Videoüberwachungen

09. April 2014 08:55; Akt: 09.04.2014 09:24 Print

Privatdetektive entlarven mehr IV-Betrüger

IV-Betrügern wird immer häufiger das Handwerk gelegt. Versicherungen lassen sie zunehmend von Privatdetektiven überwachen. Mit Erfolg – so werden Millionen eingespart.

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Mirjana C.* steigt mit voll gefüllten Taschen in einen Reisebus nach Serbien. Von aussen wirkt die Frau kerngesund, dennoch erhielt sie von der IV eine Rente. Frau C. gab nach einem Velounfall vor, schwer krank zu sein. So schwer, dass sie nicht mehr arbeiten und stattdessen nur noch liegen konnte. Die IV-Stelle Luzern glaubte ihren Schwindel und zahlte – bis Privatdetektive der Frau auf die Schliche kamen. C. wurde unterdessen von einem Gericht zu vier Jahren Haft verurteilt. Sie hat die Versicherungen um über eine Million Franken betrogen.

So wie Frau C. konnten in den letzten Jahren immer mehr Betrüger überführt werden. Invalidenversicherungen lassen Krankgeschriebene zunehmend von Privatdetektiven überwachen. Belief sich die Zahl der Videoüberwachungen 2009 noch auf 60 Fälle, waren es im Jahr 2012 bereits 370. «Die Bevölkerung will, dass wir die Leistung jenen geben, die es nötig haben, und nicht jenen, die betrügen», sagt Donald Locher, Direktor der IV-Stelle Luzern, gegenüber der SRF-Sendung «Rundschau».

24 Millionen eingespart

Erst seit acht Jahren dürfen Versicherung solche Inspektionen anordnen. Gefilmt werden darf nur auf öffentlichem Grund. Seit der Einführung nehmen die Kontrollen kontinuierlich zu – und sie zeigen Erfolg, wie 20 Minuten schon im Januar berichtete.

Wie zentral die Arbeit der Detektive für die Sozialversicherungen tatsächlich ist, zeigt ein Blick auf die Statistik des Bundesamts für Sozialversicherung BSV. Denn obwohl die privaten Überwachungen pro Tag rund zweitausend Franken kosten, rechnen sie sich. Betrugen die Einsparungen 2009 rund acht Millionen Franken, waren es im 2012 bereits 24 Millionen Franken.

*Name der Redaktion bekannt

Die «Rundschau» zum Thema IV-Betrug läuft heute Mittwoch um 20:50 Uhr auf SRF 1.

(sma)