Petition

23. August 2018 20:28; Akt: 23.08.2018 20:28 Print

Naturfreunde wollen Insektensterben stoppen

In einer Petition fordern die Naturfreunde Schweiz den Bundesrat auf, die Ursachen des Insektensterbens zu ergründen. Auch die Bevölkerung soll wachgerüttelt werden.

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In den letzten 30 Jahren ist wahrscheinlich mehr als die Hälfte aller Insekten verschwunden. Die Naturfreunde Schweiz lancieren nun zusammen mit der Organisation Dark-Sky Switzerland, dem Schweizer Bauernverband SBV und apisuisse die Petition «Insektensterben aufklären». Bundesrat und Parlament werden darin aufgefordert, Gründe und Ausmass des Insektensterbens wissenschaftlich zu untersuchen und die finanziellen Mittel dafür zur Verfügung zu stellen. Bild: Eine Blauflügel-Prachtlibelle. Heute kreisen weniger Insekten um die Strassenlampen als auch schon. Die Windschutzscheibe bleibt auch nach langen Fahrten frei. Was kümmerts uns also, wenn weniger Mücken und Käfer durch die Lüfte schwirren? Das Sterben der Insekten gefährde auch unsere eigene Grundlage, warnt Urs Wüthrich, Präsident Naturfreunde Schweiz: «Alle Insekten sind Bestäuber von Pflanzen, und ohne Pflanzen haben Mensch und Tier keine Nahrung.» Einer der wenigen Sympathieträger in der Insektenwelt: Ein Marienkäfer auf einer Sonnenblume. Erhebungen in mehreren europäischen Ländern, von Grossbritannien bis Ungarn, haben einen Rückgang der Artenvielfalt und der Anzahl Insekten festgestellt: Ein Schmetterling auf einer Blume. Allerdings fehlen historische Vergleichsdaten weitgehend: Eine Försterin zeigt männliche Nonnen-Falter aus einer Insektenfalle, mit denen auch Zahlen erhoben werden. «Es braucht unbedingt mehr Fakten und Erkenntnisse – auch als Grundlage für politische Entscheidungen», so Wüthrich.

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Es brummt und summt heute viel weniger als früher: Forschungsergebnisse aus Deutschland zeigen, dass in den letzten 30 Jahren mehr als die Hälfte aller Insekten verschwunden sind. Wie stark die Schweiz betroffen ist und welche Ursachen mitwirken, weiss man heute noch nicht genau.

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Diese Wissenslücke wollen die Naturfreunde Schweiz nun schliessen: Zusammen mit der Organisation Dark-Sky Switzerland, dem Schweizer Bauernverband SBV und apisuisse lancieren sie am 4. September die Petition «Insektensterben aufklären».

Ursachen und Ausmass aufzeigen

Bundesrat und Parlament werden darin aufgefordert, Gründe und Ausmass des Insektensterbens wissenschaftlich untersuchen zu lassen und die finanziellen Mittel dafür zur Verfügung zu stellen. «Es geht uns auch darum, die Bevölkerung für ein Problem zu sensibilisieren, das kaum sichtbar ist», sagt Urs Wüthrich, Präsident Naturfreunde Schweiz.

Einige Gründe für das Insektensterben lägen indes auf der Hand. Da wäre etwa die Lichtverschmutzung: «Für viele Insekten ist es ein Problem, dass wir die Nacht zum Tag machen», sagt Wüthrich. Es störe ihren Lebensrhythmus, die Flugbahnen, die Nahrungsbeschaffung.

Auch unsere Lebensgrundlage ist in Gefahr

Auch die intensivere Landwirtschaft macht vielen Insekten den Garaus. Im Fokus stehen insbesondere Monokulturen und der Einsatz von gewissen Pflanzenschutzmitteln. «Hier braucht es unbedingt mehr Fakten und Erkenntnisse – auch als Grundlage für politische Entscheidungen», so Wüthrich.

Doch was muss es uns Menschen kümmern, wenn weniger Mücken und Käfer durch die Lüfte schwirren? Das Sterben der Insekten gefährde auch unsere eigene Grundlage, warnt Wüthrich: «Alle Insekten sind Bestäuber von Pflanzen, und ohne Pflanzen haben Mensch und Tier keine Nahrung.» Vögel, Frösche, Fische und viele andere Tiere würden sich von Insekten ernähren. «Ohne Insekten sind auch sie bald verschwunden.»

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Detektiv gesucht am 23.08.2018 20:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn unsere Insekten sterben...

    ...dann sterben wir mit ihnen. Die Kleinen sind viel wichtiger für ein gesundes Ökosystem als die Grossen. Hoffentlich wird das Rätsel bald gelöst. Aber wenn der Pestizid-Bundesrat das überhehmen soll, sind wir schon verloren...

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  • Sonnenschein am 23.08.2018 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mutter Natur

    Die Welt ist auf direktem Weg zum Untergang - Ich hoffe der Tag kommt, dass es dem Mensch endlich bewusst wird. Der Mensch hat vergessen, dass er auch zur Natur gehört und Besucher des blauen Planeten sein dürfen. Der ganze Rythmus ist nun leider zerstört und man kann es nicht bremsen solange die Gier das Grösste ist

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  • Bürger am 23.08.2018 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    an alle diejenigen in der Welt, die sich um unseren Planet sorgen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Respect Insekt!!!!! am 25.08.2018 00:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nati

    Es wird immer alles zu Tode diskutiert in der Politik. Von Artensterben bis über den Plastik in den Weltmeeren. Man sollte handeln und zwar jetzt statt immer nur davon zu reden!!!!

  • Kalifee am 24.08.2018 21:17 Report Diesen Beitrag melden

    Die Ursachen ergründen?

    -> die Ursache nennt man Mensch!

  • Gossi am 24.08.2018 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir graut

    Mein Gott solche Sorgen hatten wir vor 70 Jahren noch nicht. Da wurde gerechnet ob es am Sonntag für ein Poulet reicht und meine Eltern waren nicht arm. Dafür hatten wir eine intakte Natur und dann ist der Wohlstand ausgebrochen darum sieht es heute so aus. Meine Grosskinder haben wenigstens noch ein bißchen Natur. Wie sieht es aber mit der nächsten Generation aus. Ich erlebe es Gott sei Dank nicht mehr. Rettet was es noch zu Retten gibt.

  • Sep Wanner am 24.08.2018 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ursache: Bundesrat

    denn der Bundesrat will ja nicht verbieten dass Gift gesprüht wird. Dabei ist es ganz logisch und klar dass so etwas nicht ohne Wirkung bleibt für Insekten, direkt oder indirekt. Der Monokultur Wahnsinn ist der zweite Grund für den Rückgang.

  • roli am 24.08.2018 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    Ursachen erforschen?

    Ich denke da muss nicht gross geforscht werden. Pestizide und Einfuhr von verseuchten Bienen Kolonien dürften das Hauptproblem sein.