Gestohlene Schumi-Akte

08. Juli 2014 13:58; Akt: 08.07.2014 15:26 Print

Rega reicht Strafanzeige gegen unbekannt ein

Im Zusammenhang mit dem Diebstahl der Krankenakte von Michael Schumacher geriet die Rega ins Visier der Ermittler. Jetzt will sie Klarheit schaffen und reicht Anzeige gegen unbekannt ein.

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Die Rega war nach der Veröffentlichung eines Zeitungsberichtes ins Zentrum der Spekulationen geraten. (Bild: Keystone/Martial Trezzini)

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Am Montag machte die französische Zeitung «Dauphiné Libéré» bekannt, dass die Ermittler im Fall der gestohlenen Krankenakte von Michael Schumacher ein «grosses Schweizer Helikopter-Unternehmen» ins Visier genommen hätten. Ein konkreter Firmenname wurde nicht genannt, nur dass sich die IP-Adresse des Computers, von dem aus die Akten für 60'000 Franken zum Verkauf angeboten wurden, in Zürich befindet.

Dennoch fiel schnell auch der Name der Rega, die im Besitz des medizinischen Berichts des verunfallten ehemaligen Formel-1-Rennfahrers war. Die Rega dementierte umgehend Gerüchte über den geäusserten Verdacht, wonach sie in irgendeiner Form etwas mit dem Diebstahl zu tun habe. Dass den Medien anscheinend medizinische Daten zum Kauf angeboten wurden, habe sie auch erst aus den Medien erfahren.

Kein Hinweis auf fehlbares Verhalten

Nun reicht die Rega eine Strafanzeige gegen unbekannt bei der Zürcher Staatsanwaltschaft ein, um «umfassende Klarheit in dieser Angelegenheit» zu schaffen. Bereits am Montag hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass es für die Verlegung des Patienten von Grenoble nach Lausanne medizinische Abklärungen getroffen und den Transport per Ambulanz organisiert habe. Im Rahmen dieser Abklärungen hatte das Spital in Grenoble der Rega den medizinischen Bericht zur Verfügung gestellt.

Wie die Rega weiter schreibt, liege kein Hinweis auf ein fehlbares Verhalten von Mitarbeitenden vor. Sie geht davon aus, dass keine Patientenrechte verletzt und das Arztgeheimnis gewahrt wurde. Auch habe die Rega keine Kenntnis von laufenden Ermittlungen oder Verfahren von Seiten der Behörden.

Zürcher Staatsanwaltschaft noch nicht involviert

Bei der Zürcher Staatsanwaltschaft wusste man bis Dienstagnachmittag nichts über den «Fall Schumacher». Ein Rechtshilfegesuch aus Frankreich sei nicht eingetroffen, hiess es auf Anfrage.

Der medizinische Bericht enthält Angaben zur Behandlung des ehemaligen Autorennfahrers in der Uniklinik Grenoble. Bestimmt war er für das Unispital CHUV in Lausanne, in das Schumacher im Juni zur Reha verlegt wurde.

Dieser Bericht wurde Journalisten zum Kauf angeboten. Das Angebot wurde von einem Computer eines Helikopter-Unternehmens aus gemacht. Als IP-Adresse ermittelte die Staatsanwaltschaft Grenoble ein Helikopter-Unternehmen in der Schweiz.

(bee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mikael Schneider am 08.07.2014 14:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wen wundert's ?

    Seit Staaten wie Deutschland, Frankeich oder auch die USA Diebe von gestohlenen Daten fürstlich belohnen, scheint die Skrupel abgenommen zu haben.

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  • M.Rissi am 08.07.2014 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachmacher

    Das einzig richtige was die Rega machen kann damit die Wahrheit auf den Tisch kommt. Seit die USA, Deutschland etc. für gestohlene Daten Millionen bezahlen ist es doch nicht verwunerlich das es Krimminelle gibt die vesuchen mit solchen Daten Geld zu machen. Eigentlich gehören solche Staaten die so etwas vormachen vor Gericht gestellt und verurteilt und die veranwotlichen Regierungsmitglieder ausgewechselt.

