Vilters SG

16. April 2019 09:51; Akt: 16.04.2019 09:51 Print

Passant findet Schädel von Asylsuchendem

In einem Wald bei Sargans haben Polizisten die Überreste des Asylsuchenden E. A. aufgefunden. Der Kurde war vor acht Monaten als vermisst gemeldet worden.

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Seit rund acht Monaten galt der Asylsuchende E. A.* (26), der zuletzt im Ausreise- und Nothilfezentrum Sonnenberg in Vilters bei Sargans SG wohnte, als vermisst. Der kurdische Mann war im Februar 2018 in die Schweiz gekommen und hatte einen Asylantrag gestellt.

Nun herrscht traurige Gewissheit: A. ist tot. «Am 31. März fanden Polizisten seine Überreste in einem unwegsamen Waldgebiet auf», bestätigt Florian Schneider von der Kantonspolizei St. Gallen.
Eine Privatperson habe der Polizei einen Schädelfund gemeldet. Bei der Nachschau vor Ort im Wald hätten die Polizisten dann die weiteren Überreste sichergestellt. DNA-Tests bestätigen laut Schneider die Identität des Toten, eines türkischen Staatsangehörigen.

Keinen Hinweis auf Delikt

In kurdischen Medienberichten wird das Vorgehen das Polizei kritisiert. Die Polizei habe nicht genügend nach A. gesucht, so der Vorwurf. Die Polizei kontert: «Wir haben nach der Vermisstenanzeige am 24. August 2018 entsprechende Abklärungen getätigt, aber keinerlei Anhaltspunkte auf einen möglichen Grund für das Verschwinden gefunden», so Schneider. Nach dem Mann sei gefahndet worden.

Nun seien die sterblichen Überreste dem Institut für Rechtsmedizin übergeben worden, sagt Schneider. «Wir warten auf das das Gutachten des Instituts.» Noch gebe es jedoch keine Hinweise auf ein strafbares Delikt. «Suizid wird als Möglichkeit in Betracht gezogen.»

Spaziergang führte zum Schädel

Weil im Asylzentrum Sonnenberg das Gerücht umgeht, dass A. geköpft wurde, fürchteten sich einige Leute vor Ort, sagt M. L.*, die im Ausreiszentrum wohnt. «Ein Mann war im Wald spazieren, als er den Schädel fand. Einen Tag später war alles voller Polizisten», sagt L.

Im Asylzentrum gebe es viele Familien und Frauen mit ihren Kindern. «Die trauen sich jetzt teilweise nicht mehr in den Wald.» Die Kantonspolizei dementiert allerdings: Es gebe keinen Hinweis darauf, dass der Mann geköpft worden sei.

*Name der Redaktion bekannt

(dk)