Bundesgesetz verletzt

13. Dezember 2011 11:57; Akt: 13.12.2011 12:55 Print

Politiker wegen Wolfabschuss verurteilt

Jean-René Fournier, der ehemalige Walliser CVP-Regierungsrat, hat eine bedingte Strafe aufgebrummt bekommen. Dies, weil er den Abschuss eines Wolfes genehmigte.

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Jean-René Fournier (rechts) mit seinem Anwalt beim Gang zum Gericht. (Bild: Keystone)

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Das Bezirksgericht Sitten hat den früheren Walliser CVP-Regierungsrat Jean-René Fournier zu einer bedingten Strafe verurteilt. Er hatte als Regierungsrat 2006 den Abschuss eines Wolfes genehmigt und einer Einsprache vorab die aufschiebende Wirkung entzogen.

Die Umweltschutzorganisation WWF hatte verlangt, die aufschiebende Wirkung des Rekurses wieder herzustellen. Weil die Regierung dieser Forderung nicht nachkommen wollte, wandte sich die Organisation an das Kantonsgericht.

Dieses stellte darauf hin fest, dass der Rekurs automatisch eine aufschiebende Wirkung hat - allerdings war der Wolf zu diesem Zeitpunkt schon tot.

Wolfabschuss war illegal

Das Bezirksgericht Sitten sprach am Dienstag Fournier daher der Verletzung des Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel für schuldig. Dies schreibt es in seinem Urteil. Es verurteilte den Ex-Regierungsrat daher zu 60 Stunden gemeinnützige Arbeit. Die Strafe wurde auf Bewährung ausgesetzt.

Der WWF erhofft sich nun von diesem Urteil Signalwirkung, wie er in einer Stellungnahme schreibt. «Der Kanton Wallis hat in seiner Wolfspolitik bisher vor allem auf das Jagdgewehr gesetzt, nur damit lassen sich keine Probleme lösen.» Die Zeit sei reif zum Umdenken.

Ausgestopfter Wolf im Büro

Der Wolf aus dem Chablais hatte im September 2006 rund 30 Schafe gerissen. Fournier liess sich den Wolf nach dem Abschuss am 21. November 2006 ausgestopft ins Büro stellen. Er wolle das «sehr schöne Tier» in seiner Nähe haben, solange die Verfahren um dessen Abschuss andauerten, sagte er damals.

Fournier, der mittlerweile im Ständerat sitzt, reichte 2010 eine Motion zum Abschuss von Wölfen ein, die vom Parlament überwiesen wurde. Der Bundesrat muss sich deshalb gegen seinen Willen für eine Änderung der Berner Konvention einsetzen. Dies soll es der Schweiz erlauben, die Wölfe weniger streng zu schützen als das Abkommen vorsieht.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mv am 13.12.2011 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wolfabschuss

    Wer war wohl zuerst da der wolf oder der walliser... ?

  • Ueli Arm am 13.12.2011 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ich zu Hause mit einem Controller

    ballere, dann bin ich automatisch ein Irrer. Wenn die Jäger zur Knarre greifen und gegen das Gesetz verstossen, dann kommen sie/einer in den Ständerat. Und das was noch illegal abgeschossen wurde, darf ich als Trophäe im Büro haben. Dieser Wolf gehört konfisziert, weil illegal! Kommt das alles nur mir komisch vor?

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  • Mischa S. am 14.12.2011 07:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wird aber auch zeit...

    Endlich werden diese Leute für das was sie getan haben bestraft. Wölfe sind schliesslich auch nur Lebewesen, die überleben wollen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mischa S. am 14.12.2011 07:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wird aber auch zeit...

    Endlich werden diese Leute für das was sie getan haben bestraft. Wölfe sind schliesslich auch nur Lebewesen, die überleben wollen.

    • Ramona am 16.12.2011 18:19 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Ahnung über die Folgen!

      Sind Schafe keine Lebewesen? haben Sie schon einmal ein vom Wolf gerissenes Schaf gesehen? dazu kommt noch, dass der Wolf seine Beute vielfach nicht zutode beisst. Die Tiere müssen zum Teil bis zu 3 Tagen leiden, bis sie qualvoll verenden oder notgeschlachtet werden müssen! Je mehr Wölfe es in der Schweiz gibt, desto grösser werden die Schäden der Landwirte. Wenn sich Rudel bilden, sind bald ganze Grossviehherden in Gefahr. Wenn die Wolfsfreunde das Geld aufbringen, um die Tiere zu beschützen, hätte niemand ein Problem mit dem Wolf!

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  • robin wolf am 13.12.2011 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    moralisch versagt - feudalistisch!

    eine bedingte strafe für ein bewusstes missachten einer zwingenden regelung durch einen amtsträger??? welch ein vorbild! fournier wie auch das gericht haben moralisch brutal versagt. so verspielt man respekt und würde. wenn die justiz versagt, muss die gesellschaftliche taxierung einspringen.

  • Mv am 13.12.2011 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wolfabschuss

    Wer war wohl zuerst da der wolf oder der walliser... ?

  • Jennifer Kamer am 13.12.2011 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    JA!! Endlich wird mal ein Zeichen gesetzt.

  • Trix Luzern am 13.12.2011 13:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wölfe und Schafe

    Ob so einem Gerichtsurteil kommt mir die Galle hoch! Ein Regierungsrat sollte doch eine Vorbildfunktion haben. Die Schafe werden oft den ganzen Sommer hindurch schutzlos in den Bergen gelassen. Gute Erfahrungen wurden mit Schutzhunden gemacht.Aber eben, es könnte etwas kosten!....doch wenn die Tiere geschlachtet werden nehmen diese Schafhalter das Geld sehr gerne in Empfang!

    • Tina am 16.12.2011 18:25 Report Diesen Beitrag melden

      Herdenschutzhunde für Kuhherden!?

      Die Schafherden sind meist das einzige Einkommen, das die Landwirte haben! Und es gab nicht nur gute Erfahrungen mit Herdenschutzhunden! Der Schutz einer grossen Herde bedeutet Kosten von x-tausend Franken. Wenn sich ein Rudel von Wölfen bilden sollte, werden bald auch die Grossviehherden in Gefahr sein. Da bringt auch ein Herdenschutzhund nichts mehr! Ein Wolf hat keinen Platz in der Schweiz. Es gab Gründe, warum man ihn in der Schweiz ausgerottet hat!

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