  • Trashkritiker am 08.07.2014 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Lachen

    Was mittlerweile als "Breaking News" durchgeht, ist ja lächerlich.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ruedi W. am 09.07.2014 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Gewisse Regierungen machen es vor!

    Wie Korrupt man sein muss und wie man schnell und Problemlos zu Millionen kommt zeigen Staaten wie Deutschland, Frankeich etc. die als Hehler für Diebe, ohne Skrupel, gestohlenen Daten aufkaufen. So werden Menschen zu Skrupellosen Verbrechern gezüchtet, denn bei Geld, schaltet ein Großteil der Menschen das schlechte Gewissen aus. Solange die Regierungen div. Staaten Millionen für Ihre Interessen, ob zu Recht oder Unrecht ausgeben, wird der Diebstahl geheimer Daten nicht ab sondern zunehmen. Man weiss ja nicht ev. hat eine Regierung Interesse, dann ist das Ganze ja legitim.

    • Bürger am 10.07.2014 00:20 Report Diesen Beitrag melden

      Interessante Logik

      Wieso benehmen sich soviele so als wären die hinterzogenen Steuermillionen, der ANDEREN Länder, ihr eigenes Geld? Ich habe 0 Mitleid mit den Banken wenn das Ausland sich die Daten verschafft.

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  • Vissa am 09.07.2014 00:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    falsche Anschuldigung

    Es ist wirklich too much nun, wie die Medien gegen die REGA schiessen!

  • Nachcdenker am 08.07.2014 21:19 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant immer die REGA

    Es ist schon erstaunlich, dass bei unsauberen Machenschaften immer bestimmte Firmen auftauchen unter anderem REGA. Und immer wieder werden diese vom Staat reingewaschen. In allen Verwaltungsräten sitzen EX-Politiker. Gibt das nicht zu denken? So oder So.

    • jasmin am 09.07.2014 06:22 Report Diesen Beitrag melden

      doch......

      doch mir gibt zu denken das man die REGA mit allen mittel kaputt machen muss. die unsauberen machenschaften sind von denen die gerne etwas vom brötchen der REGA haben wollen.

    • Manu am 09.07.2014 07:53 Report Diesen Beitrag melden

      Ähhm...

      arbeiten sie für den TCS?

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  • Andres G. am 08.07.2014 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Frage.

    Eines intressiert mich schon bei diesem Ganzen Trubel: "Als IP-Adresse ermittelte die Staatsanwaltschaft Grenoble ein Helikopter-Unternehmen in der Schweiz". Woher weiss denn die Staatsanwaltschaft dass die IP einer Schweizer Firma gehört? Ich dachte immer nur der Anbieter durch IP ausfindig gemacht werden kann und nicht noch Name und Adresse..

    • Rha Barber am 09.07.2014 03:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      feste IP

      Du vergisst, dass Firmen feste IPs haben, dafür gibt's Verzeichnisse.

    • Säschu am 09.07.2014 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      nicht ganz....

      Firmen haben meist eine Statische IP (heisst die IP ändert nie) und so ist die IP Adresse eines Unternehmen wie eine Telefonnummer. Also kann man, bei Statischer IP auch das Unternehmen ausfindig machen. Noch genauer ist die MAC-Adresse eines Gerätes... die ist bei jedem Gerät einmalig.

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  • REGA Gönner am 08.07.2014 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorverurteilung

    Es scheint mir einige Schreiberlinge sind recht grosszügig mit der Vorverurteilung. Noch ist ja nicht klar in welcher Firma sich der Datenklau wirklich zugetragen hat. Allen, welche die Rega wegen eines eventuell nicht so kleveren Mitarbeiters verurteilen, wünsche ich dass sie nie die Angebote dieses Rettungsunternehmens benötigen.