«Tatort»

07. August 2011 22:10; Akt: 08.08.2011 08:46 Print

Politiker werfen SF Lügen und Zensur vor

Der Schweizer «Tatort» wurde offenbar nicht wegen fehlender Spannung oder zu vielen Klischees überarbeitet, sondern weil die SVP in der Originalversion schlecht wegkam. Politiker sind empört.

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SF ist wegen «Tatort» mit Stefan Gubser im Visier der Politiker. (Bild: SF)

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«Politiker, rechter Rand, unterste Schublade», so wird Josef Ebnöter im Schweizer Tatort beschrieben. Der Politiker spricht im Film wie ein SVPler, erinnert an Christoph Blocher – und erhielt in der neuen Version des «Tatorts» einen Maulkorb. Laut der «NZZ am Sonntag» ist die sieben­minütige Szene mit Ebnöter die einzige, die wirklich geändert wurde. Dies, obwohl SF-Kulturchefin Nathalie Wappler die Überarbeitung bisher mit fehlender Spannung, ungenügender Schauspielleistung oder zu vielen «plumpen Schweizer Klischees» begründete.

SF-Sprecher Martin Reichlin bestätigt, dass an der Politiker-Szene am meisten gefeilt wurde, wehrt sich aber gegen den Vorwurf der Zensur: «Die Sequenz im Haus von Ebnöter war voller Klischees wie Kuhglocken, Hellebarden und Schweizerfahne an der Wand. Frau Wappler wollte nicht, dass die Figur zur Karikatur wird.» Zudem habe die ARD verlangt, dass die Synchronisation für Deutschland überarbeitet wird.

Für Politiker sind das nichts als Ausflüchte: «SF hat hier präventiv einem möglichen Druck der Rechten nachgegeben», kritisiert SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger-Oberholzer. Die SVP-Nationalräte Felix Müri und Natalie Rickli sprechen sogar von Lüge: «Zuerst sagt SF offensichtlich nicht die Wahrheit. Und dann verschleudert es Gebührengelder, um etwas zu vertuschen», so Rickli. SF hätte schon beim Drehbuch die Notbremse ziehen müssen, statt 100 000 Franken für die Überarbeitung auszugeben, ergänzt Müri. Für Rickli ist klar, wo man das Geld herholen sollte: «Man müsste die Kosten der SF-Chefetage vom Lohn abziehen.»

(hal/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fern Seher am 07.08.2011 23:13 Report Diesen Beitrag melden

    Service Public mit Billag Gebühren

    ..und dem sagt man dann Service Public!

  • christian dietlikon am 08.08.2011 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    *Schenkelklopfer*

    Wenn Politiker andere als Lügner bezeichnen find ich das kindisch ... denkt mal an die Wahlversprechen

  • Eidgenoss am 08.08.2011 21:46 Report Diesen Beitrag melden

    Fernsehen dieser Qualitätsstufe

    Wenn die SVP im schweizer Fernsehen negativ wegkommt, dann stört mich das überhaupt nicht. Ich werde trotzdem SVP wählen. Was mich aber stört sind die Zwangsgebühren, welche bald für das schweizer Zwangsfernsehen fällig werden. Das wird extrem teuer und es ist reinest Abzocke ein Produkt dieser Qualitätsstufe so teuer aufzuzwingen. Verschlüsselung und Verbrauchsorientierte Gebühren (wie bei den Kehrichtsäcken) wären die richtige Lösung. Das ist meine ganz persönliche Meinung.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Uwe Schöttle am 16.08.2011 23:01 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Geschrei um nichts ...

    Also ich fand den Tatort witzig und unterhaltsam, mehr verlange ich vom Tatort nicht. Ob deutsche oder schweitzerische Politiker so oder so dargestellt werden, ist mir eigentlich wurscht - zum Thema Politik brauch ich keinen Tatort, da bilde ich mir meine Meinung selbst. Zensur bzw. der Wunsch nach Zensur bringt die Politiker doch dahin, von wo sie eigentlich weg wollten -> in ein äußerst schlechtes Image.

  • Jacqueline Badran am 10.08.2011 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll die Aufregung?

    Ich kann die ganze Aufregung überhaupt nicht nachvollziehen. Es ist doch Kernaufgabe von Medienhäusern und Verlegern, die Inhalte auszuwählen. Jeder Chefredaktor bestimmt doch welche Bilder kommen, wie die Tonalität der Headlines sind, welche Meinungen verbreitet werden. Genau das soll und muss SRF auch machen. Und jedes Drehbuch kann ja schliesslich nicht im Voraus gelesen werden, da muss man halt manchmal nachbessern, wie das wie gesagt jedes Medienhaus macht.

  • Eidgenoss am 08.08.2011 21:46 Report Diesen Beitrag melden

    Fernsehen dieser Qualitätsstufe

    Wenn die SVP im schweizer Fernsehen negativ wegkommt, dann stört mich das überhaupt nicht. Ich werde trotzdem SVP wählen. Was mich aber stört sind die Zwangsgebühren, welche bald für das schweizer Zwangsfernsehen fällig werden. Das wird extrem teuer und es ist reinest Abzocke ein Produkt dieser Qualitätsstufe so teuer aufzuzwingen. Verschlüsselung und Verbrauchsorientierte Gebühren (wie bei den Kehrichtsäcken) wären die richtige Lösung. Das ist meine ganz persönliche Meinung.

  • Daniel am 08.08.2011 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Zensur ist richtig

    Die Zensur ist absolut richtig. Das staatliche Fernsehen soll einer Partei nicht auch noch eine Gratis-Plattform liefern.

  • christian dietlikon am 08.08.2011 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    *Schenkelklopfer*

    Wenn Politiker andere als Lügner bezeichnen find ich das kindisch ... denkt mal an die Wahlversprechen