Charity-Einsatz

29. Februar 2012 22:44; Akt: 29.02.2012 22:56 Print

Präsidenten kämpfen für den Regenwald

Im Kampf für den Regenwald haben alle Parteipräsidenten einen Brief an die brasilianische Präsidentin geschrieben. Doch der Schuss könnte laut Experten nach hinten losgehen.

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Gemeinsam machen sich die Parteipräsidenten für den brasilianischen Tropenwald stark.

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Selten kommt es vor, dass sich alle acht Schweizer Parteipräsidenten von links bis rechts einig sind. Nun aber sind sie es: Sie wollen sich für den Erhalt des brasilianischen Regenwaldes einsetzen. Dazu haben sie im Auftrag des WWF einen Brief an die Präsidentin Dilma Rousseff geschrieben – mit der Bitte, ihr Veto für eine heikle Abstimmung einzulegen. Anfang März wird über eine Gesetzesänderung entschieden, die massiv mehr Rodungen in den Tropenwäldern erlauben würde.

Die Rodung einer Fläche, die so gross wie die Deutschlands, Österreichs und Italiens zusammen wäre, hätte eine enorme Erhöhung des CO2-Ausstosses zur Folge. «Wir versuchen in der Schweiz das CO2-Problem in den Griff zu bekommen, doch mit der Vernichtung des Regenwaldes in Brasilien wird alles zunichtegemacht», sagt Hans Grunder, BDP-Parteipräsident.

Die ganze Sache hat etwas Scheinheiliges

Laut Experten könnte das Schreiben aber mehr schaden als nützen. «Eine Einmischung der Schweiz könnte die weiteren liberalen Beziehungen gefährden. Ein solcher Vorstoss ist problematisch und ich würde davon abraten», so der Brasilien-Experte Stefan Buser.

Dem Regenwald zuliebe wollen die Parteipräsidenten aber gerne darüber hinwegsehen: «Allfällige negative Einflüsse auf die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Brasilien müssen in Kauf genommen werden.» Ganz überzeugend wirkt die Aktion dennoch nicht: «Obwohl der Einsatz grundsätzlich positiv zu werten ist, hat die ganze Sache auch etwas Scheinheiliges», so der Politexperte Louis Perron.

Für einmal sind sich die Schweizer Politiker einig. Was halten Sie von dem Einsatz für den Regenwald?

(leo/sma/20 Minuten)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Ich bin stolz auf diese Aktion. Es wäre wirklich schön, wenn unsere Parteien öfters zusammen an einem Strang ziehen würden. Hoffentlich setzt sie ein positives Signal, sowohl in der Schweiz, als auch in Brasilien. – Schweizer

Es ist immer einfacher den Garten der anderen zu kritisieren. Die Sojabohnen zum verfüttern und das Rindfleisch werden wir weiterhin importieren. Es ist in der Tat scheinheilig. Besser wäre eine Einigkeit bei Innenpolitischen Themen. – Ulrich Schläfli

Fakt ist doch, so lange die verbleibenden Wälder und Regenwälder dieser Erde massiv gerodet werden, brauchen wir uns nicht über teure und vergleichsweise lächerliche CO2 Reduktionen zu unterhalten. Ich bin sicher die Brasilianer lassen den Wald für ein paar Jahre in Ruhe wenn man ihnen Geld gibt... das kann ja aber wohl kaum ein dauerhafter Ansatz sein. Entweder alle oder keiner, = entweder aufhören und sich auf die Veränderungen einstellen (müssen wir so oder so) oder Querulantenländer zum einlenken zwingen. – Mark Strahl

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Horst B. am 01.03.2012 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst vor der eigenen Haustür wischen

    In der Schweiz ist es nach wie vor gratis, die Umwelt mit CO2 zu belasten. Das Kyoto-Protokoll wurde zwar unterschrieben, kann aber kaum eingehalten werden. Die Schweiz hat, im Vergleich zum Ausland, einen höheren Anteil an Autos, die viel CO2 ausstossen. Der Zunahme der Emissionen in der Schweiz wird tatenlos zugesehen und es wird sogar gesagt, dass wir mehr Strassen benötigen und anstatt Güter durch die Bahn, mehr Lastwagen zum Gütertransport einsetzen sollten. Bevor also fremde Staaten angegriffen werden, sollte man glaubhaft zeigen, wie selber umweltfreindlich regiert wird!

