Abstimmung vom 19. Mai

29. März 2019 12:12; Akt: 29.03.2019 18:47 Print

Post setzt E-Voting wegen kritischer Fehler aus

Die Post setzt ihr E-Voting-System in einigen Kantonen aus. Grund ist ein Mangel bei der Verifizierbarkeit des Stimmbürgers.

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Wegen kritischer Fehler setzt die Post ihr E-Voting-System für die Abstimmungen vom 19. Mai aus. Die Behörden informieren über einen «öffentlichen Hackertest am E-Voting-System». Dieser soll zwischen dem 25. Februar und dem 24. März 2019 stattfinden. Dabei wird eine eidgenössische Abstimmung simuliert. Die IT-Spezialisten müssen sich dabei an einen Kodex halten und die AGB der Post akzeptieren. Unbekannte laden den Programmcode der E-Voting-Software auf die Gitlab-Plattform. Die Dateien werden unter dem Pseudonym «Fickdiepost» veröffentlicht. Lancierung der Volksinitiative für ein E-Voting-Moratorium «Für eine sichere und vertrauenswürdige Demokratie». Der Kanton Genf stoppt sein E-Voting-Projekt. Dieses wird auch von anderen Kantonen genutzt. Der finanzielle Aufwand für eine Revision sei zu gross, berichtete Ende 2018 SRF. Darum werde Genf das System im Februar 2020 abstellen, schrieb die NZZ. Sicherheitsexperten untersuchen das E-Voting-System des Kantons Genf. Sie hätten innerhalb von wenigen Minuten eine Schwachstelle gefunden, berichtet SRF. Das Problem sei eigentlich seit Jahrzehnten bekannt, eine Lösung grundsätzlich verfügbar, erklärt Volker Birk vom Chaos Computer Club Schweiz. Das E-Voting-System der Post hat seine Premiere am 27. November 2016. Rund 5000 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, die im Kanton Freiburg registriert sind, können beim Urnengang ihre Stimme abgeben. Über ein Drittel tut dies. Die Wahlunterlagen für die eidgenössischen Wahlen 2015 für das E-Voting im Kanton Genf. Aufgenommen am 9. Oktober 2015. Ein Bülacher stimmt am Donnerstag, 27. Oktober 2005 per SMS ab. Am 30. Oktober 2005 kommt das E-Voting-System des Kantons Zürich erstmals im Rahmen eines Tests zum Einsatz. Schon im Jahr 2000 beschloss das Parlament, Vorbereitungen für das E-Voting einzuleiten.

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Für die Abstimmungen vom 19. Mai steht das E-Voting-System der Post nicht zur Verfügung. Grund dafür seien «kritische Fehler», die beim öffentlichen Intrusionstest festgestellt worden seien, teilten die Bundeskanzlei und die Schweizerische Post am Freitag mit.

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Das E-Voting-System der Post ist bisher in den vier Kantonen Basel-Stadt, Freiburg, Neuenburg und Thurgau im Einsatz. Der verifizierte Mangel betrifft die individuelle Verifizierbarkeit. Diese erlaubt den Stimmenden, zu überprüfen, ob das System ihre Stimme korrekt registriert hat. Es handelt sich laut Mitteilung um «eine Schlüsselkomponente» des Systems.

Nicht alle Kantone betroffen

Die Bundeskanzlei erachtet deshalb den Entscheid der Post als folgerichtig, ihr System anlässlich des Urnengangs vom 19. Mai 2019 nicht zum Einsatz zu bringen. Nicht betroffen von dem festgestellten Mangel ist das E-Voting-System des Kantons Genf, für welches die Kantone Aargau, Bern, Genf, Luzern, St. Gallen und Waadt für den 19. Mai die Zulassung erhalten haben.

Laut Bundeskanzlei gibt es keine Hinweise, dass der aufgetauchte Mangel bei bisherigen Abstimmungen zu Verfälschungen geführt hat. Der Intrusionstest vom 25. Februar bis zum 24. März habe wichtige Erkenntnisse ermöglicht und Schwachstellen aufgedeckt, hiess es in der Mitteilung weiter. Die Bundeskanzlei werde nun eine Standortbestimmung vornehmen.

(kat/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nardo am 29.03.2019 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Per Verfassung verbieten!

    Das E-Voting gehört verboten und zwar verfassungsrechtlich. Abstimmen darf man nur persönlich und mit Brief. Fertig.

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  • Postbruder am 29.03.2019 12:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    No E-Voting

    Könnte man uns nicht täglich mit dem Projektstand vertraut machen. Super spannend was bei der Post am Bürotisch abgeht.

  • Fairness am 29.03.2019 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Backdoor?

    Ob da bei E-Voting eine Backdoor eingebaut wurde? Der Programmierer hat auch Interesse an Politik.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bettina am 30.03.2019 08:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flop Nummer drei

    Nach Zustellrobotern und Drohnen ein weiterer Flop der Post

  • Leser am 30.03.2019 00:59 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher

    Das E-Voting ist Sicher will man uns verkaufen. Leren aus dem unsicheren E-Voting ziehen ist zu viel gefordert.

  • IT Veteran am 29.03.2019 22:35 Report Diesen Beitrag melden

    Die Post...

    ... sollte Informatikaufgaben den Profis überlassen.

  • André Gubelmann Brasilien am 29.03.2019 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Kultur

    E-Voting ist in Ländern sehr beliebt wo Betrug schon ein Teil deren Kultur ist.

  • Stimmbürger am 29.03.2019 21:40 Report Diesen Beitrag melden

    Abstimmungen bereits heute unsicher?

    Lustig wie hier alle gegen das E-Voting sind, aber anscheinend niemand sich dafür interessiert, dass bereits heute alle Ergebnisse übers Internet (in den Kantonen ZH, SG, TG, SO, SZ über das Programm WABSTI) erfasst werden. Wie sicher dieses System (welches zumindest vom Design her von vor 20 Jahren stammt) ist, kümmert (fast) keinen.

    • Fred am 29.03.2019 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stimmbürger

      Die Stimmenzähler zählen aus und melden das Resultat dann dem Gemeindeschreiber der es einerseits in dieses System einspeist und andererseits auf der Homepage und dem Aushang der Gemeinde publiziert. Der Ksnton wiederum publiziert die Resultate der einzelnen Gemeinden ja auch. Wie soll es da möglich sein, dass irgendwo was anderes steht als ausgezählt wurde? Bitte um Erklärung.

    • Stimmbürger am 30.03.2019 02:32 Report Diesen Beitrag melden

      Erklärung

      Bei Wahlen und Abstimmungen werden alle Stimmen ausgezählt und dann im WABSTI erfasst (inkl. Doppelkontrolle). Danach werden die Daten mit dem WABSTI an die entsprechende Stelle übermittelt. Theoretisch ist es möglich bei der Übermittlung dieser Daten einzugreifen bzw. diese abzuändern. Eine Doppelkontrolle zwischen der Gemeinde und der empfang. Stelle (Kanton) wird nicht vollzogen.

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