Monatsausgaben

11. Juni 2019 11:14; Akt: 11.06.2019 11:14 Print

Gesundheitswesen kostet 814 Fr pro Person

Die Gesamtausgaben für das Gesundheitswesen steigen weiter: Im Jahr 2017 betrugen die Kosten insgesamt 82,5 Milliarden Franken.

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2017 wurden pro Einwohner im Monat 814 Franken dafür aufgewendet. Das sind 2,6 Prozent mehr als im Jahr davor. Im Fünfjahresvergleich liegt der Anstieg der Gesundheitsausgaben aber leicht unter dem Schnitt.

In den letzten fünf Jahren stiegen die Kosten durchschnittlich 3,4 Prozent jährlich auf 82,5 Milliarden Franken im Jahr 2017, wie provisorische Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen.

Spitalkosten im Fünfjahresschnitt

Über ein Viertel der Gesamtkosten wurde für Behandlungen in Arztpraxen ausgegeben, nämlich 26,5 Prozent oder 216 Franken pro Einwohner und Monat. Knapp jeder fünfte Franken – 19,3 Prozent oder 157 Franken pro Person – floss in die Langzeitpflege und noch einmal soviel in die stationäre Kurativbehandlung, sprich Spital.

Von den 2,6 Prozent Mehrausgaben in Gesamthöhe von 2,1 Milliarden Franken entfielen 0,7 Milliarden auf Arztpraxen und 0,6 Milliarden auf Spitäler. Sozialmedizinische Einrichtungen und ambulante Leistungserbringer schlugen um je 0,3 Milliarden Franken auf.

Deutlicher wird das Bild im Fünfjahrestrend. Die Erhöhung der Spitalkosten lag mit 3,5 Prozent im Fünfjahresschnitt, der Detailhandel verteuerte sich mit 1,8 Prozent unterdurchschnittlich. Besuche beim Arzt stiegen leicht überdurchschnittlich um 4,3 Prozent.

Therapien kosten überdurchschnittlich mehr

Sehr viel Mehrkosten verursachten «Andere ambulante Leistungsbringer» wie Physiotherapeuten und «Unterstützende Dienstleister» wie Labore und Rettung mit 8, respektive 8,7 Prozent.

Der durchschnittliche Einwohner dürfte den Anstieg der Gesundheitskosten kaum bemerkt haben. Denn von 814 Franken im Monat entfielen auf ihn 233 Franken Direktkosten zusätzlich zu den Versicherungsprämien und Steuern. Das ist nur ein Franken mehr als im Jahr davor.

292 Franken pro Person und Monat übernahm die obligatorische Krankenversicherung, 147 zahlte der Staat. 50 Franken wurden durch Sozialversicherungen wie AHV, IV und den Unfallversicherungen gedeckt, 29 Franken durch andere Träger der sozialen Sicherheit und bedarfsabhängige Sozialleistungen sowie 53 Franken durch Zusatzversicherungen.

Nur die USA geben noch mehr aus

Das Verhältnis der Gesundheitsausgaben zum Bruttoinlandprodukt (BIP) stieg 2017 von 12,2 auf 12,3 Prozent. Von allen OECD-Ländern lag nur in den USA das Verhältnis der Gesundheitsausgaben zum BIP noch höher, nämlich bei 17,2 Prozent. Frankreich auf Platz drei liegt 0,8 Prozentpunkte tiefer als die Schweiz.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lorenz am 11.06.2019 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Lösung wäre einfach

    Unsere Sozialsysteme wurden von uns, für uns gegründet. Es ist nicht gedacht, dass man einwandert und sich gleich bedienen kann. Was die Politik zulässt, ist Verrat am Volk!

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  • Raubrittertum am 11.06.2019 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    Mir reicht es gewaltig

    Sagt doch einfach, dass wir immer öfter für die zahlen müssen, die nie selber zahlen werden!

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  • W am 11.06.2019 11:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesunde zahlen für Kranke

    Ich bezahle 6000sfr im Jahr Prämien und bin in den letzten 10 Jahren in keinem über den Selbstbehalt gekommen.... Aber die KK ist ein Sozialsystem und vielleicht bin ich ja irgendwann auch mal froh darüber!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Moni am 12.06.2019 21:22 Report Diesen Beitrag melden

    Die 2 Millionen Zugewanderten

    die nie einbezahlt haben kosten eben sehr viel Geld! Die Dummen sind die Schweizer, von Geburt an zahlen mussten.

  • Bartli am 12.06.2019 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Und ade

    Schon wieder das Klickthema, zum 100ertsten Mal

  • Jack am 12.06.2019 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wundert mich nicht

    Kenne viele die wegen jedem Mist in den Notfall rennen.

    • JJ am 12.06.2019 12:37 Report Diesen Beitrag melden

      Mich auch nicht

      Kenne einige die kaum kompetente Mediziner finden. Eine brauchbare Anamnese können die wenigsten erstellen. Zu Hausärzten gehe ich selbst schon gar nicht mehr.

    • Bernerin am 12.06.2019 12:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jack

      Zum Teil auch, weil Hausärzte niemanden mehr aufnehmen oder sogar aufgenommene Patienten auf den Notfall schicken, da sie zu sehr ausgelastet seien.

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  • Sämy am 12.06.2019 09:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gar nicht erstaunlich

    wir haben in der Schweiz Spitzenmedizin also modernst ausgerüstete Spitäler, Top-Spezialisten als Ärzte und die gesamte Palette an Medikamenten. Dazu kommt die Überalterung der Bevölkerung mit dem Anspruch auf die beste medizinische Versorgung. Dass die Kosten ständig steigen ist also nichts anderes als logisch und hat auch nichts mit Zuwanderung zu tun.

    • Georges Madejcyk am 12.06.2019 11:15 Report Diesen Beitrag melden

      @Sämy, so ein Quatsch

      Wir haben ein Gesundheitssystem das rendiert. Wir sind die Milchkühe und werden ausgenommen. Langsam holen viele Nachbarländer auf. Wir sind einfach zu teuer. Und nochmals, wenn in einem Spital 60% des Personals von Deutschland kommt stimmt auch was nicht. Dann kommen noch 20% von anderen Ländern und dann noch die Schweizer. Die Löhne ensprechen auch nicht dem Schweizerstandard. Ganz oben wird abkassiert und zwar im Millionenbereich. Wollt Ihr Belege, kann ich bringen anhand Lohnausweisen. Es ist ein System um uns zu melken.

    • Carlo am 12.06.2019 12:42 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt nicht

      Topspezialisten als Ärzte? Da warst du wohl selbst noch nicht in Behandlung? Leider ist das Gegenteil der Fall. Wir haben Top Kaufleute die Ärzte wurden. Leider verstehen sie von Medizin nicht wirklich etwas. Ich sehe das Ergebnis berufsbedingt jeden Tag. Diese TopÄrzte verursachen immense wirtschaftliche und gesundheitliche Probleme. Dies will aber niemand sehen.

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  • Toni S. am 12.06.2019 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wwg mit der Versicherungspflicht

    Das kann doch nicht wahr sein, oder? Ich benötige diesen Betrag nicht einmal fürs ganze Jahr und selbst die ganze Familie wäre abgedeckt. Weg mit der Versicherungspflicht!

    • D.Mellitus am 12.06.2019 10:11 Report Diesen Beitrag melden

      Typisch

      Und wenn deiner Familie was passiert und du dir, wie jeder andere, die Kosten für die Ärzte nicht leisten kannst, jammerst du los und forderst Solidarität.

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