Leistungssenkung

24. November 2015 13:21; Akt: 24.11.2015 15:18 Print

Pensionskassen zahlen erstmals tiefere Renten

Die Pensionskassen der grossen Unternehmen senken die Leistungen. Eine Studie zeigt auf, was sich für die Versicherten verändert hat.

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Weniger Geld für Rentner: Eine ältere Frau bezieht Geld von einem Geldautomaten in Zürich. (Bild: Keystone)

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Die Pensionskassen der grossen Unternehmen senken erstmals die Altersrenten. Die durchschnittlichen Altersleistungen sind in den letzten zwei Jahren um drei Prozent gesunken. Dies zeigt eine Studie des Beratungsunternehmens Tower Watson.

In den Jahren davor blieben die Renten noch konstant. Die Studienautoren sprechen in der Mitteilung von einem «Umdenken»: Tiefere Leistungen aufgrund einer Senkung der Umwandlungssätze würden nun in Kauf genommen und nicht mehr zwingend mittels höherer Beiträge kompensiert.

Und die durchschnittlichen Umwandlungssätze sind in den letzten zwei Jahren deutlich gesunken. Das bedeutet, dass Versicherte mehr einzahlen müssen, um auf die gleiche Rente zu kommen wie früher.

Umwandlungssatz sinkt

2015 liegt der durchschnittliche Umwandlungssatz bei den Pensionskassen der untersuchten Unternehmen bei 6,05 Prozent. Wer also 100'000 Franken auf dem Vorsorgekonto hat, bekommt bei einer Pensionierung im Alter von 65 durchschnittlich 6050 Franken pro Jahr. Bei der letzten Auswertung von Tower Watson im Jahr 2013 lag der durchschnittliche Umwandlungssatz noch bei 6,32 Prozent.

Beim obligatorischen Altersguthaben dürfen die Pensionskassen den Umwandlungssatz nicht senken. Dort ist er gesetzlich bei 6,8 Prozent festgeschrieben. 2010 lehnte das Volk die von der Linken unter dem Stichwort «Rentenklau» bekämpfte Senkung ab. Die «Altersvorsorge 2020» von Bundesrat Alain Berset sieht nun neben anderen Massnahmen erneut eine Senkung des Umwandlungssatzes vor.

Dass der durchschnittliche Umwandlungssatz trotz dem geltenden gesetzlichen Mindestsatz sinkt, liegt an den freiwilligen Leistungen. Bei diesem sogenannten Überobligatorium ist der Umwandlungssatz bei vielen Unternehmen deutlich tiefer.

Tiefe Renditen, langes Leben

Dass die Pensionskassen die Leistungen senken, liegt unter anderem an den tieferen Anlagerenditen und der steigenden Lebenserwartung. Tower Watson hat für seine Studie alle 30 im Swiss Leader Index (SLI) zusammengefassten Unternehmen befragt. Es handelt sich dabei in etwa um die 30 grössten börsenkotierten Unternehmen der Schweiz. 27 der 30 befragten Konzerne haben an der Umfrage teilgenommen.

Die Studie zeigt nicht nur, dass die Altersleistungen insgesamt sinken, sondern auch, dass sie je nach Arbeitgeber sehr unterschiedlich ausfallen. Die Autoren schreiben deshalb, dass bei der Wahl des Arbeitgebers auch die Vorsorgeleistungen beachtet werden sollten.

Sie untermauern dies anhand eines Beispiels: Die Rentenleistung eines heute 25-Jährigen würden bei der Firma mit dem besten Vorsorgeplan rund 2,2-mal höher ausfallen als das gesetzlich vorgeschriebene Minimum. Bei jenem Unternehmen mit dem schlechtesten Vorsorgeplan erhalte er nur etwa 1,3-mal mehr als vorgeschrieben.

(woz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ron Taylor am 24.11.2015 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    AHV und Renten reichen kaum

    Die Renten sinken dauernd, die Abgaben und Lebenskosten steigen. In 20Jahren kann dies nicht mehr aufgehen, mit AHV und Rente wird man knapp noch über die Runden kommen. Wir haben doch so viele junge Leute die Wirtschaft studieren, was machen die den ganzen Tag?

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  • Mitch am 24.11.2015 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Och ja

    dann hören wir jetzt schon auf zu arbeiten, im Rentenalter gibts ja sowiso kein Geld mehr

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  • wurks am 24.11.2015 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Es wird uns ohnehin genug abgezwackt!

