Initiative will 4 Wochen

20. Juni 2019 09:36; Akt: 20.06.2019 12:01 Print

Ständerat für zwei Wochen Vaterschaftsurlaub

Eine Volksinitiative fordert vier Wochen bezahlten Vaterschaftsurlaub. Der Ständerat hat sich für den Gegenentwurf ausgesprochen.

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Der Ständerat kümmerte sich am Donnerstag um frischgebackene Väter der Zukunft: Er beugte sich über die Volksinitiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie» und den indirekten Gegenvorschlag seiner Sozialkommission. Die Volksinitiative verlangt vier Wochen Vaterschaftsurlaub. Urheber sind die Organisationen Travail.Suisse, Männer.ch, Alliance F und Pro Familia Schweiz. Das Volksbegehren war im Juni 2017 eingereicht worden.

Die Kosten werden auf 420 Millionen Franken pro Jahr geschätzt. Der Vaterschaftsurlaub soll wie der Mutterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung finanziert werden. Zur Finanzierung müssten Arbeitgeber und Arbeitnehmer je 0,06 Lohnprozente mehr einzahlen. Nach Vorstellung der Initianten sollen Väter den Urlaub innerhalb eines Jahres nach der Geburt des Kindes flexibel beziehen können. Die 14 Wochen Mutterschaftsurlaub blieben unangetastet.

Klassischer Kompromissvorschlag

Die Sozialkommission des Ständerats anerkennt das Anliegen der Volksinitiative, hält einen vierwöchigen Vaterschaftsurlaub aber für zu teuer. Sie hat deswegen einen indirekten Gegenvorschlag ausgearbeitet: Väter sollen innerhalb von sechs Monaten ab Geburt des Kindes zwei Wochen bezahlten Urlaub nehmen können, am Stück oder auch tageweise.

«Das wäre ein kleiner Schritt weg vom familienfeindlichen Land», sagte Ständerat Pirmin Bischof (CVP) im Ständerat. SP-Ständerat Rudolf Rechsteiner sagte, dieser Vaterschaftsurlaub sei ein «kleiner Schritt» zur Modernisierung des Sozialwesens. Der Ständerat hat diesem Anliegen zugestimmt.

Zusätzliche Lohnprozente

Der Vaterschaftsurlaub soll ebenfalls über das Erwerbsersatzgesetz finanziert werden. Gemäss dem Bericht zum Vorentwurf geht die Kommission von jährlichen Kosten von rund 224 Millionen Franken aus. Dafür sollen 0,06 zusätzliche Lohnprozente erhoben werden. Diese würden hälftig von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gedeckt.

In der Vernehmlassung hatten sich Wirtschaftsverbände und SVP gegen einen gesetzlich verankerten Vaterschaftsurlaub ausgesprochen. Zustimmung kommt aus der politischen Mitte und von den Kantonen, während der indirekte Gegenvorschlag dem links-grünen Lager zu wenig weit geht.

Bundesrat hat eigene Pläne

Der Bundesrat lehnt beide Forderungen ab, mit Verweis auf individuelle Lösungen in Gesamtarbeitsverträgen und in Betrieben. Priorität haben für die Landesregierung der Ausbau der familien- und schulergänzenden Betreuungsangebote für Kinder und ein Betreuungsurlaub für Eltern von schwerkranken Kindern.

Der Betreuungsurlaub soll ebenfalls über die Erwerbsersatzordnung finanziert werden. Eine Erhöhung des Beitragssatzes wäre dafür nicht nötig.

Im internationalen Vergleich rangiert die Schweiz bei der Familienfreundlichkeit gemäss einer vergangene Woche publizierten Studie des Uno-Kinderhilfswerks Unicef auf dem 31. und damit letzten Platz. Am besten wird die Situation in Schweden beurteilt. Für den Bericht hat Unicef unter anderem das Angebot im Jahr 2016 an bezahltem Mutter- und Vaterschaftsurlaub und an Betreuungsangeboten für Kleinkinder unter drei Jahren und im Vorschulalter untersucht.

(sda/ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andu am 20.06.2019 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fürs eigene Volk

    Weniger Geld ins Ausland schieben, dann hat man auch mehr Geld fürs eigene Volk übrig. Denn eine weitere Abgabe zu dieser Finanzierung ist unnötig und diskriminiert nur wieder die kinderlosen Paare.

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  • Kurt am 20.06.2019 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ältere Generation

    Wer weiss vielleicht wird sich der eine oder andere Arbeitgeber überlegen ob er nicht auf die ältere Generation zurück greift. Die kommen nicht mit Sonderwünschen sondern sind froh wenn sie einen Job haben!

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  • anny am 20.06.2019 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Höchste Zeit, Nachzügler Schweiz

    Das wäre höchste Zeit. Andere Staaten haben das seit Ewigkeiten. Aber in der angeblich so reichen CH wird wohl wieder das Geld des Gewerbes die Lebensqualität überwiegen und man kuscht wie beim Roaming

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Pissbirne am 21.06.2019 18:35 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Entschluss

    Nächstes mal wähle ich rechtssozial.

  • Gruss aus Bern am 21.06.2019 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    Den Sozialstaat immer weiter ausbauen,

    bei konstanter weiterer Zuwanderung aus der EU (Bilaterale bzw. Rahmenvertrag) und dem Rest der Welt (Asylgesetzgebung)? Nein, da mache ich nicht mehr mit, ich bezahle heute schon mehr als genug Steuern, irgendwo hat alles seine Grenzen mit der gerne beschworenen Solidarität.

  • Walter am 21.06.2019 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Absolut nicht notwendig diesen Vaterschaftsurlaub. Mann kann ja Ferien einziehen.

    • Dimetrius am 21.06.2019 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Walter

      Jawohl, und warum nicht gleich auch für den WK? (Ironie off.....). Mittlerweile kennt jedes Land in Europa bezüglich Vaterschaftsurlaub, nur wir schaffen das nicht.......

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  • Tobi am 21.06.2019 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Vonwegen Gleichstellung

    Was soll der Schwachsinn? Gleiche Rechte für Mann und Frau also gleichlanger Urlaub. Und kommt mir jetzt nicht wieder mit biologischem Blödsinn. Entweder alles oder nichts!

  • Tigo am 20.06.2019 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich freu mich

    Meine Freundin ist im 3 Monat schwanger. Gewolltes Kind. Ich werdender Vater kann mich nur auf vaterschaftsurlaub freuen

    • Rs am 21.06.2019 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tigo

      So schnell geht das nicht

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