04. April 2005 08:30; Akt: 04.04.2005 08:30 Print

Presse würdigt eine «Jahrhundertpersönlichkeit»

Die Schweizer Presse hat den verstorbenen Papst Johannes Paul II. als eine «Jahrhundertpersönlichkeit» gewürdigt, als «Ausnahmepapst» - und gleichzeitig an seine polarisierende Wirkung erinnert.

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Seine Orientierung an reaktionären kirchlichen Strömungen hinterlasse der Kirche «ein schweres Kreuz», schreibt die «Berner Zeitung». Es sei jedoch kleinlich, wenn man Johannes Paul II. nur als Dogmatiker ansehe, kommentiert «24 heures».

«Das junge Kirchenvolk mochte dem «Grossvater» nicht in allem zu folgen, doch er zeigte ihm Dimensionen auf, die heute nicht wohlfeil zu haben sind», erklärt «Der Bund». Die Radikalität seiner Haltung habe fasziniert, schreibt das «St. Galler Tagblatt».

«Bedeutungsverlust der Kirche»

«Eine wachsende Verehrung für die Person des Papstes ging jedoch einher mit einem Bedeutungsverlust der katholischen Kirche im Allgemeinen», bilanzierte bereits die «NZZ am Sonntag». Die Kirche habe unter Johannes Paul II. ihren Platz im Zentrum der westlichen Welt verloren.

Der neue Papst müsse einen neuen Kurs einschlagen, heisst es in der «Basler Zeitung»: «Die katholische Kirche braucht nun einen mutigen, offenherzigen Nachfolger» für «Karol den Grossen», wie der «Tages-Anzeiger» den verstorbenen Papst nennt.

(sda)