Cybermobbing

06. März 2013 18:17; Akt: 06.03.2013 18:17 Print

Pro Juventute hält an Kampagne fest

Das Problem Cybermobbing sei überschätzt, sagen zwei neue Studien. Trotzdem will Pro Juventute an ihrer Kampagne festhalten - denn die Online-Hänselei belaste Betroffene besonders.

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Nur drei Prozent der Jugendlichen sind von Cybermobbing betroffen.

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Vom Sexvideo auf Facebook über wüste Beschimpfungen im Chat bis hin zu erniedrigenden Fotos in Foren: Fälle von Cybermobbing machten jüngst immer wieder die Runde. Wie zwei neue Studien der Pädagogischen Hochschule Thurgau und der Universitäten Bern und Zürich nun zeigen, ist das Phänomen jedoch deutlich weniger verbreitet, als bisher angenommen: Cybermobbing trete dreimal weniger häufig auf als Mobbing in der realen Welt.

Jugendliche sind vorsichtiger geworden

Dass es im Netz tatsächlich relativ selten zu massiven Attacken kommt, weiss auch Gregor Waller von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZAHW. Die aktuelle JAMES-Studie bestätige diese Resultate. «Cybermobbing hat im Vergleich zu 2010 abgenommen und betrifft heute zirka drei Prozent der Jugendlichen.» Das habe auch damit zu tun, dass sich Jugendliche heute im Netz besser schützen. «Nur noch 16 Prozent von ihnen hat heute etwa einen offenen Facebook-Account.»

Trotzdem warnt Waller davor, das Phänomen zu unterschätzen: «Wenn auf dem Pausenplatz gehänselt wird, dann erfahren dies nur wenige. Im Internet aber sind die persönlichen Attacken einem grösseren Kreis zugänglich und noch für Jahre online zu finden.»

Klassische Prävention genügt nicht

Pro Juventute lancierte im letzten Herbst die erste nationale Kampagne zum Thema Cybermobbing und erhielt mit Torhüter Diego Benaglio, Sängerin Heidi Happy und Ex-MTV-Chefin Jubaira Bachmann prominente Unterstützung.

Obwohl es nach Ansicht der Forschenden solch eine spezielle Prävention nicht brauche, will Pro Juventute an der Kampagne festhalten. «Die Resultate stehen nicht in einem Widerspruch zu unserer Kampagne», so Urs Kiener von Pro Juventute. Rund zwei bis drei Betroffene würden sich in der Woche bei ihrer Notrufnummer 147 melden. «Dies sind nicht viele Fälle, dafür aber wiegen sie viel schwerer als normale Mobbingattacken.» Eine weitere Senibilisierung zum Phänomen Cybermobbing sei deshalb unumgänglich.

Dies findet auch der CVP-Nationalrat Jakob Büchler: «Tatsache ist, dass es Cybermobbing gibt und man das Phänomen nicht herunterspielen darf. Es kann sehr gefährlich sein, wenn man eine solche Message verbreitet.» Das Thema dürfe deshalb nicht aus den Augen verloren und die Prävention weiter verfolgt werden.

(sma)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lord Scari am 07.03.2013 01:45 Report Diesen Beitrag melden

    Mein eigener Schatten macht mir Angst!

    Also ich fühle mich vom Fernseher gemobbt, ständig Werbung, zu hohe Gebühren und irgendwie ständig polarisierend oder einseitige Berichterstattung. Dagegen macht aber niemand etwas - schade. Fazit, ich schalte den Fernseher einfach aus, wohl möglich das einzig richtige.

  • Drachmen am 06.03.2013 18:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so

    Pro "Pro Juventute". Finde sie machen eine klasse Arbeit!

  • max gartner am 06.03.2013 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut gibt es pro juventute

    finde es super gibt es pro juventute! nur weil irgendeine studie nun wieder etwas aufzeigt was vielleicht nicht einmal stimmt. man sollte damit das thema nicht einfach vom tisch wischen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lord Scari am 07.03.2013 01:45 Report Diesen Beitrag melden

    Mein eigener Schatten macht mir Angst!

    Also ich fühle mich vom Fernseher gemobbt, ständig Werbung, zu hohe Gebühren und irgendwie ständig polarisierend oder einseitige Berichterstattung. Dagegen macht aber niemand etwas - schade. Fazit, ich schalte den Fernseher einfach aus, wohl möglich das einzig richtige.

  • Leser am 06.03.2013 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Problematisch

    Meines Erachtens würde Pro Juventute lieber eine allgemeine Kampagne gegen alle Formen von Mobbing machen. Direktes Mobbing und Cybermobbing sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Vermutlich sind viele Opfer von Mobbing von beiden Varianten betroffen. Es ist sinnlos, wenn nicht sogar zynisch, darüber zu spekulieren, welche Form die "schlimmere" ist, da beide Formen schwerwiegende Folgen für die Betroffenen haben können. Auch den Begriff "normal" sollte man für Mobbing nicht verwenden, da er bei manchen Leuten den Eindruck erwecken könnte, dass direktes Mobbing gar nicht so schlimm sei.

  • George am 06.03.2013 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    cybermobbing !!!!!

    Cybermobbing ist etwas vom schlimmsten für Jugendliche. Danke Pro Juventute

  • max gartner am 06.03.2013 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut gibt es pro juventute

    finde es super gibt es pro juventute! nur weil irgendeine studie nun wieder etwas aufzeigt was vielleicht nicht einmal stimmt. man sollte damit das thema nicht einfach vom tisch wischen.

  • Drachmen am 06.03.2013 18:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so

    Pro "Pro Juventute". Finde sie machen eine klasse Arbeit!