Soziale Medien

09. Oktober 2014 17:46; Akt: 05.05.2015 15:34 Print

Per Facebook-Inserat Escort-Girls gesucht

Junge Schweizer Frauen sind empört. Auf ihren Facebook-Seiten wurde ein Inserat eingespielt, das sie aufforderte, sich zu prostituieren.

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Johanna traute ihren Augen nicht, als sie am Mittwochmorgen durch ihre Facebook-Seite scrollte. Zwischen den Posts von ihren Freunden stach ihr eine leuchtend rote Werbung ins Auge. «Du magst Luxus, siehst gut aus, brauchst Cash, aber willst nicht viel dafür tun?», stand dort. Darunter war ein Schuh von Jimmy Choo abgebildet und das Stichwort Studentenjob. Johanna fand die Anzeige dubios.

Dennoch klickte sie drauf und landete überraschenderweise auf einer Internetseite mit einem Video, in dem eine junge Frau die Arbeit als Escort-Girl anpries. Danach fordert sie die anderen Frauen auf, sich ebenfalls zu prostituieren. «Das ist voll krass, ich fühle mich angegriffen und beleidigt», sagt Johanna. Die junge Studentin ist nicht die einzige, der Facebook das Inserat einspielte. Mehrere weitere junge Frauen meldeten sich empört bei 20 Minuten.

Prostitution von Studentinnen nimmt offenbar zu

Für Marija Jozic, Fachmitarbeiterin bei der St. Galler Beratungsstelle für Frauen im Sexgewerbe, ist diese Masche neu. «Von gezielten Inseraten bei jungen Frauen in sozialen Netzwerken haben wir noch nie gehört.» Dass über das Internet nach neuen Mitarbeitenden gesucht werde, sei hingegen normal. Das Video zeichnet laut Jozic zudem ein einseitiges Bild der Sexarbeit.

Dass solche Inserate geschaltet werden, beweist gemäss Maritza Le Breton, Professorin für Soziale Arbeit an der Fachhochschule Nordwestschweiz, dass die Werber damit bei Studentinnen zum Teil Erfolg hätten. «Es gibt klare Hinweise, dass Prostitution in diesem Bereich auch in der Schweiz zunimmt.» Studieren sei teuer.

Facebook nimmt zum Einzelfall keine Stellung

Laut Social-Media-Experte Simon Künzler von der Agentur Xeit zeigt dieses Inserat, wie gezielt man über Facebook seine Wunschklientel finden könne. «Leider in diesem Fall auch für wenig seriöse Angebote.» Der geübte User durchschaue die Anzeige aber schnell und falle in der Regel nicht darauf herein.

Bei Facebook will man zum konkreten Fall keine Stellung beziehen. Grundsätzlich habe die Sicherheit der Menschen auf Facebook für das Unternehmen die höchste Priorität. «Inhalte, die gegen die Richtlinien verstossen, werden umgehend gelöscht», so ein Sprecher. Darum könnten Nutzer jegliche Inhalte, die gegen die Richtlinien verstossen, melden.

(ann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tito A. am 10.10.2014 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Personalisierte Werbung

    Unglaublich das sich Frauen darüber aufregen können - ja sogar "angegriffen und beleidigt" fühlen! Jeder Mann kennt die endlosen Blaue Pillen oder Gliedvergrösserungs E-Mails und kein Hahn schreit danach. Ihr wollt alles auf FB preisgeben, dann lebt auch mit den Konsequenzen.

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  • Monja am 10.10.2014 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Ach du meine Güte!!

    Nur weils das Angebot gibt, heisst es ja noch lange nicht, dass man gleich mitmachen muss... wo kämen wir denn hin wen dem so wäre? Ausserdem wird auf FB weitaus schlimmeres von Freunden gepostet als das! Die Werbungen lassen sich schliesslich auch ausblenden. Und ausserdem ist es ja nicht so, dass man gleich weiss worum es geht, wenn man nicht gleich so naiv ist und auf eine Werbung wie diese reinfällt und rumstochern geht worum es sich handelt. Alles im grünen Bereich, Mädels!

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  • Minijack am 10.10.2014 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    bitte nicht jammern

    da gibt es immer noch leute, die finden personalisierte werbung ja sooo toll...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter (kinsky) Kälin am 11.10.2014 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    na und.....?

    wo liegt das Problem oder wird jemand gezwungen mitzumachen,Hauptsache man kann was in die Medien bringen,die aber kein deut besser sind !

  • Jean am 10.10.2014 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    Schade, die Menschen sind so abgestumpft

    Ich bin sehr traurig über die verachtende Kommentare die hier gepostet werden. Die meisten Prostituierten machen diesen Job nicht aus Freude. Man stelle sich vor die eigene Frau/Tochter/Mutter müsste diesen Job ausüben...um die Familie zu ernähren. Die wenigen, die den Job aus reiner Freude machen sollen dies tun. Der grösste Teil handelt aus purer Not/Zwang.

    • lukas am 10.10.2014 23:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      nicht ganz

      es gibt viel andere jobs die meisten wollen nicht mal wc putzen, und wollen schnelles geld das ist ihre eintscheidung

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  • Tinu am 10.10.2014 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Studi Girls im Puff

    ich gehe fast nur noch zu CH-Studentinnen ins Puff. Die sind aufgeschlossen, machen den Job echt freiwillig und das Thema Menschenhandel ist vom Tisch. Zudem kann man sich mit denen vor und nachher auch noch anständig unterhalten. Zudem sind die jenigen die ich kenne echt gut im Bett.

  • Emil Haas am 10.10.2014 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ignorieren

    Wieso fühlt sich die junge Frau angegriffen und beleidigt? Sie wird ja nicht direkt angesprochen und die Werbung ist nicht im Briefkasten oder im E-Mail gelandet. Betreiber einer solchen Plattform dürfen werben wann und für was er sie wollen, davon leben sie. Die Frau soll doch Werbung einfach ignorieren. Ich mache das mit praktisch jeder Werbung und fühle mich auch nicht beleidigt wenn ich z.B. Werbung für Viagra oder gegen Haarausfall sehe.

  • Daniel R. am 10.10.2014 15:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin mit meiner escort Agentur auch auf fb vertreten. nur mit liken und ohne Werbung zu Posten, wurde ich angefragt wegen Jobs und Dienstleistungen.