    Hoffentlich stimmt das Volk NEIN bei der Abstimmung zur Rentenreform 2020! Es wird uns auch so noch genug abgezwackt!

Die neusten Leser-Kommentare

  • eva am 04.12.2015 00:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lösung für Jung und Alt Grundeinkommen für Alle

    Zeit und kein Geld ,zu wenig Geld , ist für jung und Alt Ein Dilemma ,ich plädire für ein Grundeinkommen für Alle , weg mit aller Bürokratie viele Ämter Unf viele Demütigungen vielen weg

  • Evi am 04.12.2015 00:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Älter werden ein Segen ??? Oder was

    Günstigen Wohnraum sofort bereitstellen , Medis zu vernünftigen Preisen , so dass man über die Runden kommt , wenn Ahv und Renten immer weniger werden , hat man zwar Zeit aber kein Geld fürs Restaurant .

  • Alex Vorburger am 25.11.2015 14:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An Pensionen sparen: unnötig

    USA: 10% der Reichsten tragen 35% MEHR zum Steueraufkommen bei, in der Schweiz rund 10% WENIGER. Schweiz: 10% der Reichsten erhalten 25,5% des Gesamteinkommens, ihr Steueranteil: 20,9%; in den USA: 45,1% (NZZ-Artikel "Wie viel die Reichen zahlen", Nov. 2011). 2015 besitzen laut Crédit Suisse 10% der Steuerpflichtigen 71% des privaten Vermögens. Die FIFA zahlte im 2006 bei 303 Mio Franken Gewinn 1,06 Mio Franken Steuern (= 0,3% ). Wer im Kanton Zürich 90'000 Fr. verdient, zahlt 11% (= 33mal mehr) Steuern. Das sind "Verschiedene Kässeli"? War das bei der UBS-Rettung ein Problem?

  • Nico Meier am 25.11.2015 07:55 Report Diesen Beitrag melden

    keine andere Wahl

    Natürlich möchte niemand eine tiefere Rente erhalten aber durch die tiefen Zinsen und die steigende Lebenserwartung sehe ich zurzeit keine andere Lösung als eine Senkung des Umwandlungssatzes. Der Mindestzinssatz wurde ja bereits von 1.75% auf 1.25% gesenkt. Pensionskassen müssen ihr Geld relativ sicher anlegen aber gerade diese Anlagen zum Beispiel eine Bundesanleihe über 10 Jahre bringt noch eine Jahresrendite von lausigen 0.1% Zins!

  • PK-Lesa am 24.11.2015 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    200.- pro Rentner pro Jahr bezahlen wir! Wegen zu

    Heute wird jeder Rentner mit rund 200.-/Jahr querfinanziert. Sprich alle, die noch nicht 64/65 sind bezahlen diese Altersrente mit! Ihr wollt dies weiterhin tun bis zum Jahr, in dem ihr selber pensioniert werdet, nur damit es keine Rentenkürzungen gibt? Wer Nein sagt zu tieferen Renten, muss Ja sagen zu höheren Beiträgen oder längerem Einzahlen! Sonst gehts schlichtweg nicht auf! Deshalb: JA zur Altersvorsorge 2020. Sonst finanzieren wir jeden Rentner bald mit 400.- pro Jahr quer.

    • Nico Meier am 25.11.2015 08:18 Report Diesen Beitrag melden

      leider richtig

      PK-Lesa Sie haben leider recht, daher sehe auch ich keine andere Möglichkeit als den Umwandlungssatz zu senken. Durch die extrem tiefen Zinsen zurzeit ist es nicht möglich genug Zins zu erwirtschaften, daher müssen die noch nicht pensionierten die Rentner quersubventionieren und das ist in der PL nicht vorgesehen und ist auch nicht fair!

    • hombre am 25.11.2015 12:56 Report Diesen Beitrag melden

      Und dann?

      Und was ist dann die Lösung? sollen dann alle Ergänzungsleistung beziehen? Wenn man schon kürzt, dann muss aber anderswo aufgefangen werden... sonst bringt es gar nichts.

    • Nico Meier am 25.11.2015 13:07 Report Diesen Beitrag melden

      Beiträge erhöhen

      Entweder muss die Rente gekürzt werden oder man muss due PK Beiträge erhöhen um eine gleich hohe Rente bei tieferem Umwandlungssatz zu erhalten. Eine andere Lösung sehe ich leider nicht!

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