Teure Immobilien

12. Oktober 2016 08:50; Akt: 12.10.2016 09:39 Print

Preise für Wohneigentum steigen weiter an

Wer ein Eigenheim wünscht, muss nach wie vor tief in die Tasche greifen. Die Nachfrage nach Wohnungen hemmt das nicht.

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Nach einem kleinen Taucher ziehen die Preise für Eigentumswohnungen 2017 wieder leicht an: Bauprojekt in Flims GR. Die Leerbestände im Mietwohnungsmarkt stiegen ungebremst, der Wettbewerb um Mieter wird sich gemäss der Credit Suisse verschärfen: Häuser im Rohbau. (Symbolbild) Ein neuer Anspruch auf Mietzinssenkung wurde im Sommer 2017 wieder Realität. Anfang März wurde der Wert, der eine Senkung ausgelöst hätte, noch um ein Hundertstelprozent verfehlt: Ein Wohnblock. Die Unterschiede zwischen den günstigsten und den teuersten Anbietern sind im vierten Quartal 2016 angestiegen, was die Käufer in den Verhandlungen begünstigt: Zwei Männer ziehen bei einer Wohnungsbesichtigung Schutzüberzüge über ihre Schuhe. Die Preise für bestehende Mietwohnungen sanken 2016 laut der UBS um 1,3 Prozent, bei Neumieten gar um 3,4 Prozent: Mietwohnungen in Fällanden ZH. (Archivbild Keystone, Martin Rütschi) Die Preise für Eigentumswohnungen steigen seit dem Frühling 2017 wieder leicht. Ende 2016 lagen die Preise erstmals seit 14 Jahren tiefer als im Vorjahr. (Archivbild). Konstant teuer: Klassische Einfamilienhäuser. Projekt für eine Einfamilienhaus-Überbauung an sonniger Hanglage in Igis im Churer Rheintal. (4. August 2012). Eigentumswohnungen sind beliebt, unter anderem weil sie auch für Haushalte mit kleinerem Budget eher erschwinglich sind als Einfamilienhäuser: Mehrfamilienhäuser in Oberwangen bei Bern. Die steigenden Immobilienpreise der letzten Jahre schlagen sich im Vermögen nieder. Die Schweiz landet 2015 auf Platz 7 des Millionäre-Rankings, steigende Immobilienpreise haben zu dieser Platzierung massgeblich beigetragen: Eine Villa mit Seeanstoss in Stäfa an der Zürcher Goldküste. Die Zahl der Millionäre ist 2015 um 4,5 Prozent auf 358'500 gestiegen: Baustelle in Schindellegi SZ. Die Autoren des Weltvermögensreports der Beratungsgesellschaft Capgemini nennen zwei Faktoren für die wachsende Zahl von Millionären hierzulande. Erstens die steigenden Immobilienpreise.... ...und zweitens eine höhere Sparquote: Blick auf den Zürichsee. Die schwache Konjunktur hat das Wachstum der Millionärszahl etwas geschwächt, schreibt Capgemini: Grossbaustelle für die Überbauung Glattpark in Opfikon ZH. Der Frankenschock habe hingegen keine Rolle gespielt. Die Schweizer Börse habe nur kurz negativ reagiert, und der Frankenkurs zum US-Dollar sei stabil geblieben: Baustelle für die Siedlung Erlenmatt in Basel.

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Während Einfamilienhäuser für viele zu teuer sind, steigt das Interesse an Wohnungen. Die Preise für Wohneigentum sind im dritten Quartal darum insgesamt gestiegen.

Der vom Immobilienberater IAZI errechnete Preisindex zeigt einen Anstieg von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum beträgt der Anstieg 2,3 Prozent, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten SWX IAZI Private Real Estate Price Index hervorgeht. Das ist zwar etwas tiefer als das durchschnittliche Preiswachstum für Wohneigentum in den letzten 30 Jahren. Dieses liegt bei 2,8 Prozent.

Unbezahlbare Einfamilienhäuser

Überdurchschnittlich gestiegen sind die Preise aber für Eigentumswohnungen. Gegenüber dem Vorquartal liegen diese nochmals um 1,5 Prozent höher, gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um 4,5 Prozent. Starke Anstiege auf Jahresbasis verzeichnen die Kantone Neuenburg (+7,4 Prozent), Thurgau (+7,2 Prozent) und Aargau (+7 Prozent).

Klassische Einfamilienhäuser hingegen seien für einen Grossteil der Interessenten zu teuer geworden, schreibt IAZI seiner Analyse. Zudem schränke der kalkulatorische Hypothekarzinssatz von bis zu fünf Prozent den Kreis möglicher Käufer zusätzlich ein. Die Preise für Einfamilienhäuser wuchsen daher gegenüber dem Vorquartal nur um 0,7 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr blieben sie mit 0,2 Prozent praktisch konstant.

