Tessiner Familie

09. Juli 2019 04:45; Akt: 09.07.2019 18:27 Print

Hier badeten vor wenigen Minuten noch Kinder

von D. Milo/bz - Eine Familie aus dem Tessin verbrachte ihre Ferien auf Mykonos. Mit Glück seien seine Familie und er einem Blutbad entkommen, sagt der Vater.

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Bei einer Tessiner Familie haben die Ferien auf der eigentlich traumhaften griechischen Insel Mykonos schmerzhafte Erinnerungen hinterlassen. Im Hotel Myconian, einem der exklusivsten Hotels auf den Kykladen, ereignete sich letzten Mittwoch ein Unfall, der nur durch einen glücklichen Zufall keine Opfer forderte.

Eine Privatstrasse mit einem extremen und gefährlichen Gefälle, die zur Hotelanlage führt, wurde dem Chauffeur eines Kleinlasters zum Verhängnis. «Etwa um 17 Uhr hörten wir plötzlich verzweifelte Schreie. Wenige Meter vom Hotel entfernt schoss das Fahrzeug mit voller Geschwindigkeit in Richtung der Anlage oder genauer gesagt in Richtung des Kinderpools», erklärt Vater G.* Der Chauffeur habe es gerade noch geschafft, aus dem Fahrzeug zu springen, bevor dieses gegen eine Mauer geknallt sei. «Die Bremsen waren kaputtgegangen. Aber wir dachten ehrlich gesagt an ein Attentat.»

«Ein Wunder, dass der Pool leer war»

Der Aufprall war so stark, dass der Lieferwagen die Mauer durchschlug und am Ende im Kinderpool landete. «Es ist ein Wunder, dass der Pool leer war. Wenige Minuten vorher hatten wir dort mit unserem Kind gebadet. Wir schrammten an einem Blutbad vorbei.»

Sie seien noch jetzt betroffen, sagt der Zeuge. «Unsere Tochter war unter Schock. Tagelang sagte sie immer wieder, dass sie vor dem ‹fliegenden Auto› Angst habe.» Seine Familie habe die Reaktion des Hotels vor allem erstaunt. «Zuerst taten sie so, als sei nichts geschehen. Sie riefen nicht einmal die Polizei oder den Krankenwagen. Vielleicht wollten sie sich bedeckt halten, um Probleme zu verhindern.»

Anlage gewechselt

Die Feriengäste wollten den Ferienort so schnell wie möglich verlassen. «Sie haben einfach die Mauer wieder aufgebaut. Dabei ist diese Strasse gefährlich. Unsere Tochter hatte Angst.» Nachdem sie mehrmals reklamiert hätten, seien sie in einer anderen Anlage platziert worden.

Die Gedanken der Familie kreisen nach wie vor um das Unglück. «Wäre es ein paar Minuten früher passiert, wären wir überfahren worden und könnten nicht mehr erzählen, was uns widerfuhr.»