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11. April 2019 21:38; Akt: 11.04.2019 21:38 Print

Porno-SMS belästigen Swisscom-Kunden

Zurzeit sind SMS mit pornografischen Angeboten im Umlauf. Was haben sie bei Nutzern verloren, die nie auf einschlägigen Seiten surfen?

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Eine Absenderin mit dem Namen «Sandra» meldete sich mit einem SMS kürzlich am späteren Abend bei Leserin T.N.*. «Studentin, 23/extrem pervers», stellte sich Sandra in der Nachricht vor. Ohne Tabu schrieb sie auch, wie sie sich gern «ficken» lasse. Am Ende der Nachricht folgte ein Link zu einem Video.

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«Ich habe keine Ahnung, warum ich solche SMS erhalte. Weder kenne ich eine solche Sandra noch verkehre ich auf Porno-Portalen oder Ähnlichem», sagt Swisscom-Abonnentin T.N. Sie habe das SMS deshalb gleich gelöscht.

«Absender wollen Traffic auf die Seite bringen»

Sabrina Hubacher, Mediensprecherin der Swisscom, bestätigt, dass im Moment ein derartiges SMS im Umlauf ist. Wie viele Kunden betroffen seien, könne die Swisscom jedoch nicht angeben.

Laut Hubacher hat das Unternehmen keine direkten Geschäftsbeziehungen mit dem Versender dieser SMS. Daher könne sie nicht mit Sicherheit sagen, warum dieses versendet worden sei. «Es geht dem Absender in aller Regel darum, Traffic auf die beworbene Seite zu bringen.» Auch Viola Lebel, Mediensprecherin des Mobilfunknetzbetreibers Salt, sagt: «Beschwerden über ähnliche Fälle kommen auch bei Salt vor.»

Tausende SMS würden verschickt

Jean-Claude Frick, Digital-Experte bei Comparis.ch, sagt, dass solche SMS meist von ausländischen Services verschickt werden. «Ausgehend von den gängigen Telefonanbieter-Vorwahlen generieren die Absender mit dem Computer verschiedene mögliche Telefonnummerkombinationen und verschicken danach Tausende SMS», erklärt Frick.

Fies sei, dass der Empfänger nichts dagegen unternehmen könne. Frick: «Da die Services auf gut Glück Nummern verschicken und sich dafür nirgendwo registrieren müssen, können Empfänger solche SMS nirgendwo blockieren.»

Die Mobilfunkbetreiber machen auch darauf aufmerksam, dass die Nachrichten auch gezielt an registrierte Nutzer versendet werden können. Dies ist etwa der Fall, wenn Anbieter von Gewinnspielen ihre Daten an Dritte verkaufen oder die Handynummer im Internet frei verfügbar ist.

«Am besten löschen»

Ziel der Absender ist laut Frick, die Klickrate etwa für Porno-Websites zu erhöhen oder an Nutzerdaten zu gelangen, um Spam zu verschicken. Er rät, Links solcher SMS nie anzuklicken. «Es ist sowieso sehr unüblich, dass Links mittels SMS verschickt werden.» Auch bei der Swisscom heisst es: «Generell gilt: Falls man das Angebot nicht nutzen möchte – am besten löschen.»

In gewissen Fällen können Kunden aber auch aktiv gegen unerwünschte Nachrichten vorgehen. «Sollte ein Kunde solch unerwünschte SMS bekommen, kann er unseren Kundendienst kontaktieren, der sich dann darum kümmert, die Nummer von der Vertriebsliste entfernen zu lassen», sagt Viola Lebel von Salt. Um sich vor unerwünschten Kosten proaktiv zu schützen, könnten kostenpflichtige Mehrwertdienste komplett blockiert werden.


*Name der Redaktion bekannt

(bz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Albert am 12.04.2019 05:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Problem

    Damit muss man zur presse. Löschen und gut ist es. Sind das die einzigen probleme?

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  • Lisa am 12.04.2019 05:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Habe scho mehrmals solche SMS bekommen von verschiedenen Absendern. Es wird Geld angeboten für Sex. Ich sperre jede Nummer nützt aber nichts.

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  • uwe am 12.04.2019 05:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sehe kein Problem

    Ist ja ganz schlimm... Wie lange dauert das löschen? 2 Sekunden? Meine güte, da Regen sich Leute echt drüber auf?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Brain Bug am 12.04.2019 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Würde mich nicht wundern, wenn...

    Würde mich nicht wundern, wenn die Swisscom auch hier über undurchschaubare Wege daran verdient. Sei es wegen unseriösen Datenschutzmassnahmen, oder gar vorsätzlich, gewinnorientierter Datenverkauf an Drittpersonen. Man überlege sich nur mal, woher all diese Callcenter an unsere Handynummern gelangen und warum man selber aktiv sein muss, um dieser Belästigung ein Ende zu setzen.

  • Albert Zweibrocken am 12.04.2019 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Aber alles andere ist gut?

    Unglaublich, einst waren es Inserate in den Zeitungen, dann war es die Überflutung des Briefkastens (und ist immer noch), dann kamen die Mails mit den unkontrollierten Spams (und sind immer noch), dazu kamen die SMS, dazu kam Whatsapp, dazu kam FB, Insta-APP, dazu kam home shopping...dazu kam.....und überall hat man ein Stück von sich oder seiner elektronischen ID abgegeben. E-Wallets auf Mobiles, Chip auf Karten etc. Die Strafe ist, Wirtschaft lacht sich krumm, Fische im Teich kämpfen um den Wurm... Bei vielem vergisst man einfach, dass der Finger am Drücker oft ein Jeder selbst hat.

  • flo am 12.04.2019 13:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    belästigung?

    habe änliche probleme, nach download einer demo für trading musste ich um die 100 nummern sperren die mich täglich 5-10mal angerufen haben. das ganze ging vor 2jahren los, heute sinds noch 2-3 pro woche

  • unglaublich am 12.04.2019 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    aber wahr

    Das kann passieren wenn man ständig auf Porno Seiten geht.

  • Tina am 12.04.2019 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Kunde ist schutzlos

    Die Swisscom macht es sich da viel zu leicht. Anstelle anständige Filter einzusetzen.