FV Dosto

15. April 2019 09:28; Akt: 15.04.2019 09:28 Print

So heftig schüttelt es im neuen SBB-Doppelstöcker

Der Pannenzug ist auch ein Schüttelzug. Messungen zeigen: Im Dosto rüttelt es mehr als in seinem Vorgänger, dem IC2000.

«Tanzdach», sagt ein Leser-Reporter, der Ende Jahr im neuen FV Dosto kurz vor Schönenwerd Richtung Basel sass, zur Zugfahrt im ersten Stock. Die letzten 20 Sekunden erklärten das Wort «tanzen». (Video: Leser-Reporter)
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Verspätungen und technische Probleme begleiteten die Einführung der neuen SBB-Fernverkehrszüge. Nun zeigen Recherchen des «Blick»: Der FV Dosto ist nicht nur ein Pannen-, sondern auch ein Schüttelzug. Wie der Mathematiker Gerhard Wesp gegenüber der Zeitung bestätigt, soll die neue Doppelstockkomposition seinen Messungen zufolge ungefähr doppelt so stark rütteln wie die alte.

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Hat es auch Sie im neuen Dosto bereits durchgeschüttelt?

Zu diesem Ergebnis gelangte der 45-Jährige, als er achtmal vom Flughafen Zürich nach Winterthur und wieder zurück gefahren war. Dies sowohl im neuen Dosto als auch in seinem Vorgänger, dem Doppelstöcker IC2000 – in beiden jeweils im 1. Stock sitzend. Zur Messung nutzte er sein Smartphone. Durch die App AccDataRec gelang es ihm zu eruieren, wie stark es den Passagier während der Fahrt von links nach rechts durchschüttelt.

Gegenüber der Zeitung bezeichnet der Mathematiker seine Messungen als «eindeutig signifikant». «Solche Smartphones haben mittlerweile Messsensoren drin, für die man vor wenigen Jahren noch eine teure Spezialapparatur gebraucht hätte», sagt Wesp.

Auch die SBB hat nachgemessen

Auch die SBB bestätigte auf Anfrage der Zeitung, dass der Dosto – auch nach eigenen Messungen – stärker schüttle und der Fahrkomfort im Vorgänger besser sei. Der Grund sei unter anderem der Unterschied zwischen Zügen mit Lokomotive wie dem IC2000 und Triebzügen wie dem Dosto, bei dem der Antrieb, sprich auch die Schwingungen, auf die einzelnen Waggons verteilt seien. Man habe die technischen Systeme jedoch bereits nachgebessert und die Zweitmesssung sei tatsächlich besser ausgefallen.

Eingeschränkte Nutzung

Die SBB haben 2010 vom kanadischen Verkehrstechnikhersteller Bombardier 62 Fernverkehrszüge für 1,9 Milliarden Franken bestellt. Es handelte sich um den teuersten Auftrag in der Geschichte der Bahn.

Pannenzug kostet Hersteller Millionen

Seit Dezember – nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten und Verzögerungen – sind zwölf der insgesamt 62 Kompositionen des neuen Zugs im fahrplanmässigen Betrieb. Anhaltende Mängel führten im ersten Betriebsmonat laut SBB allerdings immer wieder zu Zugausfällen und Verspätungen. Die Züge verkehren vorläufig nur auf der Interregio-Strecke Basel–Zürich–St. Gallen–Chur.

(rab)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Manfred Lang am 15.04.2019 09:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unbenutzbar Geldverschwendung

    Ich besitze seit 31 Jahren ein ga der sbb Die Einrichtung ist top Der Zug unbrauchbar, es ist fahrlässig diesen Zug ein zu setzen Er schüttelt krass und das zwischen basel nach aarau Die Entscheidungsträger sollte man zur Rechenschaft ziehen

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  • Erwin am 15.04.2019 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder einmal klar bewiesen

    Gutes Aussehen alleine verrät noch nichts über die Qualität des Objektes.

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  • Martin L. am 15.04.2019 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Kann die Test bestätigen...

    Ich bin selber schon in dem neuen Doppelstockzug mitgefahren und kann bestätigen dass es im Oberdeck ganz schön Schüttelt, dies auch in der 1. Klasse. Dazu beim kreuzen mit anderen Zügen unangenehme Knallgeräusche. Trotz des schönen Designs, ist eine Reise in einem alten EW II Wagen im Vergleich angenehmer.....wobei ich hoffe dass man das in den Griff bekommt, sonst gebe ich diesen Zügen wirklich keine grosse Zukunft. Die ehemaligen Städteschnellzüge der SBB sind ende 80iger Jahre auch sehr schnell vom Hauptnetz wieder verschwunden. Fehlkonstruktionen können leider immer vorkommen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurt am 19.04.2019 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu wenig Platz für Kinderwagen

    Man kann es den SBB Zuständigen 100 Mal sagen. Mehr Platz für Kinderwagen, grosse Koffer, Velo. Mehr WC. Nützt nichts. Verbesserungen gibt es bei der SBB eher bei Bonus Chefs, statt für Kunden. Meyer sollte ersetzt werden. Sparen am falschen Ort.

  • Rubu am 19.04.2019 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur peinlich

    Nur peinlich was man als Kunde der sbb mit dem "neuen Zug" erlebt!! Als jahrelanger sehr zufriedener öV/SBB Kunde und immer wieder beeindruckt vom sehr freundlichen Zugpersonal. (Auch die anderen) bin ich nun echt enttäuscht. Am 18. April fuhr ich mit dem neuen "Ding" von Baden nach Bern. Sehr Unangenehme, in keiner Art und Weise Kundenfreundlich, viel schlechter als die alten Züge und das persönliche Wohlbefinden eingeschränkt. Es ist nicht das erste mal, dass ich leider "genötigt" werde mit dem neuen Zug zu fahren. Da hat das Management bis heute nicht überzeugt.

  • J. Blond am 19.04.2019 06:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    007: Geschüttelt und nicht gerührt

    James Bond mag Wodka Martini geschüttelt. Da wären die neuen Bombardier Züge, im Oberdeck, ideal für einen neuen James Bond Film.

  • René S. am 16.04.2019 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke für die Bestätigung

    Als ich das Zugpersonal gefragt habe ob der Zug noch in Testphase ist, da er so stark schüttelt, wurde mir gesagt es sei nicht stärker als bei den andern Doppelstöck-Zügen. Danke für diesen Bericht, da ich nun weiß, das mein Eindruck keine Einbildung war.

  • Tobi.s am 16.04.2019 15:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum nur diese strecke

    ist ja gut und recht aber winterthur ist eine Grosse baustelle da wechseln die gleise öfters als andere die unterhosen... deshalb auch mehr gewackel. wäre interressant auf einer ruhigen strecke ohne baustelle