Alkoholkontrollen

13. Juni 2014 11:10; Akt: 13.06.2014 11:19 Print

Polizei nimmt betrunkene WM-Fans ins Visier

Fans, die während des Public Viewings zu tief ins Glas schauen, müssen das Auto stehen lassen. Wer sich nicht daran hält, läuft während der WM umso mehr Gefahr, geschnappt zu werden.

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Die Polizei ist während der WM besonders aufmerksam, was Alkohol hinterm Steuer anbelangt. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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WM-Zeit ist Bier-Zeit. Dann erst kommen die Emotionen richtig hoch und versetzen so manchen Fussballfan in völlige Ekstase. Insbesondere, wenn die Spiele erst spät am Abend stattfinden, kommt der eine oder andere auf den Gedanken, sich bereits im Vorfeld ein, zwei Bierchen zu genehmigen. Doch irgendwann ist jeder Match vorbei und dann heisst es ab nach Hause. Wer die Finger nicht vom Alkohol lassen konnte und sich trotzdem noch hinters Steuer setzt, dem blüht eine saftige Strafe. Gerade während der WM-Zeit achtet die Polizei in manchen Kantonen besonders auf heimkehrende und alkoholisierte Public-Viewing-Fans.

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«Die Luzerner Polizei wird wie an anderen Anlässen Kontrollen durchführen. Insbesondere werden die Patrouillen auch vermehrt auf Alkohol bei Autofahrern achten», sagt Simon Kopp von der Luzerner Polizei. Im Kanton St. Gallen glaubt die Polizei, dass es mehr Anzeigen geben könnte, weil alkoholisierte Autofahrer besonders auffallen und auch sie in die regulären Kontrollen geraten können. In Bern sieht es ähnlich aus: «Es ist möglich, dass wir gezielte Kontrollen durchführen», sagt Christoph Gnägi von der Kantonspolizei Bern. Da es sich um einen Grossanlass handle, der nur alle vier Jahre stattfinde, liege das Feiern auf der Hand.

Nulltoleranz bei Neulenkern

In anderen Kantonen und Städten bleibt die Polizei zurückhaltender. «Wir werden die Alkoholkontrollen nicht speziell intensivieren, beurteilen die Lage aber laufend», teilt die Stadtpolizei Zürich mit. Im Kanton Zürich und Aargau bleibe man bei der normalen Patrouillentätigkeit. Auch in Basel sind keine speziellen Massnahmen geplant.

Philipp Hadorn, Präsident vom Blauen Kreuz Schweiz, hält die Kontrollen allerdings grundsätzlich für nötig. «Die Polizei hat den Auftrag, bei Gefahrensituationen zu reagieren.» Dies sei etwa bei grossen Public Viewings der Fall, die aufgrund ihrer Lage mit dem Auto angefahren werden.» Erfahrungsgemäss herrscht bei solchen Anlässen ein lockerer Konsum von Alkohol. Dementsprechend höher ist die Gefahr, dass man sich nachher noch ins Auto setzt.» Hadorn befürwortet deshalb die angekündigten verstärkten Kontrollen, da sie auch präventiv wirken und die Leute deshalb möglicherweise zweimal überlegen würden, ob sie sich noch ans Steuer setzen.

Die geplanten Kontrollen könnten insbesondere Neulenkern und Berufsfahrern zum Verhängnis werden. Denn seit Anfang des Jahres gilt für sie eine Nulltoleranz im Strassenverkehr. Diese Präventivmassnahme ist Teil des Programms Via Secura des Bundesamts für Strassen und soll Verkehrsunfälle mit Neulenkern reduzieren.

(vro)