Topkader-Löhne

25. August 2016 13:19; Akt: 25.08.2016 17:42 Print

Post-Chefin würde bei Lohnkürzung bleiben

Susanne Ruoff würde für den wesentlich tieferen Lohn eines Bundesrates arbeiten. Die Post-Konzernleiterin gehört zu den Topkader-Leuten, deren Gehalt für rote Köpfe sorgt.

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Verdient 937'000 Franken: Susanne Ruoff, Konzernleiterin der Schweizerischen Post, hier an einer Medienkonferenz in Bern. (10. März 2016) (Bild: Keystone/Marcel Bieri)

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Post-Chefin Susanne Ruoff würde auch bei einem tieferen Lohn ihren Job nicht an den Nagel hängen. Sie arbeite nicht nur für Geld, sagte sie in einem Interview mit dem Westschweizer Wochenmagazin «L'Hebdo».

Sie wäre bereit, für den Lohn eines Bundesrats zu arbeiten, sagte sie im Interview auf eine entsprechende Frage. Statt 937'000 Franken wie 2015 würde Ruoff in diesem Fall noch rund 475'000 Franken pro Jahr verdienen.

Chefs der SBB und Swisscom im Visier

Um die Managerlöhne bei den bundesnahen Betrieben gibt es seit Jahren Kontroversen. Die kürzlich abgelehnte Pro-Service-public-Initiative forderte unter anderem, dass die Topkader nicht mehr verdienen sollten als Bundesräte.

Im Visier hatten die Initianten vor allem die Chefs von SBB und Swisscom, die mehr als eine Million Franken verdienen. Die Forderung ist nach dem Nein zur Initiative nicht vom Tisch: Die Linke kündigte bereits kurz nach der Abstimmung einen entsprechenden Vorstoss an.

Bundesrat dagegen

Der Bundesrat lehnte eine Kürzung der Gehälter für die Topkader der bundesnahen Betriebe bisher ab. In einer Antwort auf eine Motion von SP-Nationalrat Cédric Wermuth (AG) gab er vor vier Jahren zu bedenken, die Löhne seien zwar hoch, aber nicht überrissen im Vergleich mit der Privatwirtschaft und dem Ausland.

Vielmehr lägen sie unter dem Durchschnitt. Das Gehalt von Bundesräten könne man nicht mit demjenigen von Chefs der bundesnahen Betriebe vergleichen, da sie eine ganz andere Funktion ausübten.

(kat/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • C. Martin am 25.08.2016 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Dann soll sie es machen!

    Schön schön. Dann soll sie sich den Arbeitsvertrag entsprechend anpassen lassen.

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  • also vorwärts am 25.08.2016 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Umsetzung wann?

    Ja ich plaudere auch noch viel so lange keine Gefahr besteht dass ich es auch tun muss. Wenn sie nicht fürs Geld arbeitet, kann sie ja jetzt schon freiwillig auf den Rest verzichten. Anscheinend sieht sie selbst ein, dass sie für diese geschützte Werkstatt def. zu viel kassiert

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  • Heinz Maier am 25.08.2016 14:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Privatwirtschaft /Steuerwirtschaft

    Bei privaten unternehmen definieren die inhaber (aktionäre) die lohnhöhe. Bei bundes/staatsunternehmen soll auch der inhaber bestimmen dürfen, und das sind wir steuerzahler

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rebecca am 28.08.2016 00:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Subvention der Vielverdiener

    Nur die oberste Managementstufe hat in den letzten 20 jahren Über 100% Reallohnerhöhung gehabt. Diese Kaste will uns ständig beibringen, dass wir obwohl die meisten von uns keine20% Reallohnerhöhung gehabt jaben kein Recht auf mehr Lohn und Altersrenten haben. Leider hat keine Partei darauf eine Antwort. Aber irgend wann werden sie die Anrwort vom Volk bekommen.

  • über 50 am 27.08.2016 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Würde gerne überhaupt arbeiten

    Dann soll sie mir doch das Zuviel schicken. Braucge nicht die Hälfte ihres Lohnes, 5% würden reichen. Ich möchte gerne arbeiten, aber mit ü50 wird man ja ausgemustert

  • Ramus am 27.08.2016 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Führen durch Vorbild!

    Wenn man sich selbst einen Stundenlohn von 150.- erlaubt, dann muss man dies auch seinen Unterstellten gewähren. Schliesslich sollte nicht der grösste Narzist Chef sein und alle andere wie auch Kunden und Liferanten tyranisieren, sondern der beste Teamplayer mit einer hohen Moral und auf Grund seiner Moral Egoisten raus kickt. Susanne Ruoff scheint dies erkannt zu haben.

  • Christian B. am 27.08.2016 01:47 Report Diesen Beitrag melden

    Versagerlöhne,

    Ospel und Vasella hatten dazumal cà. 12 000 Fr. Stundenlohn,ein WC besuch im Büro hat die Unternehmen 4000 Fr. gekostet, Kaffee trinken nicht eingerechnet. Ueber 28 Millionen im Jahr, da hat Frau Ruoff noch ein kleiner Lohn dagegen. Auch die können einmal nichts mit nehmen.

  • Peter Lustig am 26.08.2016 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Zeiten der Not, nicht für Alle?

    Ja und genau diese Leute reden von Sparen und zu hohen Kosten. Sorry dafür hab ich kein Verständnis. Der Lohn eines Bundesrat ist bereits hoch und reicht mehr als genug um in Saus und Braus zu leben. Soll sie von mir aus soviel verdienen, aber wenn man als Firma sparen muss, kann man von diesen Leuten eine Vorbildsfunktion erwarten. Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken.