EU-Flüchtlinge

10. Oktober 2011 21:48; Akt: 11.10.2011 11:35 Print

Portugiesen fliehen vor der Euro-Krise

10 000 Portugiesen sind neu in die Schweiz gekommen. Laut der SVP folgen bald die Griechen und Spanier. Für die FDP ist dies hingegen absurd.

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Viele Portugiesen arbeiten in der Schweiz im Baugewerbe. (Keystone)

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1 751 301 Ausländer lebten Ende August in der Schweiz. Gemäss der neuen Ausländerstatistik des Bundesamts für Migration sind das 22,3 Prozent der Bevölkerung – fast drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Neben Deutschen sind vor allem viele Portugiesen neu in die Schweiz gezogen: Ihre Zahl stieg um 9816 auf 220 446. Für Manuel Fazendeiro von der Unia ist dies mit eine Folge der Euro-Krise und von Portugals Sparkurs, um den drückend hohen Schuldenberg abzutragen. «Die Sparmassnahmen der Regierung stehen für viele am Ursprung des Auswanderns», so der Gewerkschafter. Die Portugiesen erhofften sich in der Schweiz bessere Lebensbedingungen.

Die EU-Flüchtlinge sind Wasser auf die Mühlen der SVP, die Stimmen für ihre Volksinitiative gegen Masseneinwanderung sammelt. Für Generalsekretär Martin Baltisser ist dies erst der Anfang: «Es werden noch mehr Ausländer kommen, wenn es den Euro-Ländern schlechter geht. Und von denen, die schon da sind, werden weniger nach Hause gehen.» Schuld an den «rekordhohen Ausländerzahlen» sei vor allem die Personenfreizügigkeit mit der EU.

«Ohne Arbeitsbewilligung darf ein EU-Ausländer gar nicht in die Schweiz kommen», entgegnet FDP-Sprecher Noé Blancpain. Die Personenfreizügigkeit sei ein Erfolg, die Arbeitslosigkeit bleibe tief. «Aber wir müssen den Vertrag strikter umsetzen und Missbrauch bekämpfen.» Heute schlug die FDP deshalb Alarm: Laut einem Gutachten würde ein Ja zur SVP-Initiative zum Ende der Personenfreizügigkeit und der Bilateralen I führen. Für Neuverhandlungen müsste die Schweiz einen hohen Preis zahlen. «Die SVP streut den Leuten Sand in die Augen.»

(hal/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chris Danuser am 11.10.2011 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Uns wird es schlechter gehen

    Man kann die verdammte Gehirnwäsche der Wirtschaftslakaien nicht mehr hören. Nach dem Naturgesetz von Angebot u. Nachfrage bewirkt eine Ausweitung des Arbeitskräftepools von der CH auf die ganze EU ein Sinken der Löhne. Ebenso führt die erhöhte Nachfrage nach Wohnraum wohl eher zu einem Anstieg der Mietpreise und nicht zu einer Verbilligung. Dabei handelt es sich wohlverstanden nicht um eine miesepetrige Prognose, sondern um ein Naturgesetz, das früher oder später erbarmungslos zuschlagen wird, trotz aller flankierenden Massnahmen. Zusammengefasst: Die Einnahmen sinken, die Ausgaben steigen.

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  • Remo Schnellmann am 11.10.2011 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ich glaube eher,

    dass die restlichen Parteien uns Sand in die Augen streuen. Bin sofort für ein Ende. Bin selber KMU mit über 50% Umsatz aus den EU-Raum. Die lachen sich kaputt über uns. Ich war dieses Wochenende bei Geschäftspartnern in Linz. Die sind auch der Meinung, dass wir uns selber kaputt machen wollen.

  • Beat Gerber am 11.10.2011 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Schengen

    Und dann werden solche Leute für Fr. 3/h eingestellt wie in Rotkreuz. Oder sie arbeiten ohne Bewilligung, auch so billig auf dem Bau. Wenn sie kommen wollen, kommen sie

Die neusten Leser-Kommentare

  • T. Horvàth am 12.10.2011 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen Portugiesen

    Bin froh dass es Portugiesen sind die kommen. Das sind ehrliche und fleissige Leute die dazu noch sehr Gastfreundlich sind und jederzeit hilfsbereit. Und freuen wir Männer uns doch auf die hübschen und temperamentvollen Frauen ;)

    • M.Buchegger am 19.10.2011 08:58 Report Diesen Beitrag melden

      Gastgewerbe

      Ich lebe in einem Kurort, die Portugiesen arbeiten im Gastgewerbe, sind sehr freundlich und zuverlässig. Gut, dass wir sie haben!

