Grenzwache

21. Dezember 2018 12:36; Akt: 21.12.2018 12:36 Print

Postenchef schmeisst Job hin – wegen Pornos?

Die Justiz ermittelt gegen den Chef eines Grenzwachtpostens im Wallis: Er rief von seinem Büro-PC aus fragwürdige Websites auf. Jetzt hat er den Hut genommen.

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Plötzlich wurde sein PC beschlagnahmt: Der Mann, der bis vor gut zwei Wochen Chef eines Grenzwachtposten im Wallis war, hat mit einem Computer des Bundes «möglicherweise fragwürdige Links aufgesucht», wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) gegenüber 20 Minuten bestätigt. Dies habe man aufgrund interner Kontrollmechanismen festgestellt.

«Daraufhin hat der Chef Grenzwachtkorps umgehend eine Untersuchung bei der für uns zuständigen Militärjustiz beantragt», sagt Sprecher Matthias Simmen. Jetzt wurde die Walliser Staatsanwaltschaft aktiv. Der Generalstaatsanwalt Nicolas Dubuis sagt, dass eine Untersuchung eingeleitet worden sei. Es gelte die Unschuldsvermutung.

Grenzwachtkorps kommt nicht zur Ruhe

Im Korps ist die Aufregung aber gross. Ein Insider sagt, die Belegschaft sei bestürzt. Gerüchte, es handle sich um verbotene Kinderpornografie, machten die Runde. «Viele von uns haben kleine Kinder. Die Vorstellung ist brutal. Wäre er zu schnell gefahren, wäre das verzeihbar gewesen.» Eine Bestätigung für diese Gerüchte gibt es bisher nicht.

Die Stimmung sei auf dem Tiefpunkt angekommen: Der Postenchef sei gekommen, um nach dem Fall der Totgeburt einer Syrerin «aufzuräumen», so der Insider: «Er hat mit harter Hand regiert.» Der Postenchef sei alleinstehend und nicht besonders beliebt gewesen.

Welche Websites der Adjutant geöffnet hat, wollen die Behörden nicht sagen. Der Generalstaatsanwalt verweist auf das Amtsgeheimnis, auch die EZV äussert sich nicht zu laufenden Strafverfahren. Der Beschuldigte war für 20 Minuten nicht zu erreichen. Klar ist, dass er Konsequenzen gezogen hat: Er hat sein Arbeitsverhältnis per Ende November aufgelöst.

(daw)