Internationale Aktion

02. Mai 2012 17:10; Akt: 02.05.2012 17:10 Print

Polizei verhaftet Schmuckdiebe

Die Polizeikräfte mehrerer Länder haben eine rumänische Einbrecherbande zerschlagen. Sie soll 18 Einbrüche in Juweliergeschäfte in Österreich, Deutschland und der Schweiz begangen haben.

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Die Verhaftungen erfolgten aufgrund einer längeren, intensiven Zusammenarbeit der Polizei von Östererich, Deutschland, Rumänien und der Schweiz. Bei den 18 Einbrüchen soll die Bande einen Schaden von über einer Million Euro angerichtet haben, wie die Ermittler am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Bregenz mitteilten. 16 Mitglieder der kriminellen Vereinigung, darunter der Rädelsführer, wurden bisher verhaftet, drei Personen sind derzeit noch flüchtig.

Die Täter gingen stets nach dem gleichen Muster vor. In Gruppen von zwei bis vier Männern zerstörten sie nachts die Schaufenster von Juweliergeschäften in Innenstadtlage, griffen sich durch das entstandene Loch bevorzugt hochwertige Markenuhren sowie weitere Schmuckstücke und entkamen damit.

Zwei Minuten «Arbeit»

«So ein Einbruch war in zwei Minuten erledigt», sagte German Meusburger, Ermittler des Landeskriminalamts (LKA) für Vorarlberg. In Österreich schlugen die Täter in Amstetten (August 2008), Wiener Neustadt (Mai 2010), Linz (Juni 2010), Hohenems (Juli 2010) und in Fürstenfeld (Januar 2011) zu.

Gleich dreimal brachen die Rumänen bei einem Juwelier in Wels ein (November 2010, April 2011, Mai 2011). Weitere Taten in Bayern, etwa in Fürstenfeldbruck, und in den Kantonen St. Gallen, Graubünden, Aargau, Bern und Luzern sollen ebenfalls auf das Konto der Bande gehen.

Verhaftungen in Luzern

Die polizeilichen Ermittlungen samt internationalem Austausch unter Leitung des LKA Vorarlberg führten in die rumänische Grenzstadt Drobeta Turnu Severin. «Wir konnten in Zusammenarbeit mit den rumänischen Kollegen bald gegen konkrete Personen ermitteln», so Meusburger.

Bereits im Dezember 2010 wurden zwei Personen bei einem Einbruchsdiebstahl in Luzern festgenommen, wenige Monate später wurden drei Mitglieder der Bande in Wels A verhaftet. Diese zeigten sich geständig und machten Angaben zum Aufbau der kriminellen Vereinigung.

Rädelsführer ausgeliefert

Als Haupttäter gilt ein 44-jähriger Rumäne, der die Straftaten organisiert haben soll. Der Mann soll an die zwischen 16 und 29 Jahre alten Tatverdächtigen Heroin und Marihuana verkauft haben und diese dabei als Einbrecher angeworben haben, die extra für die Taten anreisten.

Die Beute wurde vermutlich nach Rumänien gebracht und dort verkauft. Der Verbleib des Diebesgutes sei derzeit unbekannt, so die Ermittler. Der 44-Jährige wurde Anfang April 2012 in seiner Heimat festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert. Bei seiner ersten Einvernahme habe er sich nicht geständig gezeigt.

Sieben der insgesamt 19 bekannten Mitglieder der Bande wurden in Rumänien festgenommen, fünf in Österreich und je zwei in der Schweiz und Italien. Sieben wurden bereits rechtskräftig zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, weitere warten in Österreich, der Schweiz und Deutschland auf ihren Prozess.

(sda)