Wallis

07. November 2018 21:22; Akt: 07.11.2018 21:22 Print

Knochenfund löst 53 Jahre alten Fall

Im Wallis wurden im August ein Oberschenkelknochen und ein Rucksack gefunden. Nun steht fest: Sie gehören einem Deutschen, der seit über 50 Jahren vermisst wurde.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein 22-jähriger Pharmazie-Student aus Witten bei Dortmund war 1965 in den Schweizer Alpen verschollen. Die Suche nach ihm blieb damals erfolglos. Der junge Mann war zu einem Bergsteigerkurs in die Schweiz gekommen. Im Anschluss wollte er mit einem Freund auf eine Tour gehen, wie die «Westdeutsche Allgemeine Zeitung» berichtete. Doch dieser sagte aufgrund des schlechten Wetters ab und der 22-Jährige machte sich allein auf den Weg. Kurz darauf verlor sich seine Spur. 1977 wurde er für tot erklärt. Die Familie gab die Hoffnung, ihn doch noch zu finden, jedoch nie auf, wie das Portal weiter berichtete.

Tatsächlich: Jetzt – 53 Jahre später – wurde der Fall geklärt. Im August seien im Walliser Dorf Wiler ein Oberschenkelknochen und ein Rucksack gefunden worden, berichtete die WAZ. Im Gepäck habe man eine Fahrkarte gefunden, die 1965 in Witten abgestempelt worden war. Doch die deutsche Polizei konnte in den Akten keinen Vermisstenfall aus jener Zeit finden.

Familientragödie wurde aufgeklärt

Wenig später berichtete die WAZ über Vermisstenfälle in der Region. Auch der Fund des Oberschenkelknochens wird darin erwähnt. Die Frau eines Angehörigen stiess per Zufall auf den Artikel und wies ihren Mann darauf hin, dass der Fall etwas mit seinem vermissten Cousin zu tun haben könnte. Der Ehemann informierte wiederum die Schwester des Verschollenen, die sich an die Polizei wandte.

Die Beamten schickten daraufhin eine Speichelprobe nach Bern, um sie mit der DNA des Knochen abzugleichen. Anfang November kam dann das Ergebnis: Der Knochen gehört dem vermissten Studenten. Für die Angehörigen sei dies eine Erleichterung. «Eine Familientragödie wurde aufgeklärt», sagt der Cousin des Opfers zur WAZ. Die Familie will die Knochen nun nach Deutschland holen und sie dort beerdigen.

(vro)