Missbrauch in St. Gallen

08. Februar 2019 09:58; Akt: 08.02.2019 11:29 Print

Das sagt die Mutter des Kita-Betreuers

Ihr Sohn werde jetzt einfach vorverurteilt, sagt die Mutter von M. N. Besucht sie ihren Sohn im Gefängnis, ist der sexuelle Missbrauch für sie tabu.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Kita-Betreuer M. N.* (33) sitzt zurzeit in U-Haft: Er soll in der St. Galler Fiorino-Kinderkrippe zwei Buben missbraucht und von weiteren zwei Buben sexuell motivierte Fotoaufnahmen gemacht haben. Laut «Blick» wuchs N. in Lutzenberg im Kanton Appenzell Ausserrhoden als Scheidungskind auf. Dort habe er den Ruf eines schrägen Vogels, der unter ADHS gelitten und schulische Probleme gehabt habe.

Umfrage
Sind Kinder in Kitas vor sexuellen Übergriffen genügend geschützt?

Laut einem Bekannten der Familie akzeptierte ihn sein inzwischen verstorbener Vater nie: Aufgrund seiner zwei linken Hände habe er dessen Betrieb nicht übernehmen können. Die Mutter eines Jungen im Dorf behauptet, N. einst erwischt zu haben, als dieser einem Buben sein Geschlechtsteil habe zeigen wollen. Sie beschreibt es als «Zwischenfall», aber nicht als Missbrauch.

Er habe immer um Aufmerksamkeit gebuhlt

Die Mutter des inhaftierten Kita-Betreuers klagt, dass ihr Sohn vorverurteilt werde. Sie hadert mit der Vorstellung, dass er ein Pädo-Straftäter sein könnte. Bei ihren Besuchen im Gefängnis dürfe sie mit ihm nicht darüber sprechen, sagt sie.

N.s Freunde beschreiben ihn als unsicheren, aber liebevollen Typen, der immer um Aufmerksamkeit und Anerkennung gebuhlt habe. Damit erklären sie sich auch sein Engagement als Kopf einer Heavy-Metal-Band, Poetry Slammer, Theaterschauspieler und Fotograf.

*Name der Redaktion bekannt.

(bz)