Leitfaden

20. August 2017 22:24; Akt: 21.08.2017 01:14 Print

Piktogramme erklären das Verhalten im Terror-Fall

Fliehen – Verstecken – Alarmieren, das sind die Regeln für das Verhalten im Fall eines Terroranschlags. Nun empfiehlt der Bund einen Zürcher Leitfaden zum Thema weiter.

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Wie soll sich die Bevölkerung bei einem Terrorakt verhalten? Mit dieser Frage befasst sich das Bundesamt für Polizei (Fedpol). Einen entsprechenden Leitfaden hat das Stadtzürcher Schuldepartement bereits erarbeitet, wie die SonntagsZeitung gestern berichtete. Die darin enthaltenen Piktogramme hat das Fedpol nun den Kantonen zur Weiterverwendung empfohlen.

Der Leitfaden, der 20 Minuten vorliegt, wurde vor gut einem Jahr an den Stadtzürcher Schulen eingeführt und ist bisher nicht öffentlich zugänglich. Im vierseitigen Dokument zeigen insgesamt elf Zeichnungen mit Kurztexten, wie man sich während eines Terroranschlags verhalten soll. In den Piktogrammen sind einfache Strichmännchen zu sehen. Mit den Farben grün und rot werden korrektes beziehungsweise falsches Verhalten signalisiert.

Über soziale Netzwerke verbreiten

Die Hauptbotschaft des Dokuments lautet: «Fliehen – Verstecken – Alarmieren». Die Piktogramme gehen über diese Grundregel hinaus und lehren beispielsweise, dass Fliehende nicht direkt auf die Polizei zurennen sollen, weil die Ordnungshüter Angreifer und Opfer nicht immer eindeutig identifizieren können.

Das Fedpol empfiehlt den Kantonen die Piktogramme insbesondere für Prävention oder zur Verbreitung über soziale Netzwerke in akuten Situationen. «Der Leitfaden ist visuell klar, die Symbole sind selbsterklärend», hebt Cathy Maret vom Fedpol die Vorteile hervor. Wie die Symbole eingesetzt werden, überlässt das Fedpol den Kantonen. Eine Anti-Terror-Kampagne habe das Fedpol derzeit nicht in Planung.

Mit Piktogrammen Verantwortliche schulen

Neben dem Fedpol haben auch Gemeinden Interesse an den Piktogrammen. «In einigen Schulen wird der Leitfaden auf das neue Schuljahr eingeführt», sagt Urheber Daniele Lenzo. Er ist Leiter der Stadtzürcher Fachstelle für Gewaltprävention, die zum Schuldepartement gehört, und hat den Leitfaden in Zusammenarbeit mit Stadtpolizei und externen Fachstellen wie dem Schweizer Zentrum für Gewaltfragen ausgearbeitet.

Das Dokument stelle er gern anderen Stellen zur Verfügung. Eine mögliche Verwendung sieht Lenzo besonders im Bereich der Schulung von Personen mit Verantwortung oder in Notfallordnern. «Ebenfalls spricht nichts dagegen, vielleicht einmal in einem Festivalführer die Symbole abzudrucken», sagt er.

Komplizierte französische Vorlage überarbeitet

Nicht sinnvoll sei es, die Piktogramme den Kindern mit nach Hause zu geben. «Das kann nicht nur zu Nachahmungen führen, sondern schürt unnötig Angst», so Lenzo. Bedeutend sei, dass die Kinder die Hauptbotschaft Fliehen – Verstecken – Alarmieren kennen.

Als Vorlage für den Leitfaden diente ein Informationsschild der französischen Regierung. Zwölf Zeichnungen geben Anweisungen zum korrekten Verhalten bei Terroranschlägen. «Das Schild sah zu kompliziert aus. Ich wollte die Symbole für die Schule kompatibel machen», so Lenzo. Wie die Rückmeldungen der Schulen zeigen, sei das gelungen.

