Bundesstrafgericht

04. November 2010 17:21; Akt: 04.11.2010 17:27 Print

Prozess gegen Holenweger verschoben

Der auf den 11. November angesetzte Prozess gegen den Privatbankier Oskar Holenweger vor dem Bundesstrafgericht ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Es fehlten wesentliche Beweismittel.

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Es herrsche eine «fortbestehende Ungewissheit über die Verfügbarkeit von wesentlichen Beweismitteln», heisst es in einer Medienmitteilung. Deshalb bestehe «keine Gewähr, dass ab dem geplanten Datum die Hauptverhandlung ohne wesentliche Unterbrechung hätte durchgeführt werden können».

Weitergehende Auskünfte erteilte die Strafkammer des Bundesstrafgerichts nicht. Die Verhandlung war auf drei Tage plus einen Reservetag angesetzt gewesen.

Geldwäscherei, Gehilfenschaft zu ungetreuer Geschäftsbesorgung, Urkundenfälschung und Bestechung

Die Bundesanwaltschaft wirft Holenweger Geldwäscherei, Gehilfenschaft zu ungetreuer Geschäftsbesorgung, Urkundenfälschung und Bestechung vor. Holenweger soll in Korruptionsfälle des französischen Industriekonzerns Alstom und deren Verschleierung verwickelt gewesen sein.

Über Offshore-Gesellschaften soll er Alstom fiktive Rechnungen gestellt haben, um damit schwarze Kassen zu äufnen. Diese Gelder soll er im Auftrag des Konzern zur Bestechung an Dritte weitergeleitet haben - unter anderem an einen brasilianischen Amtsträger.

Weiter wirft die Anklage Holenweger vor, dass er 2003 von einem verdeckten Ermittler angebliche Drogengelder von insgesamt 834 000 Euro entgegengenommen habe.

(sda)