Erste Kampfpilotin

27. Dezember 2017 11:04; Akt: 27.12.2017 11:04 Print

«Das ist endlich mal echte Emanzipation!»

Dass bald erstmals eine Frau am Steuerknüppel eines Schweizer Kampfjets sitzt, sorgt für Emotionen. Fanny Chollet wird mit Gratulationen überschüttet.

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Als erste Schweizerin hat die 26-jährige Fanny «Shotty» Chollet die Fliegerschule bestanden. Hier ist sie mit ihren frisch brevetierten Kameraden David Zuber und Jean-Charles Linsi abgebildet. Von den ursprünglichen 700 Bewerbern haben nur insgesamt acht den endgültigen Sprung in die Auswahl der Luftwaffe geschafft: Eine Jetpilotin, zwei Jetpiloten und fünf Helikopterpiloten. Die 26-jährige Chollet wusste schon mit 17, dass sie Militärpilotin werden will: «Einmal entschieden, war für mich klar: Das soll mein Job werden, dafür werde ich alles tun.» Während ihrer Ausbildung habe sie nie den Eindruck erhalten, sie werde aufgrund ihres Geschlechts anders behandelt. «Es war für alle normal», sagt Chollet. Ihr Kollege David Zuber bestätigt die Aussage: «Sie hat dieselben Kurse unter denselben Bedingungen absolviert wie wir.» «Die Brevetierung von Frau Chollet ist für uns sehr erfreulich, aber eigentlich eine absehbare Entwicklung», sagt Daniel Reist, Chef Kommunikation beim Armeestab Verteidigung. So hätten in den letzten Jahren immer mehr Frauen Interesse an einer Ausbildung in der Luftwaffe gezeigt. Chollet würde jedem jungen Interessierten – und besonders auch jeder Frau – empfehlen, den Schritt in die dritte Dimension zu wagen. «Militärpilot zu sein ist eine Leidenschaft.» Auch Stefan Holenstein, Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft, würde es begrüssen, wenn mehr Frauen die Ausbildung zur Militärpilotin in Betracht ziehen würden. «Es spricht nämlich gar nichts dagegen, dass Frauen mindestens ebenso gute Kampfjetpilotinnen sind wie die Männer.»

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Ihr Weihnachtsgeschenk erhielt Fanny Chollet schon am 15. Dezember. An diesem Tag bestand die Waadtländerin die Ausbildung zur Militärpilotin – als erste Frau in der Geschichte der Schweizer Luftwaffe. Nach einer einjährigen Ausbildung auf dem F/A-18-Kampfjet wird die 26-Jährige als Kampfjetpilotin am Steuerknüppel eines F/A-18-Kampfjets zugelassen.

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Der Artikel über Chollets Brevet wurde tausendfach geteilt und löste in den Kommentarspalten und in den sozialen Netzwerken eine Welle der Freude aus. Zahlreiche Leser gratulieren der frisch brevetierten Militärpilotin und bejubeln ihren Erfolg. «Herzliche Gratulation, Frau Chollet! Als ehemaliger F/A-18-Mechaniker kenne ich die Anforderungen, welche an einen/eine Kampfjetpiloten/in gestellt werden», lobt Hene.

«Frauen können dies ebenso»

Der grösste Teil der Reaktionen dreht sich um die Emanzipation der Frau. «Gratuliere, Frauen können dies ebenso», schreibt Desmodus. Chamal Nandoz: «Super Sache! Das ist echte Gleichberechtigung und eine Errungenschaft der Zeit.»

Ein anderer Kommentator zieht vor ihr den Hut, weil sie der Welt bewiesen habe, dass «Mädchen nicht nur von exotischen, bisher männerdominierten Berufen träumen dürfen, sondern diese auch prima realisieren können». Und Karin spornt an: «Weiter so Mädels. Was die Männer können, können wir auch und noch viel mehr dazu!»

Gleiche Chancen nach zehn Jahren

Viele Leser sehen Chollet als Symbol für den Fortschritt. «Das ist endlich mal echte Emanzipation!», freut sich ein männlicher Leser, der offenbar beeindruckt ist.

Einige Leser spotten aber auch über die Armee. Einer mit dem Namen Legionär kommentiert zynisch: «Freut mich zu sehen, dass auch in der Luftwaffe das 21. Jahrhundert angekommen ist.» Rita merkt an, dass für Frauen nun endlich möglich sei, was ihnen vor 20 Jahren leider verwehrt gewesen sei. Einstecken müssen auch Feministinnen. Fraz stichelt: «Eine Frau, die ausgerechnet in der Armee Karriere macht und dazu noch zwischen lauter Männern ...., was sagen denn dazu die linken Feministinnen?»