  • regula stark am 01.03.2012 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    was denn...?

    «Allfällige negative Einflüsse auf die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Brasilien müssen in Kauf genommen werden.» Seit wann denken unsere Politiker denn in die Richtung? Wäre lange an der Zeit, allerdings muss cih eingestehen, dass ich ihnen diese Aussage nicht abnehme. Leider.

  • Philipp89 am 29.02.2012 23:51 Report Diesen Beitrag melden

    Schützt die Natur

    Super Sache das. Ich finde heutzutage sollte jeder etwas für unsere Natur beitragen. Denn Natur heisst Lebensqualität. Achtung: Auch ich bin kein Grüner (nichts gegen Grüne) sondern SVP'ler. Gruss Philipp

Die neusten Leser-Kommentare

  • regula stark am 01.03.2012 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    was denn...?

    «Allfällige negative Einflüsse auf die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Brasilien müssen in Kauf genommen werden.» Seit wann denken unsere Politiker denn in die Richtung? Wäre lange an der Zeit, allerdings muss cih eingestehen, dass ich ihnen diese Aussage nicht abnehme. Leider.

  • Christoph Siegrist am 01.03.2012 09:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Lunge der GESAMTEN Welt

    Bravo! Das ist wichtig und richtig! Der Regenwald ist die Lunge der gesamten Welt. Solche Entscheidungen sollte Brasilien nicht alleine treffen können.

  • Andreas am 01.03.2012 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz hat kein Urwald

    Die Schweiz selber hat noch einen halben Quadratkilometer Urwald und kann mit Wildtieren wie Wolf, Luchs und Bär nur schwer umgehen. Da fragt man sich schon warum gerade die Schweiz den Brasilianer Tipps geben sollten.

    • Kipkoech am 01.03.2012 09:50 Report Diesen Beitrag melden

      falsch, Waldfläche wächst

      falsch, die Schweizer Waldfläche wächst seit Jahren und wird immer weniger genutzt

    • CHer am 01.03.2012 12:04 Report Diesen Beitrag melden

      darum

      Weil Brasilien allenfalls aus unseren Fehlern lernen kann.

    • mirco am 01.03.2012 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      rettet die welt

      die schweiz hat schon lange keinen urwald mehr! und eben amazonien ist die linge der welt man soll retten was noch zu retten ist und nicht nur zuschauen wie wir untergehen ;)

    einklappen einklappen
  • Samuel am 01.03.2012 08:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    riesen schaden am ökosystem 

    so gross wie DE, AT und IT zusammen? wird mir fast schlecht wenn ich mir überlege was für einen schaden die dort am ökosystem anrichten. wir rotten uns langsam aber sicher selbst aus

    • Makutaner am 01.03.2012 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Das betrift auch uns.

      der Brasilianische Regenwald ist ja schon fast zur hälfte abgeholzt . Das ist leider ein problem, auch für uns.

    • Hamlet am 01.03.2012 12:24 Report Diesen Beitrag melden

      mach was

      Dir wird schlecht, was unternimmst du? Also ich kann die Leute verstehen und man muss wohl andere Anreize für den Mensch finden als nur die Moral.

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  • Gismo am 01.03.2012 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Scheinheiligkeit

    Scheinheiliges getue unserer Politiker. In der Schweiz haben Wildtiere (Bär, Wolf und Luchs) angeblich keinen Platz. Doch in Ländern in denen die Kleinbauern Nutzfläche für ihre Ernährung brauchen wird versucht opolitisch Einfluss zu nehmen. Ich bin klar für den Erhalt des Regenwaldes, ein solches Naturreservat muss unter allen Umständen geschützt werden. Doch es geht nicht an, dass unsere Politiker einen Brief nach Brasilien schreiben und gleichzeitig den Abschuss für Wölfe in der Schweiz lockern wollen... Zuerst vor der eingenen Haustüre wischen, liebe Herren in Bern!

    • Hamlet am 01.03.2012 12:25 Report Diesen Beitrag melden

      Bevölkerungsdichte

      Umweltschutz und Wildtiere haben immer auch was mit der Bevölkerungsdichte zu tun.

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