1. August-Feier

29. Juli 2011 15:52; Akt: 01.08.2011 14:46 Print

Rechtsextreme haben Rütli nicht aufgegeben

Weil sie am 1. August nicht mehr aufs Rütli dürfen, veranstalten die Rechtsextremen jeweils einen Tag oder eine Woche später ihre eigene Bundesfeier. Damit soll bald Schluss sein.

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Hier beschimpften Rechtsextreme am 1. August 2007 den damaligen Bundesrat Samuel Schmid. Seither dürfen sie nicht mehr aufs Rütli. (Bild: Keystone)

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Die Bundesfeier am Montag auf dem Rütli wird voraussichtlich auch dieses Jahr ohne einen Aufmarsch von Rechtsextremen über die Bühne gehen. Dafür sorgt das Ticketsystem, das die Rütlikommission im Jahr 2006 eingeführt hat. Es verwehrt den Rechtsextremen am Nationalfeiertag den Zutritt auf die nationale Wiese (siehe Box). Auslöser für die Einführung eines Tickets war der Vorfall 2005, als Rechtsextreme den damaligen Bundesrat Samuel Schmid ausgebuht und niedergeschrien haben. Dieser verliess damals unter Tränen die Veranstaltung (siehe Video).

Die Partei National Orientierter Schweizer (Pnos), die damals zum Marsch auf das Rütli aufgerufen hatte, sieht sich jedoch heute noch im Recht. «Die Reaktion angesichts der herausfordernden Rede von Samuel Schmid war angebracht», sagt Pnos-Mitglied Philippe Brennenstuhl gegenüber 20 Minuten Online. In einer Demokratie sei es nicht erlaubt, den Nachkommen der Gründerväter die Teilnahme und das Wort zu verbieten. Er forderte deshalb die Rütlikommission bereits im Feburar auf, die Partei wieder in die Rütli-Feier zu integrieren.

«Akzeptieren Regel nicht»

Aufgrund des Verbots hat die Partei in den letzten drei Jahren ihre eigene Bundesfeier stets an einem anderen Tag auf dem Rütli abgehalten. «Das heisst aber noch lange nicht, dass wir diese Regelung akzeptieren», so Brennenstuhl, der wegen Leugnung des Holocaust vorbestraft ist. Man habe immerhin zehn Jahre dafür gekämpft, um den Ort ihrer Vorfahren wieder angemessen zum Leben zu erwecken. Für dieses Jahr ist laut Brennenstuhl zwar noch nichts geplant, aber die Pnos entscheide jeweils im letzten Moment.

Hans Stutz, Beobachter der Rechtsextremen-Szene in der Schweiz kritisiert die Rütlikommission. «Sie hat es in den letzten Jahren versäumt, ihre Hausordnung durchzusetzen.» Diese untersagt Parteianlässe und macht Anlässe mit 50 Personen bewilligungspflichtig. Da sei es unglaubwürdig, wenn sei einen Aufmarsch von SVP-Anhängern auf das Rütli zuliesse. Martin Hofer, Medienverantwortlicher von der Rütlikommission betont, dass man niemanden ausgrenzen wolle. «Doch wer sich derart unanständig benimmt wie die Rechtsradikalen, hat am Nationalfeiertag auf dem Rütli nichts zu suchen.»

Beitrag von Tele Tell aus dem Jahr 2006.

(jep)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto Gubser am 01.08.2011 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Gefährlich

    Viele SVP Anhänger nehmen Rechtsextreme in Schutz. Rechtspopulismus mit seiner braunen Gesinnung ist eine Gefahr für unsere Schweiz.

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  • denk-mal am 31.07.2011 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    verbieten

    es ist wichtig, die Auswüchse zu verbieten - Rechtsexreme haben keinen Platz in der CH!

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  • Tomy am 31.07.2011 20:25 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich mal härter Durchgreifen!

    Wie gegen kriminelle und gewalttätige Schweizer und Ausländer sollte auch endlich einmal gegen dieses Nazi-Pack härter durchgegriffen werden. NULLTOLERANZ sollte die Antwort auf dieses abscheuliche Gebahren sein! Ich bin stolzer Schweizer und will mir doch nicht von solch einem Gesindel unser Rütli und unsere Schweiz verschandeln lassen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel Landwehr am 12.08.2011 19:12 Report Diesen Beitrag melden

    Nie und nirgends!

    «Doch wer sich derart unanständig benimmt wie die Rechtsradikalen, hat am Nationalfeiertag auf dem Rütli nichts zu suchen.» Und auch sonst nicht! Rechtsextreme haben ihre "freie Meinungsäusserung" wohl verwirkt!

  • Demokrat am 02.08.2011 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ruetli fuer alle

    In einem freien land haben alle das recht sich frei zu bewegen und ihre Meinung kundzutun (moege sie auch noch so falsch sein).

    • Urs Schöner am 02.08.2011 13:40 Report Diesen Beitrag melden

      @Demokrat

      Genau so ist es; Religionen, Linke u.s.w. dürfen ihren Senf auch dazu geben.

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  • SVPler am 02.08.2011 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Hahaha, wohl ein Witz???

    "Nachkommen der Gründerväter"... Nur schon dieser Ausdruck zeugt von unverschämter Arroganz. Woher wollen die Wissen, dass die von einem der Gründerväter abstammen? Was gibt denen das Recht dazu, so zu agieren? Habe absolut keine Sympathie für diese Partei.

  • André Gubelmann Brasilien am 02.08.2011 04:32 Report Diesen Beitrag melden

    Politiker

    Am besten baut man auf dem Rütli eine Festhütte mit schweizerischem Gastronomieangebot,das 7 Tage pro Woche geöffnet ist.Damit die echten Touristen die Schweiz von einer schönen Seite kennenlernen.

  • Muhkuh am 01.08.2011 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Extremismus ist immer gefährlich...

    egal ob links oder rechts, egal ob Christ, Muslim oder sonst was. Versucht es mal mit Menschlichkeit: Gesteht eure Schwächen ein und akzeptiert die Schwächen der anderen. Ausserdem wird hoffentlich auch jeder einsehen dass sowas am Nationalfeiertag schlichtweg fehl am Platz ist. Hier wird die Schweiz, die Eidgenossenschaft, gefeiert, und nicht wer der tollste Über-Eidgenosse ist oder sein will... Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern [...] - ums mal mit Friedrich Schillers Worten zu sagen. (Wir alle gehören ein und derselben Art an: Homo Sapiens) In diesem Sinne: Schöner 1. August :D

    • einverstanden am 01.08.2011 23:59 Report Diesen Beitrag melden

      sehr gut

      ...den Nagel auf den Kopf getroffen! Dem ist nichts mehr hinzuzufügen! Bravo :-)

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