Volumen-Vergleich

15. Mai 2012 18:18; Akt: 15.05.2012 20:21 Print

Preonzo - 142 SBB-Züge oder 13 Minuten Rheinfall

Beim Bergsturz von Preonzo TI donnerten Gesteinsmassen mit einem Volumen von 300'000 Kubikmetern ins Tal. Wie viel ist das eigentlich? Sehen Sie hier ein paar eindrückliche Vergleiche.

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In der Nacht auf den 15. Mai 2012 krachte es oberhalb des Tessiner Dorfes Preonzo gewaltig. Nicht weniger als 300'000 Kubikmeter Gesteinsmassen donnerten ins Tal. Aber wie viel sind eigentlich 300'000 Kubikmeter? Sehen Sie in der Folge ein paar Beispiele, welche die unglaubliche Menge greifbarer machen. Riesige Wassermassen stürzen den Rheinfall hinunter. Dennoch würde es - bei mittlerem Pegelstand - immerhin 13 Minuten dauern, bis ein Gefäss, das die Gesteinsmassen von Preonzo beinhaltet, mit Rheinwasser gefüllt wäre. Man könnte den neu erstellten Prime Tower in Zürich komplett aushöhlen und mit Preonzo-Gestein füllen - das Geröll würde überschwappen. Um die Gesteinsmassen zu fassen, müsste der 126 Meter hohe Turm noch rund 40 Meter höher sein. Jeder Schweizer müsste rund 40 Milchpackungen à je 1 Liter schleppen, damit das gleiche Volumen wie bei der Gerölllawine von Preonzo entsteht. Ob Marylin Monroe wusste, dass sie ihre Badewanne rund 1,5 Millionen Mal hätte füllen müssen, um das Preonzo-Volumen zu erhalten? Ein Intercity-Neigezug der SBB ist fast 190 Meter lang. Dennoch ist das Volumen des Preonzo-Bergsturzes rund 142 Mal grösser als dasjenige des gesamten Zuges. Der Monolith auf dem Murtensee erlangte bei der Expo.02 weltweit Berühmtheit. Auch sein Volumen ist beeindruckend: Dasjenige der Preonzo-Gesteinsmassen ist nur rund neun Mal grösser. Wenn jeder Schweizer einen 40-Liter-Rucksack mit dem Preonzo-Gestein füllen würde, würde es gerade knapp reichen, um die Gesamtmenge wieder den Berg hochzutragen. Ein typisches Schweizer Einfamilienhaus: Es bräuchte davon 1000 bis 1200 um auf das gleiche Volumen wie bei der Lawine von Preonzo zu kommen. Der Pfäffikersee ist für Schweizer Verhältnisse ziemlich klein. Sein Volumen ist im Vergleich zum Preonzo-Felssturz dennoch enorm: Es ist 153 Mal grösser.

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Eins vorweg: Die Gesteinsmassen, die sich im September 1806 vom Rossberg lösten und das Schwyzer Dorf Goldau einschliesslich rund 500 Bewohnern unter sich begruben, stellen mit ihrem Volumen von rund 40 Millionen Kubikmeter alle anderen Felsstürze in der (jüngeren) Geschichte der Schweiz in den Schatten.

So auch denjenigen, der sich oberhalb des Tessiner Dorfes Preonzo ereignete: 300'000 Kubikmeter Gestein lösten sich in der Nacht auf den 15. Mai 2012 und donnerten ins Tal. 300'000 Kubikmeter? Eine ziemlich abstrakte Zahl.

Ein paar simple Vergleiche machen die unglaubliche Dimension erst greifbar. Hätten Sie gedacht, dass man mit den Preonzo-Gesteinsmassen 142 SBB-Neigezüge füllen könnte? Oder dass jeder Schweizer einen 40-Liter-Rucksack schultern müsste, um das Geröll wieder den Berg hochzutragen? Sehen Sie weitere Beispiele in der Diashow.

(fum)