FV-Dosto

07. August 2019 04:59; Akt: 07.08.2019 04:59 Print

Pannenzug schaltet sich versehentlich selbst aus

Der neue Doppelstockzug der SBB kommt nicht auf Touren. Ein Fehler in der Software sorgt dafür, dass sich der Zug alle paar Tage vom Strom trennt.

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Die neuen Doppelstockzüge der SBB von Bombardier, die FV-Dosto, haben pannenreiche Tage hinter sich. Am Montag war eine Komposition auf dem Intercity 3 zwischen Basel, Zürich und Chur unterwegs – mit mässigem Erfolg. Der Zug, der um 9.33 Uhr in Basel abfuhr, kam laut Daten der SBB wegen einer technischen Störung mit 28 Minuten Verspätung in Chur an.

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Am Samstagmorgen mussten in Rorschach wegen einer Störung 200 Passagiere aus einem FV-Dosto evakuiert werden. Am früheren Abend schaffte es ein FV-Dosto von Zürich über St. Gallen nach Chur nur bis an den Zürcher Flughafen, von wo er nach einer Störung nicht mehr loskam. Stunden später schaffte es der FV-Dosto, der um 21.09 Uhr in Zürich Richtung St. Gallen abfahren hätte sollen, gerade mal bis Zürich-Wipkingen.

SBB ist nicht zufrieden

Die Pannen sind auch der SBB nicht entgangen. «Die Zuverlässigkeit der FV-Dosto ist noch nicht zufriedenstellend», sagt Sprecher Martin Meier. «Bombardier und die SBB arbeiten weiterhin mit Hochdruck daran, die Verfügbarkeit weiter zu erhöhen.» Über alles gesehen sei die Zuverlässigkeit aber besser geworden.

Die Züge sind aber nach wie vor viel störungsanfälliger als die üblichen Fernverkehrszüge der SBB. Während bei den bisherigen Doppelstockzügen, den IC 2000, laut der NZZ etwa alle 9000 Kilometer eine Störung auftritt, trat bei den FV-Dosto im Mai fast alle 3000 Kilometer eine Störung auf, im Juni war der Wert sogar noch schlechter. Das berichtet die «Schweizer Eisenbahn-Revue» (SER) unter Berufung auf Zahlen der SBB. In der ersten Juliwoche sei der Zielwert erstmals wieder erreicht worden.

Zug schaltet sich selbst aus

Die Planung der SBB sieht vor, dass die Züge bis im Dezember nur noch etwas weniger als alle 7000 Kilometer eine Störung produzieren. Teils muten die Störungen skurril an. So berichtet die SER, dass sich die Stromabnehmer der FV-Dosto-Züge alle 12,1 Tage senken würden. Der Zug schaltet sich damit aus – ohne dass die Ursache für den Lokführer sichtbar ist.

Die Ursache dafür ist laut SER, dass das GPS-Zeitsignal alle 12,1 Tage zu einer «nicht plausiblen Rückmeldung» führe und das System aus Sicherheitgsründen das Senken der Stromabnehmer durchführe. Die SBB bestätigt den Fehler. Er habe in einem Fall zu einem Ausfall geführt, in zwei weiteren Fällen sei es zu einer Verspätung deswegen gekommen. Das Problem werde mit dem nächsten Software-Update behoben. Das ist laut SER allerdings erst im Oktober der Fall. Bis dann müssen Lokführer das Problem manuell beheben.

«Für Passagiere dramatisch»

Ein weiteres, mittlerweile behobenes Problem war offenbar, dass die Türen bei Arbeiten durch Bombardier falsch eingestellt wurden. Das hat laut SER zu einer Verdoppelung der Türstörungen im Juni geführt.

Aktuell sind von insgesamt 62 Zügen 19 von der SBB vorübernommen worden, etwa neun davon sind im regelmässigen Einsatz. Die SBB rechnet laut Sprecher Martin Meier damit, dass sie «voraussichtlich bis Ende Jahr genügend Fahrzeuge hat, um das geplante Angebot ohne Einschränkungen zu fahren».

Karin Blättler, die Präsidentin von Pro Bahn, verliert die Geduld mit dem FV-Dosto. «Das Projekt kommt nicht zum Fliegen. Das ist ein offenes Geheimnis», sagt sie. Für die Passagiere auf den Linien, auf denen der FV-Dosto fahre, sei das «äusserst mühsam». «Die SBB muss das Problem entweder lösen oder für Ersatz sorgen», so Blättler. «Es ist jetzt schon viel zu viel Zeit verstrichen. Das hätte die Bahn schon vor Jahren machen müssen.»

(ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andi am 07.08.2019 05:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bombardier

    Wenn man bei einer Firma einkauft, in dessen Heimatland ÖV nicht funktioniert... wen wundert es? Mit Stadler hätte es besser funktioniert...

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  • Pendler am 07.08.2019 05:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witz

    Wenn Bombardier einen Tag der offenen Tür veranstält, fällt dieser wegen einer Türstötung aus.

    einklappen einklappen
  • Beat Müller am 07.08.2019 05:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FehlerVreier Dosto

    Wie wäre es wenn man wie früher weniger Elektronik (PC Steuerung) etc. einbauen würde?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • EC am 08.08.2019 22:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer zu Spät

    Meyer Züge Taufen kann er gut und Hänne sagen nach Bologna Fahren.Liebe SBB hört auf.Es klappt nicht mal Mailand cel Zurigo HB.Zuerst da Stabilität dann von mir aus Bologna...

  • Kunden am 08.08.2019 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jaja

    Heute wider ein ICN Defekt warum.Meyer Redet schön immer.

    • OC am 08.08.2019 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kunden

      Ist doch toll über die Wiese zu laufen. Apropos heute hat glaube ich fast kein Bombi sein Ziel erreicht und alles wird weiterhin schöngeredet! Betrug am Kunden, Meyer hängt derweil im bella Ticino ab und trägt sein tränendurchtrieftes Gesicht zur Schau. Ich verachte diesen Menschen!

    • No Name Main am 08.08.2019 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kunden

      Heute und gestern war die Ausfallquote in etwa 75% momol Herr Meyer wir sond auf Kurs!

    einklappen einklappen
  • Victor Meier am 08.08.2019 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Probleme mit Bombardier

    Die SBB soll doch weiter bei Bombardier einkaufen und die Passagiere weiter ärgern mit der Qualität anstelle beim einheimischen Stadler einkaufen kostet etwas mehr aber die Qualität ist bei weitem viel besser und das lohnt sich für ein Vorzeigeunternehmen wie die SBB

  • Seppätoni am 08.08.2019 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das war's

    Denke jetzt hat die SBB genug Rücksicht auf den Lieferpartner, das Produkt und den Service genommen. Das reicht jetzt. Nun sollte eine härtere Gangart mit massiven Kosten-Rückforderungen und ggf auch eine Rückabwicklung ins Auge gefasst werden. Man sollte schon mal bei StadlerRail sondieren inwieweit temporär mit vorhandenen Produkten und mittelfristig mit neuen Ersatz möglich ist

  • Marcel am 08.08.2019 15:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reine Abzoke

    Aber permanent die Tickets erhöhen da schtimt das Preis leistungs Verhältnis auch nicht