Verbotene Bilder

21. April 2016 11:14; Akt: 22.04.2016 09:04 Print

Qaasim Illi stand auf Pornos mit Gewalt und Kot

1200 Bilder mit sexueller Gewalt und menschlichen Ausscheidungen fand die Polizei bei IZRS-Vorstandsmitglied Qaasim Illi. Er wurde deswegen 2005 verurteilt.

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Abdel Azziz Qaasim Illi, Sprecher des Islamischen Zentralrats (IZRS), spricht im Dezember 2013 an der Jahreskonferenz des IZRS in Genf. 2003 soll die Polizei bei ihm zu Hause 1200 verbotene pornografische Bilder mit sexueller Gewalt und menschlichen Ausscheidungen konfisziert haben. Illi wurde unter anderem deswegen 2005 verurteilt. (Bild: Keystone/Martial Trezzini)

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Qaasim Illi, Vorstandsmitglied des Islamischen Zentralrats Schweiz (IZRS), wurde im Jahr 2005 unter anderem wegen Pornografie verurteilt, wie die «Weltwoche» schreibt. Der
Schweizer aus Schaffhausen war vor seiner Konversion zum Islam in der Technoszene aktiv und organisierte Partys. Ausserdem war er viele Jahre lang Mitglied der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (Auns) und betrieb mehrere Websites mit judenfeindlichem Inhalt.

In diesem Zusammenhang sei er Ende 2005 wegen antisemitischer Rassendiskriminierung, mehrfacher Pornografie und Verstössen gegen das Waffengesetz rechtskräftig zu einem Monat Gefängnis bedingt und 200 Franken Busse verurteilt worden. Im Strafbefehl stehe, so die «Weltwoche», dass Illi auf seiner inzwischen gelöschten Website Pro-plo.org Juden mit «Sauen» verglich.

Ein Ordner mit der Bezeichnung «Kaviar»

Bei den Untersuchungen gegen Illi soll die Polizei aber nicht nur rassistisches Material gefunden haben, sondern im Juli 2003 auch drei CDs. Auf den Datenträgern soll sich verbotene Pornografie befunden haben. Genauer gesagt sexuelle Darstellungen mit Gewalt und menschlichen Ausscheidungen – insgesamt mehr als 1200 Bilder.

Einer der Ordner für die Bilder soll Illi mit dem Namen «Kaviar» bezeichnet haben. Das ist das allgemein bekannte Codewort für Sex mit menschlichem Kot. Illi sagte damals aus, dass er die Bilder zum Teil auch Kollegen über einen Server zugänglich gemacht habe.

«IZRS: Konversion zum Islam ist ein Prozess»

Nach dem Übertritt zum Islam soll er damit begonnen haben, die Bilder zu löschen. Zum Zeitpunkt der Sicherstellung war Illi bereits seit vier Monaten konvertiert. Dennoch befanden sich noch die gefundenen 1200 Bilder in seinem Besitz. Damals soll Illi bereits eine Anzeige wegen eines Verstosses gegen das Waffengesetz gehabt haben.Der Strafbefehl wurde vier Jahre vor der Gründung des IZRS gegen ihn erlassen.

20 Minuten konnte Qaasim Illi für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen nicht erreichen. Dafür äussert sich IZRS-Generalsekretärin Ferah Ulucay schriftlich: «Der Islamische Zentralrat kommentiert grundsätzlich keine privaten Angelegenheiten. Gemäss der Darstellung in der ‹Weltwoche› wurde das verbotene Material im Juli 2003, also vor 13 Jahren und damit nur vier Monate nach Herr Illis Übertritt zum Islam sichergestellt. Für uns fehlt bei dieser Nachricht die Brisanz, ist doch hinlänglich bekannt, dass in der hiesigen Gesellschaft viele Jugendliche mitunter auch harte Pornografie konsumieren. Herr Illi war damals 21 Jahre alt, veranstaltete Techno-Partys und trieb sich in SVP-nahen Kreisen herum. Die Konversion zum Islam ist ein Prozess, wobei der gesamte Lebenswandel schrittweise umgestellt wird. Da kann es vorkommen, dass die korrekte Umstellung auf eine Sharia-konforme Lebensweise nicht über Nacht geschieht. Dies gilt wohl für jeden Konvertiten und jede Konvertitin.»

(ann)