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  • Andis Meinung am 11.10.2011 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ok,lasst alles rein

    aber dan lasst die leute bezahlen,welche das wollen und lasst mich mit steuern in ruhe..

  • Da Silva am 11.10.2011 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Die Portugiesen

    Ein portugiese ist ein guter Arbeiter. Man hört so wenig von Ihnen in der Schweiz. Sie arbeiten verdienen ihr mindestlohn und beschweren sich auch nicht. Nur weil jetzt so viele in die Schweiz kommen werden Sie im negativen Blick dargestellt. Und das finde ich nicht korrekt. Denn viele Portugiesen kommen in die Schweiz alleine und lassen Kinder und Ehefrau in Portugal. Damit die Kinder eine bessere Zukunft haben als er damals hatte. Fragt euch doch bitte wieso sie in die Schweiz kommen? Meint Ihr nicht das es schon schwer genug ist für sie? Sie möchten nur ein besseres Leben führen.

    • Markus Laubacher am 12.10.2011 00:38 Report Diesen Beitrag melden

      Ein besseres Leben?

      Aber dann bei der nächsten Rezession ebenfalls arbeitslos! In der Finanzkrise und allgemeinem weltwirtschaftlichen Abschwung 2008 - 2010 (Januar 2010 ca. 5% arbeitslosigkeit in der Schweiz) waren die ab 2007 neu eingewanderten Portugiesen überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen! Also unter diesen Portugiesen viel höhere Arbeitslosenrate als 5%! Ist das wirklich ein besseres Leben? Das ist schlussendlich ein Leben in teilweiser Arbeitslosigkeit mit sehr guten Almosen! Besseren Almosen als in Portugal! Das ist scheinbar dann ein "besseres Leben". .

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  • Peschä am 11.10.2011 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    FDP: Unternehmer-Egoismus?

    Ich habe schwer den Eindruck, dass die FDP einfach möglichst viele Einwanderer haben will, damit die Unternehmer möglichst billige Arbeitskräfte aus einem möglichst grossen Pool aussuchen können. Dass dadurch die Mieten steigen, ÖV und Strassen verstopft sind und Löhne unter Druck geraten - dass also der Mittelstand leidet und die Zeche zahlt - ist den reichen Unternehmern, die FDP wählen egal - Hauptsache die Gewinne steigen...

    • Stephan am 12.10.2011 12:11 Report Diesen Beitrag melden

      Schwierig die FDP zu verstehen

      Vielleicht wird sich die Situation einmal ändern, wenn einem Politiker eine billigere Arbeitskraft aus dem Ausland vor die Nase gesetzt wird. Es ist zum Verzweifeln, wenn einem immer wieder gesagt wird, dass die Konkurrenz aus dem Ausland billiger ist und mindestens genauso gut qualifiziert. Klar, wenn man jung und alleinstehend ist und keine Familie unterhalten muss.

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  • Ein Schweizer Bürger am 11.10.2011 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Ausländer raus und dann ???????

    Was wäre, wenn die Schweiz alle Ausländer ausweisen würde ? Ich meine wirklich alle, auch die eingebürgerten Ausländer ! Ich glaube wir würden als Staat eingehen. Also einfach mal den Ball flach halten.

    • Markus Laubacher am 12.10.2011 01:01 Report Diesen Beitrag melden

      Geht doch nicht!

      Viele haben eine Aufgabe hier in der Schweiz. Haben sich gut integriert. Jugoslawische Staatsbürger, die schon gut unsere Sprache beherrschen, weil sie schon gegen 15 Jahre hier sind. Es geht heute um eine bessere Regulierung der Einwanderung in den schw. Arbeitsmarkt! So dass auch die gut integrierten Jugoslawen, aber auch Portugiesen nicht immer mehr von neu eingewanderten EU - Bürgern konkurrenziert werden! Zehntausende Jugoslawen die unsere Sprache jetzt können und scih gut integriert haben finden nun durch die dauernde Bewerbungskonkurrenz aus dem EU - Rau keine Stellen mehr! Um das geht,

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