Galgenen SZ

29. November 2019 07:55; Akt: 29.11.2019 13:34 Print

R. F. ist der Todesfahrer von Galgenen

Der 29-jährige R. F. stahl in Amriswil TG einen Audi R8 und fuhr mit diesem in ein Haus. Er soll ein Alkoholproblem gehabt haben und ein Messie sein.

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Der 29-jährige R.F. ist der Todesfahrer von Galgenen SZ. Er entwendete in Amriswil TG einen Audi R8 und fuhr diesen am frühen Sonntagmorgen in ein Haus in Galgenen SZ, das in Flamen aufging. Bewohner Najib Amiri (28) aus Afghanistan steht vor den Trümmern des ehemaligen Wohnhauses, in das einen Tag zuvor das Auto hineinschoss. Der Familienvater sagt zu 20 Minuten: «Wir hatten riesiges Glück, dass nichts Weiteres passiert ist.» Die Familie habe alles verloren. Das Auto krachte am frühen Sonntagmorgen in das Haus in Galgenen SZ. Wie mehrere Personen vor Ort bestätigten, ... ... hob das Auto ab. Der Lenker überfuhr den Kreisel ... ... und krachte von dort aus in das erste Stockwerk des Hauses. Das Gebäude fing Feuer und brannte lichterloh. Das Haus ist abgebrannt. Der Unfall ereignete sich gegen 4.30 Uhr. Anwohner hörten einen Knall. Ein Imbissstand vor dem Haus ist ebenfalls abgebrannt. Der Unfall ereignete sich beim Kreisel in Galgenen SZ. Das Haus wurde durch das Feuer komplett zerstört. Was vom Haus noch übrig ist, wird abgerissen. Die Strasse war während des Feuerwehreinsatzes gesperrt. «Der Vater stand zwei Minuten bevor das Auto in die Küche flog noch im Raum», berichtet ein Anwohner. Wie die Polizei am Sonntagmorgen bestätigte, kam der Lenker beim Unfall ums Leben. Der Unfall ereignete sich, nachdem der Wagen der Polizei in Lachen aufgefallen war. Als sie das Fahrzeug kontrollieren wollten, floh der unbekannte Autofahrer mit massiv überhöhter Geschwindigkeit. Er wurde wenig später ... ... mit 169 Kilometern pro Stunde geblitzt. Beim Fahrzeug soll es sich um einen hochmotorisierten Audi gehandelt haben. Das Auto konnte nur noch mit Hilfe eines Krans geborgen werden. Die Unfallstelle aus der Luft: Drohnenbilder zeigen das komplett zerstörte Haus. Das Unfallfahrzeug hatte beim Kreisel abgehoben und war in den ersten Stock des Hauses gekracht.

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Am frühen Sonntag verunglückte ein 29-jähriger St. Galler in Galgenen SZ mit einem gestohlenen Audi R8. Er fuhr über einen Kreisel, hob ab und landete in einem Haus. Das Auto und die Gebäude wurden durch die Flammen zerstört, die Bewohner verloren ihr Hab und Gut. Sie kamen nur dank Glück mit dem Leben davon (20 Minuten berichtete).

Beim Fahrer handelt es sich um den 29-jährigen R. F.* Er war zuletzt im thurgauischen Erlen angemeldet und wuchs an verschiedenen Orten im Kanton St. Gallen auf. Wie der «Blick» berichtet, habe er zuletzt in einer 1-Zimmer-Wohnung gewohnt. Der Vermieter berichtet, F. sei ein Messie. Er habe in seiner Wohnung leere Pizzaschachteln, aber auch eine Menge an Kot, Blut und Urin gefunden.

F. schmiss Lehre

Eine Lehre zum Bauspengler hat F. laut der Zeitung im Sommer 2017 kurz vor dem Abschluss geschmissen. Der Lehrmeister sagt, F. habe ein Alkoholproblem gehabt. Danach war F. laut dem «Blick» in einer Sozialfirma in Amriswil TG tätig. Diese führte ihn zunächst als «Integrationserfolg» auf ihrer Website auf.

Demnach fand F. nach seinem Einsatz bei der Firma wieder einen Ausbildungsplatz als Spengler. Mittlerweile wurde der Eintrag aber wieder entfernt. Zu seiner Mutter hat T. laut der Zeitung den Kontakt abgebrochen. Sie gab an, sich nicht mehr an ihren Sohn erinnern zu können.

Diebstahl ohne Sachschaden

Der Besitzer des gestohlenen Audi ist ein 35-jähriger Geschäftsmann. In der Fabrik, in der das Fahrzeug entwendet wurde, wurden keine Einbruchsspuren sichergestellt. Wie die Kantonspolizei Thurgau gegenüber 20 Minuten bestätigte, handelte es sich bei der Entwendung des Audis um einen Einschleichdiebstahl. «Das bedeutet, dass der Täter ohne Sachschaden zu verursachen in das Gebäude gelangte», so Sprecher Michael Roth.

Gut möglich also, dass der 29-Jährige einen Schlüssel für den orangen Audi hatte. Ebenfalls unklar ist, wann der Audi genau entwendet wurde. «Es handelt sich dabei um eine Zeitspanne von mehreren Tagen», so Roth. Die ebenfalls gestohlenen Kontrollschilder wurden zwischen Samstag und Sonntag entwendet. Der Diebstahl des 550-PS-Boliden soll erst nach dem Horror-Crash registriert worden sein.

*Name der Redaktion bekannt

(ehs)