Lehrpersonen schätzen Leitfaden

Der Zürcher Leitfaden und die dazugehörende Schulung ist auf Nachfrage verunsicherter Lehrer entstanden. «Viele Lehrpersonen sind froh um solche Leitfäden, damit sie in Ernstfällen angemessen reagieren können», sagt Beat Zemp, Präsident vom Lehrerdachverband. Bereits vor zehn Jahren habe der Dachverband deshalb reagiert und einen Krisenkompass herausgegeben, der eine Anleitung für die Bewältigung von Krisen aller Art gibt.

(tam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Narkus am 20.08.2017 22:32 Report Diesen Beitrag melden

    Schöne neue Schweiz

    Schön haben wirs in der Schweiz. Wir müssen Schülern erklären, wie sie sich bei einem Terrorangriff zu verhalten haben. Wir müssen einen Weihnachtsmarkit mit Betonpfeilern und bewaffneten Polizisten schützen, wir müssen an einer Streetparade Polizeifahrzeuge auffahren, die mehr an Panzer erinnern. Wer aber einen Zusammenhang mit der Religion des Friedens sieht, ist ein Rassist und hetzer.

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  • Beltran Leyva am 20.08.2017 22:31 Report Diesen Beitrag melden

    Resigniert...

    man hat sich mit der neuen "Realität" bereits abgefunden...Bin ich der einzige der das nicht hinnimmt?

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  • Peter am 20.08.2017 22:50 Report Diesen Beitrag melden

    Schon traurig

    Ich bin in den 80er und 90er aufgewachsen und dankbar, dass ich das noch erleben durfte. Die Jungen Leute tun mir leid, Europa ist ein Abfallhaufen geworden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • gross mutter am 21.08.2017 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    na bravo

    da sind wir ja weit gekommen. anstatt zu verhindern...(übrigens ist jeder fall anders)

  • jane77 am 21.08.2017 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht sicher

    traurig aber wichtig. ich könnte mir solche Hinweise bei Plätzen wie zb den Bundeshausplatz,Schwanenplatz, Sechseläutenplatz uvm vorstellen da es genau solche Orte sind welche belebt sind und es auch Verkehr hat. nur weil es bei uns noch keinen Anschlag gab heisst es nicht das wir safe sind

  • Beobachtung am 21.08.2017 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Leute werden an den eigenen Leuten

    scheitern, weil sie sich von diesen unmenschlichen Zwängen befreien wollen, sobald sie den Häschern entronnen sind. Ihre Kinder und Kindeskinder werden es nicht mitmachen. Da hilft auch kein Terrorismus dagegen.

  • Sandrine am 21.08.2017 06:45 Report Diesen Beitrag melden

    Einhorn

    Ich vertraue auf das Einhorn. Es wird uns alle retten. Also, keine Angst Bünzlis.

  • Lukas am 21.08.2017 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einmal in frieden Leben ohne Scharf

    Der prozentuale Ansatz wie viele Muslime die in unser Land gekommen sind Terroranschläge verübt haben beträgt 0.000%. Vielleicht einfach versuchen weiterhin mit unseren Nachbarn und dem Kebabverkäufer in Frieden zu leben? Meine Güte....

    • ale c. am 21.08.2017 06:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lukas

      Stimmt. Und trotzdem sind Leute, welche sich nicht integrieren oder assimilieren wollen konsequent auszuschaffen. Der Kebabverkäufer, welche sich an unsere Regeln und Gesetze hält, darf gerne bleiben, wie jeder anständige Mensch.

    • Beobachtung am 21.08.2017 07:13 Report Diesen Beitrag melden

      Gewisse Leute leben nicht in Frieden

      mit Ihnen. Haben Sie das tatsächlich noch immer nicht gemerkt?

    • BärnerBär am 21.08.2017 07:15 Report Diesen Beitrag melden

      Wahrheit sieht anders aus

      Der Anteil an Muslimen, welche in den Verganenen Jahren Terroranschläge verübt hat beträgt über 90%. In der Schweiz wurden schon Terroranschläge vorbereitet. Die Terroristen von Barcelona waren vor 10 Monaten noch in der Schweiz! Ein Wunder, dass hier nichts passiert ist.

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