Laut Daniel Reist, Chef Kommunikation beim Armeestab Verteidigung, haben Frauen in der Armee seit ungefähr zehn Jahren dieselben Karrierechancen wie Männer. Die Armee habe keine Feedbacks zum Medienecho auf die Brevetierung Chollets. Die Reaktionen kommentiert die Armee nicht. Reist wiederholt, dass Chollet aufgrund der strengen Selektionsverfahren im nächsten Jahr keine Medienanfragen beantworte.


(bz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • gonzo am 27.12.2017 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Supper

    Wichtig ist: Die ehrbare Frau gat dies durch ihre Leistung geschafft, gratulation! Es geht eben auch ohne Frauen-Quote, #metoo und dem ganzen Quatsch !

  • Bebbichlo(e)pfer am 27.12.2017 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Gratulation an eine Frau, die sich in einem fairen Messen den Männern gegenüber als ebenbürtig bewiesen und gezeigt hat, dass es überhaupt keine Frauenquoten braucht. Wer wirklich was auf dem Kasten hat, ist auf solche Sachen nicht angewiesen.

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  • Persusson am 27.12.2017 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Normalität.

    Ich halte es für normal, nich für "echte Emanzipation". Wie geschrieben, können Frauen es schon länger. Ich glaube, dass es erst jetzt soweit ist, weil Frauen weniger an solchen Berufen interessiert sind und nicht weil sie nicht gelassen wurden. Unterschiedliche Interessen zwischen den Geschlechtern sind nunmal gegeben. In einer Männerdomäne muss eine Frau (und umgekehrt) nicht gegen Männer ankommen, wenn sie den Beruf will, das ist der falsche Gedanke. Sie muss ihr Bestes geben und besser sein als die anderen, die ihre Interessen teilen. Weniger sehen, was trennt, und mehr, was eint.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andreas O am 27.12.2017 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frauen können was Männer können

    Eigentlich müsste man nicht so eine grosse Sache daraus machen. Ich bin zwar alles andere als ein Feminismusbefürworter. Aber es ist doch eigentlich klar, dass Frauen beruflich alles können was wir Männer können.

  • gogg am 27.12.2017 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Emanzipation? Nein.

    Wenn sies drauf hat, hat sies drauf. Ende der Geschichte. Ich gönns ihr. Aber das Emanzenzeug ist fehl am Platz. Frauen konnten schon lange Pilotinnen werden. Aber die Voraussetzungen sind halt bei allen gleich.

  • Porky dö Bern am 27.12.2017 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll gemacht

    ..ich denke nebst ihren hohen Fähigkeiten hat auch das hübsche Aüssere geholfen...denn es sind Männer, die in der Armee selektieren..und die Entscheide fällen...ich rede aus Erfahrung...:)

    • Nick am 27.12.2017 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Porky dö Bern

      Für diesen Job in der Armee: Niemals!

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  • Fliegen als Traum und nicht als Krieg am 27.12.2017 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Missbrauch der Fliegerei

    Also, neidisch bin ich mal nicht.. weil ich Ziviler Linienpilot werden möchte und sicher nicht das nützliche und schöne Fliegen mit Krieg verbinden möchte.. Ich finde es schade, dass Frauen nun plötzlich Kriegsmaschinen cool finden.. Einziges Verständnis habe ich für die Patrouille Suisse, welche Luftpolizeiaufgaben übernehmen soll.

    • Radaroperateur am 27.12.2017 18:31 Report Diesen Beitrag melden

      Luftpolizeidienst= Sicherheit

      Ich glaube dir nicht das du Linienpilot bist. Denn wenn Du wirklich Linien Pilot wärst wüsstest Du was die Patrouille Suisse ist und auch was Luftpolizeidienst ist. Zudem wärst Du als ziviler (gibt nur ziviler und nicht militärischer) Linienpilot grantiert nicht dagegen weil gerade de Kampfflugzeuge mit dem Luftpolizeidienst auch für deine Sicherheit im Luftverkehr sorgen.. Also wenn Du dich schon für etwas ausgiebstwas Du nicht bist solltest Du dich zumindest vorher etwas besser informieren.

    • Zeigefinger am 27.12.2017 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Radaroperateur

      Und bevor du über andere urteilst, solltest du vielleicht genauer lesen was sie geschrieben haben...

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  • Strubeli am 27.12.2017 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ja die Frauen

    Für die Gleichberechtigung rufen immer die Frauen..Ja aber Militär leisten nein und in Rente mit 64... Also gäbe noch mehr zum sagen....Für mich klar nein