Je nach Region sind sie sogar zurückgegangen. In den Kantonen Solothurn (-2,4 Prozent), Graubünden (-3,4 Prozent) und Genf (-3,6 Prozent) sind die Preisrückgänge deutlich. Bei den Eigentumswohnungen hingegen gibt es auf Jahresbasis keine Preisrückgänge.

(jdr/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • P.Meier am 12.10.2016 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Bäume wachsen nicht in den Himmel

    Auch bei den Immobilienpreisen wird es eine Kehrtwende geben. Irgendwann gibt es eine Zinswende, weil die Minuszinsen der SNB sind nicht ewig. Dann steigen die Hypo Zinsen und es fallen die Immobilienpreise, weil viele Hauseigentümer wird es "lupfen", insbesondere wenn noch ein Job Verlust oder andere Schicksalsschläge dazukommen.

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  • D.Weder am 12.10.2016 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Angstmacherei

    Das Bauen selber ist nicht teuerer als for 20 Jahren , es geht da nur um die Landpreise , die steigen und steigen , auf dem Land findet mann immer noch günstiges Bauland ,es ist immer noch gleich , wenn man das Bauland Bar bezahlen kann , dann ist die Finanzierung günstig für ein Eigenheim, aber sparen und Verzicht , ist das A & O

  • Fernando Salomon am 12.10.2016 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    eine normale Entwicklung

    hat das eventuell etwas damit zu tun das immer mehr Menschen in der Schweiz Leben? 1960 waren knapp 6 Mio heute 8 Mio!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M. Von Gunten am 17.10.2016 00:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haus vor Wohnung

    Wir sind keine Fans von Stockwerkeigentum, deshalb haben wir uns für unser Haus in Hurden, Kt. Schwyz, direkt am See entschieden. Wir vermieten aber auch Wohnungen in unseren Liegenschaften am Hönggerberg und im Kanton Zug, denn nicht alle Leute in diesem Land wollen unbedingt eine eigene Wohnung erwerben. Den Zweitwohnsitz in San Remo haben wir nicht nur als Rückszugsort von den Massen, sondern auch aus steuerlichen Gründen gekauft.

  • Rumpelstilzli am 12.10.2016 20:31 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder der kommt braucht Platz!

    Wie heisst es doch so schön? Angebot und Nachfrage regeln den Marktpreis... Lassen wir doch der Zuwanderung freien Lauf, bis wir es uns schlussendlich nicht mehr leisten können, im eigenen Land die Miete zu bezahlen, denn Wohneigentum ist für die meisten Schweizer sowieso nicht (mehr) erschwinglich

    • Michi am 17.10.2016 00:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rumpelstilzli

      Es gibt kein adäquates Angebot gegenüber der Nachfrage in diesem Land. Die Politik schaut weg und verkrampft sich, wenn die Göners, Schweris, Duttweilers und Ineichens sich für die Bevölkerung stark machen.

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  • Sepp Trub am 12.10.2016 20:28 Report Diesen Beitrag melden

    Net Profit

    Es ist einfach schoen im Schwiizerlaendli. Pro Tag steigt der Wert vom Eigenheim auf der Forch mehr, als Sepp und Frauchen fuer Olmas, Chateaubriand, "Eidechsli" und Pommard ausgeben.

  • Kurt am 12.10.2016 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Krank

    In vielen Ländern bezahlt man für Land und Haus soviel wie bei uns für zwei Mittelklasse Wagen.

    • chris am 12.10.2016 17:39 Report Diesen Beitrag melden

      Wirtschaftliche Unterschiede

      @ Kurt: Ja, aber in diesen Laendern verdienen die Menschen lange nicht so viel wie in der Schweiz, und oftmals ist die wirtschaftliche Lage in solchen Laendern auch nicht besonders stabil....

    • D.N. am 14.10.2016 05:33 Report Diesen Beitrag melden

      @chris

      Ja sehr gut beschrieben! Da können wir uns eine Nase voll nehmen oder langsam anpassen lernen. Auch bei uns sehe ich in Zukunft solche Prophezeiungen, wenn das so weitergeht. Stabil ist die Schweiz jedenfalls nicht, oder dann aber nur für die Reichen.

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  • mietverantwortlicher am 12.10.2016 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Konjunkturkehrtwende

    Wenn ich mir die Angebote von Immoscout ansehe, dann das heutige Angebot von 80T Immobilien mit dem Angebot von 11.2011 vergleiche (34T Angebote), so sehe ich, dass sich da etwas verändert hat. Was dies nun bedeuten soll, ist mir total schleierhaft. Wenn sich in meinem Keller viele leere Bierflaschen ansammeln, geht mir das auf den Keks. Sind aber keine Flaschen mehr da, gerate ich in Rage. Ich denke, es hat etwas damit zu tun.