Zersiedelung

27. November 2018 05:43; Akt: 27.11.2018 05:43 Print

Pro Jahr werden 2700 Fussballfelder zugebaut

Seit 1982 ist die Siedlungsfläche in der Schweiz um 31 Prozent gewachsen. Für die Bauten mussten Naturwiesen und Ackerland weichen.

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Zwischen 1982 und 2015 ist die Siedlungsfläche im Gebiet der West-, Zentral- und Nordschweiz um 31 Prozent gewachsen. In 21 Kantonen, die das Bundesamt für Statistik untersucht hat, wurden demnach durchschnittlich pro Jahr 1983 Hektaren zubetoniert. Das entspricht 2700 Fussballfeldern.

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Als Siedlungsflächen gelten neben dem Gebäude-, Industrie- und Gewerbeareal auch sämtliche Verkehrsflächen, Erholungs- und Grünanlagen sowie Energieversorgungsanlagen, Deponien oder Baustellen.

Das stärkste Wachstum an verbauter Fläche beobachteten die Statistiker zwischen 1982 und 1994, dort betrug der Zubau jährlich ein Prozent. Danach schwächte sich das Wachstum ab, 2006 bis 2015 betrug es 0,7 Prozent.

Naturwiesen und Heimweiden sind verschwunden

Die Statistik zeigt auch, welche Flächen den Siedlungen weichen mussten. Die Bautätigkeit in den letzten 33 Jahren ging vor allem auf Kosten der Naturwiesen und Heimweiden: 43 Prozent der 1983 zubetonierten Hektaren wurden auf diesen Flächen errichtet, danach folgt das Ackerland, auf dem 35 Prozent der Neubauten zustande kamen.

16 Prozent des Zubaus entfiel auf Obst-, Reb- und Gartenbauflächen, zwei Prozent auf Alpwirtschaftsfläche. «Insgesamt sind die Siedlungen somit zu 94 Prozent auf Kosten des Kulturlandes gewachsen», halten die Statistiker des Bundes fest.

Landwirtschaftsfläche hat stark abgenommen

Diesen Umstand illustriert auch den sinkenden Anteil der Landwirtschaftsfläche. Sie hat im beobachteten Zeitraum um durchschnittlich 2320 Hektaren abgenommen. Auf 80 Prozent der verschwundenen Landwirtschaftsflächen entstanden Siedlungsflächen, 20 Prozent wurden von Wald, Gehölzen und Gebüschen eingenommen. Gebremst ist laut BFS aber die Abnahme der Fläche für Obst-, Reb- und Gartenbau. Dies sei darauf zurückzuführen, dass die Bauern wieder mehr Hochstammbäume pflanzen würden.


(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Claudia1 am 27.11.2018 05:52 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Sehr schlimm, wie es überall aus sieht. Ich war vor kurzen in Stettbach. Vor kurzem war es eine ländliche, schöne Gegend und heute? Die Natur wird verschandelt auf Kosten der Lebensqualität. Für was denn? Damit die Oberen nochmehr Geld einnehmen? Wir haben zuviele Menschen hier. Es ist nicht mehr schön.

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  • Ruedi am 27.11.2018 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konsequenz

    Der Bund möchte ja immer mehr Leute in der Schweiz haben. Das ist die logische Konsequenz daraus. Nicht jeder hat Bock auf verdichtetes Wohnen in die Höhe und Dichtestress.

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  • TheRealSchnauz am 27.11.2018 05:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naturschutzgebiet

    Bei uns gehts schon im Naturschutzgebiet los. Da sonst zu wenig Fläche. Der Verkehr aber kollabiert jeden Abend ab 17:00

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Die neusten Leser-Kommentare

  • solo am 20.12.2018 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klar, oder?

    Die Zersiedelungsinitiative ist hinterlistig, dient leider nicht dem was vorgegaukelt wird und muss deshalb abgelehnt werden.

  • Cavi33 am 20.12.2018 13:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Anfänger

    Dieser Bericht suggeriert den Lesern dass die Landschaft verbaut wird. Stimmt natürlich nicht ganz, viele Fussballfelder sind eingezont und können seit Jahren bebaut werden. Vor dieser Initiative müsste die BZO mal angepasst werden, das Schweizweit. Die Initianten verstehen nun gar nichts von der Materie und zeigen nicht mal im Ansatz eine Lösung auf.

  • Happy_Monk3y am 27.11.2018 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    frage

    seit wann ist 1 Fussballfeld eine Masseinheit?

  • Leser am 27.11.2018 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Ende des zupflasterns in Sicht

    Für ein derart kleines Land wie die Schweiz ist, wird dieses zubauen bald an natürliche Grenzen stossen. Aber bis es soweit ist, wird vermutlich "fröhlich" weitergebaut werden.

  • Heidi Heidnisch am 27.11.2018 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umzonung

    Meine Liegenschaft war von Mischzone in Landwirtschaftszone umgewandelt worden. Dadurch verlor ich einen Grossteil meines investierten Kapitals beim Verkauf. Nun frage ich mich, wieso es möglich ist, dass Kulturland wieder von Landwirtschaftszone in Bauland umgewandelt wird? Sicher sind nicht alle 2700 umgezont worden, aber anscheinend doch ein grosser Teil davon.