Leistungsabbau

14. Mai 2017 16:21; Akt: 14.05.2017 19:08 Print

Post schneidet 100 Orte von Bargeld-Diensten ab

von S. Ehrbar - Die Post betreibt immer weniger Filialen mit Bargeld-Dienstleistungen. Nun reagiert der Bund und fragt die Bürger nach ihrer Meinung.

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Jeder Schweizer soll Zugang zu einem eigenen Konto haben und Einzahlungen tätigen können. Für die Erfüllung dieses Auftrags ist die Post zuständig. Doch für Bargeld-Liebhaber wird es eng.

Umfrage
Sind Sie zufrieden mit den Geld-Dienstleistungen der Post?
10 %
68 %
18 %
4 %
Insgesamt 11099 Teilnehmer

Im letzten Jahr wurden 99 Poststellen, in denen Bar-Zahlungsverkehr angeboten wurde, durch Filialen ohne solche Dienste ersetzt. Das zeigt ein neuer Bericht des Bundesamts für Kommunikation (Bakom). Zu den Bargeld-Diensten gehören Einzahlungen auf das eigene Konto oder die Bezahlung von Rechnungen am Schalter.

Zufriedenheit nimmt ab

Post-Sprecher Oliver Flüeler betont auf Anfrage von 20 Minuten, in den betroffenen, in Agenturen umgewandelte Filialen, könne problemlos mit Karte bezahlt werden. Es sei wegen des Geldwäschereigesetzes nicht möglich, dort die Bargeld-Dienstleistungen anzubieten.

Zudem seien Sicherungsanlagen und Tresore enorm teuer und für Agenturen etwa in Dorfläden oder Bäckereien deshalb nicht geeignet. Gemäss Flüeler nimmt die Beliebtheit von Bargeld im Zahlungsverkehr Jahr für Jahr ab.

Ersatzlose Streichung in 13 Orten

Zusätzlich zu den 99 Umwandlungen hat die Post letztes Jahr in 13 Filialen den Zahlungsverkehr ersatzlos gestrichen. Damit erfüllt sie ihren Auftrag zwar immer noch, schreibt das Bakom.

Die Werte zeigen aber nach unten: Im Vergleich zum letzten Jahr haben mit 96,8 Prozent ein kleinerer Anteil der Bevölkerung innerhalb einer halben Stunde Zugang zum Zahlungsverkehr.

«Post übererfüllt ihren Auftrag»

Post-Sprecher Flüeler sagt, die Post «übererfülle» gemäss Bakom ihren Auftrag. Der gemessene Wert von 96,8 Prozent sei weit über der Bundesvorgabe von 90 Prozent. Ab September würden zudem Bargeld-Einzahlungen in Dörfern mit Agentur via Pöstler an der Haustüre eingeführt.

Die Zufriedenheit der Privatkunden mit der Post nahm im letzten Jahr trotzdem ab. Nun will es der Bund genau wissen. In den nächsten Monaten startet er eine repräsentative Umfrage. Die Beamten wollen wissen, welche «Bedürfnisse und Präferenzen» die Bevölkerung hat, wenn es um die Post und ihre Geld-Leistungen geht.

Marode Filialen werden geschlossen

In seinem Papier bescheinigt das Bakom als Aufsichtsbehörde der Post zwar, dass sie ihren Pflichten im Bereich des Zahlungsverkehrs im Rahmen der Vorgaben nachkomme.

Doch gleichzeitig stellen die Beamten fest, dass die Post ihr Netz «angepasst» habe. Das sei auf die negative Nachfrageentwicklung, aber auch den Zustand der vorhandenen Räumlichkeiten zurückzuführen.

Nur wenig Bargeld in Agenturen

Die Zahl der Agenturen ist hingegen erhöht worden. Dort sind Bargeld-Bezüge abhängig davon, wie viel Geld sie gerade vor Ort haben. Zu den Agenturen gehören Post-Dienstleistungen in Dorfläden oder Apotheken.

Die Post hat bereits angekündigt, die Zahl der Agenturen weiter erhöhen zu wollen. Im Gegenzug sollen bis zu 600 klassische Poststellen verschwinden. Von diesen Plänen sind bis zu 1200 Mitarbeiter betroffen. Die Gewerkschaft Syndicom ruft deshalb in betroffenen Gemeinden zum Widerstand gegen die Post-Pläne auf.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schweizer. am 14.05.2017 16:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine wichtige Frage :

    Für was bezahlen wir eigentlich noch Steuern ?

    einklappen einklappen
  • Pit am 14.05.2017 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Rechnung

    Alles faule Ausreden. Es geht nur um Optimierung mit ständig weniger Dienstleistung.

    einklappen einklappen
  • Mayer am 14.05.2017 16:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leistungsabbau hier, dort und überall

    Was erwarten sie von der Umfrage anderes als Ablehnung gegenüber eines immer weiteren Leistungsabbau?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Don Monzer am 17.05.2017 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Bargeld

    Bargeld ist immer noch gesetzliches Zahlungsmittel.

  • F. E. am 15.05.2017 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    bald kein Bargeld mehr

    Ein erster Schritt auf dem Weg zur Abschaffung des Bargelds.

  • Maik am 15.05.2017 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Zahlen beim Pöstler ? Und meine Arbeit ?

    Dienste beim Pöstler bringen der Masse der Arbeitnehmenden gar nix, oder glaubt die Post ich bin morgens zwischen 9 - 11h daheim oder wie stellen die sich das vor ? Normale Leute arbeiten zu dieser Zeit !

    • Firlefanz am 16.05.2017 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Maik

      arbeiten ?? Schon lange nicht mehr Alle ! Und zudem war der Kontakt sehr wertvoll vor allem für ältere Leute ! Und sie werdens jetzt noch nicht glauben auch sie werden älter ... und kommunizieren dann mit dem Handy oder TV oder Computer ... oder Roboter , wau mich frierst ...

    einklappen einklappen
  • Kaja B: am 15.05.2017 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Geld = Bank

    Ich benutze die Post nur für etwas: Postdienstleistungen. Briefe, Pakete usw. Wenn es um Geld geht, arbeite ich mit meiner Bank. Einzahlungen mache ich schon lange nicht mehr bei der Post, da ich bei den Öffnungszeiten keine Chance habe.

  • Broetli am 15.05.2017 09:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Muss wohl etwas überlesen haben

    Wenn man sich die Kommentare so ansieht, könnte man meinen, dass jeder gezwungen ist, sein Geld bei der Post zu lagern.