Stärkung der Schweiz

04. August 2014 10:38; Akt: 04.08.2014 10:38 Print

Politik als Schulfach für eine bessere Demokratie

Gemäss einer Befragung wünschen sich 80 Prozent der Schweizer mehr politische Bildung an Schulen, um die Schweiz zu stützen. Eine Mehrheit stellt diese gar mit Mathe auf eine Stufe.

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Ein Lehrer unterrichtet an einer Sekundarschuklasse in Horgen. Geht es nach dem Willen der Schweizer Bevölkerung, soll bald auch Politik-Unterricht zum Stundenplan der Sekundarschüler gehören. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Eine Studie des gfs Forschungsinstituts in Bern ist der Frage nachgegangen, «welche Bausteine das Schweizer Politsystem stärken können». Dazu wurden Experten befragt, die 52 mögliche Reformbausteine identifizierten. Darauf durften sich in einer repräsentativen Umfrage 1011 Stimmberechtigten zu den Vorschlägen äussern. Das überraschende Ergebnis: Von allen Befragten am häufigsten wird die politische Bildung an Schulen als wichtigster Baustein genannt.

Umfrage
Sollte Politik als Schulfach unterrichtet werden?
66 %
8 %
26 %
Insgesamt 1126 Teilnehmer

So sind zwei Drittel der Befragten der Meinung, dass zuhause am Familientisch immer seltener über anstehende Volksinitiativen diskutiert werde. Und: Die Befragten finden, dass politische Bildung nicht Sache der Eltern sei, sondern in der Schule stattfinden müsse.

80 Prozent sind der Überzeugung, dass politische Bildung im Unterricht der wichtigste Faktor für eine stabile Demokratie sei. Der Politik-Unterricht wird von einer Mehrheit gar dem Fach Mathematik gleichgestellt.

Dieses Resultat hätte auch Studienautor und Politologe Lukas Golder nicht erwartet. Dennoch kann er es im Interview mit SRF erklären: «Das Überraschende ist im Kern etwas, das zur Schweiz passt. Es geht immer um die Bevölkerung.» Zentral in der Schweiz sei das Milizsystem. Die Leute müssten dafür begeistert werden in der Miliz in den Gemeinden mitzumachen. Deshalb brauche es eine politische Bildungsoffensive in der Schule.

Gefordert seien dadurch die Lehrer, die insbesondere auf Sekundarstufen-Niveau über anstehende Volksinitiativen diskutieren sollten. Der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer ist von den Ergebnissen der Studie begeistert. Gemäss Präsident Beat W. Zemp gebe es schon viele gute Projekte. Es fehle aber an Geld, um diese flächendeckend einzuführen oder umzusetzen. Der Dachverband verbindet damit auch gleich eine Forderung: «Die Kantone dürfen nicht weiter Sparmassnahmen aufgleisen und den Unterricht zusammenkürzen.»

Im Lehrplan 21 habe man diese Idee bereits aufgenommen, sagt Matthias Aebischer (SP, BE), Nationalrat und Präsident der Bildungskommission. Auch aus seiner Sicht müsse man dafür aber genügend Ressourcen bereitstellen. «Man kann nicht immer mehr von den Lehrern fordern und bei den Ressourcen sparen, das geht nicht.»

(ann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jürg Sand am 04.08.2014 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Neueste Kriegslist!

    Dies Sache wird mit Begeisterung vorangetrieben. Warum? Weil die Schule fest in linker Hand ist! Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie man sich diese Diskussionen über Abstimmungen vorstellt und wie sich der Lehrer freut, seine blitzsaubere und einzig richtige Meinung mit pädagogischem Geschick den Kindern ins Hirn zu bringen.

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  • David B. am 04.08.2014 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Unterrichtbar

    Jeder hat eine andere politische Einstellung, daher grenzt das für mich schon fast an Progpaganda wenn mir jemand beibringen soll was "richtig" und "falsch" ist. Das Problem hatte ich damals schon mit einem sehr linken (fast schon linksradikalem) Lehrer der meinte dass nur die grünen recht haben und der die SVP dargestellt hat als währe es die NSDAP...

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  • User am 04.08.2014 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heikel

    Finde ich heikel, denn es ist schwierig einen objektiven Politikunterricht zu gestalten. Die Lehrer werden den Schülern ihre eigene Meinung beibringen und so die Demokratie verfälschen. Besser wäre ein Fach das sich mit aktuellen Krisen und Problemen beschäftigt, um Hintergrundwissen für eine Meinungsbildung zu liefern.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roland Kämpe am 04.08.2014 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    "Das politische System stärken"?

    Hirnwäsche leicht gemacht, oder was? Wir haben schon heute manche Lehrer, welche ihre Schüler über Gebühr beeinflussen wollen. Ich seh's schon kommen: Gute Noten, wenn "die eigene Meinung" der politischen Meinung des Lehrers entspricht, schlechte Noten, wenn der Lehrer anderer Meinung ist. Auch eine Art Meinungs(um)bildung. Ganz blöde Idee.

  • Chris am 04.08.2014 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    schwieriges Thema

    Wenn grundsätzliches Politikverständnis beigebracht werden soll, ohne subjektive Meinungen der Lehrer, okay. Aber dies dürfte sehr schwierig werden, da auch jeder Lehrer eine persönliche Meinung hat. Würde der Lehrer dann seine persönliche politische Meinung den Schülern eintrichtern wollen (gewollt oder ungewollt), wäre dies Propaganda. Sehr schwierig ...

  • OdinX am 04.08.2014 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Politikunterricht

    Politikunterricht ist zwar nützlich, aber wir haben das eigentlich bereits in der Matura und in der Berufsschule, ist also nichts weiteres nötig. Man sollte besser die MINT-Fächer mal endlich fördern, damit wir endlich genug Ingenieure haben. Besonders ein Informatik-Unterricht wird immer notweniger. Warum lernt in Indien jedes Kind programmieren, aber bei uns niemand? Wir sind ein Entwicklungsland, was die Informatik, den grössten Markt von morgen, betrifft.

  • Miranda am 04.08.2014 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaft und Recht

    Wir hatten in der BM Wirtschaft & Recht und ich habe mich echt gewundert, dass das kein normaler Unterrichtsstoff ist. Vorher wurde mir noch nie unser politisches System dargelegt und eigentlich sollte das doch jeder Schweizer kennen. Also ich bin für einen Wirtschaft & Rechtsunterricht für alle. Aber Politikunterricht finde ich daneben, mehr als das politische System sollte nicht gelehrt werden. Denn alles andere wäre Propaganda.

  • tom am 04.08.2014 16:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    demokratie

    welche Politik? wo denn die Wirtschaft zu größten Teil bestimmt wo es langgeht...werdet langsam mal wach!...genauso diese unendlichen debatten der svp, was zum teufel ändert sich? nix! Wozu diese sinnlose Rumgelabere im Tv...eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus