Debatte um Oraltabak

09. Mai 2013 22:02; Akt: 10.05.2013 16:03 Print

Reimann fordert Snus an Schweizer Kiosken

von S. Marty / S. Heusser - SVP-Nationalrat Lukas Reimann will Snus mit anderen Tabakprodukten gleichstellen. Es gebe keinen vernünftigen Grund, Snus-Konsumenten zu diskriminieren. Experten widersprechen.

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Fast schon ein «heiliges» Produkt sei der Snus im Verhältnis zur legalen Zigarette, sagt SVP-Reimann. (Bild: Keystone/Gaetan_Bally)

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Der mit Salzen versetzte Oraltabak liegt schwer im Trend: Waren es 2006 noch etwas mehr als eine Tonne, wurden 2012 bereits 27 Tonnen Snus in die Schweiz importiert. Würde man das in Beutelchen umrechnen, so wurden 2012 27 Millionen Snus-Beutel hinter Schweizer Oberlippen platziert. Doch diese rationierte Tabakform, die mit Geschmacksrichtungen wie Lakritz, Pfefferminze oder Wintergreen in Schweden eine grosse Anhängerschaft gewonnen hat, darf in der Schweiz lediglich zum Eigengebrauch importiert werden.

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Die Diskriminierung der Beutel-Snuser hat SVP-Nationalrat Reimann nun satt: Er fordert den Bundesrat in einer Motion dazu auf, die Benachteiligungen gegenüber einem Raucher, die der regelmässige Snus-Konsument durch horrende Zollgebühren erfahren müsse, endlich zu beseitigen.

Weniger schädlich für die Gesundheit als Zigaretten

«An praktisch jedem Kiosk ist Snus heute in loser Form erwerbbar. Der Portions-Snus hingegen ist verboten. Dafür gibt es keine sachlichen Argumente», sagt Reimann. «Der Bevormundung der Bürger muss hier ein Riegel geschoben werden.» Denn im Vergleich zu einer legalen Zigarette sei Snus ein fast schon «heiliges» Produkt.

Reimann untermauert seine Forderungen mit gesundheitlichen Studien, die das Risiko des Mundtabaks gegenüber Zigaretten als geringer einstufen. «Snus ist unter allen Tabakprodukten, das am wenigsten schädliche - da sind sich Ärzte und Studien einig.» In Schweden sei mit dem Anstieg des Snus-Konsums die Raucher-Rate massiv zurückgegangen und damit die Zahl der Lungenkrebs-Erkrankungen. Dabei seien die Krebserkrankungen im Mundraum nicht höher als in anderen europäischen Staaten. «Weiter verursacht Snus keinen Passivrauch», sagt Reimann.

Schützenhilfe bekommt der SVP-Mann von der Tabakindustrie, die ebenfalls auf die Gesundheits-Studien der EU verweist: «Studien beweisen, dass Snus 90 Prozent weniger schädlich für die Gesundheit ist als Zigaretten», sagt Christophe Berdat von British American Tobacco Schweiz. Eine Snus-Legalisierung sei deshalb zu begrüssen. Ob der Mundtabak aber tatsächlich als Alternative zum Rauchen gelten kann, ist umstritten.

«Neue Konsumenten würden tabak-abhängig»

«Grundsätzlich kann das Gesundheitsrisiko als geringer eingestuft werden. Die Gefahr einer Raucherlunge fällt weg, da kein Teer eingeatmet wird», bestätigt Thomas Beutler von der Tabakprävention Schweiz. Er gibt aber zu Bedenken, dass die Studien ein erhöhtes Risiko feststellten, an Bauchspeicheldrüsen-Krebs zu erkranken. Catherine Cossy vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) fügt noch hinzu: «Unabhängig von der Art und Weise des Konsums gelangen Nikotin und andere Giftstoffe in den Körper».

Beutler glaubt zudem nicht an das Argument, dass Raucher Snus als Alternative gebrauchen. Im Gegenteil: «Der Markt würde einfach erweitert und neue Konsumenten würden tabakabhängig». Dem widerspricht aber Lukas Reimann: «Studien aus Schweden zeigen, dass das nicht so ist und viele Raucher Snus als Alternative entdeckt und mit dem Rauchen aufgehört haben.»

Ein falsches Zeichen

Für die Motion, die Reimann im Juni einreichen will, sieht er gute Chancen. Doch Reimann ist nicht der Erste, der den Beutel-Snus erlauben will. Vor drei Jahren versuchte es der FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen. «Die Antworten des Bundesrates haben mich überzeugt, dass die gesundheitlichen Risiken von Snus nicht zu unterschätzen sind», sagt Wasserfallen heute. Es würde damit ein falsches Zeichen gesetzt, gerade jetzt, da wegen dem Rauchverbot einige Leute ganz aufgehört hätten mit dem Rauchen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • XY am 11.05.2013 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Ich würde mal sagen jeder soll selber entscheiden wie weit er seine Gesundheit aufs Spiel setzt.

  • Thierry Prächtiger am 12.05.2013 00:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pro Snus / Aber Achtung!

    Ich persönlich bevorzuge den Snuskonsum. Die Gefahren sind allerdings mit dem Rauchen gleichzustellen. Gemäss Bundesamt für Gesundheit hat Snus ein Suchtpotenzial von Morphium (!!!) und kann Mund/Rachenkrebs verursachen!

  • A.B. am 09.05.2013 22:31 Report Diesen Beitrag melden

    Pro Freiheit

    Ich sehe keinen Grund Snus zu verbieten, solange Rauchen legal ist. Es werden ja im Gegensatz zum Rauchen nicht einmal fremde Leute geschädigt. Ginge es nach mir wäre Snus erlaubt aber Rauchen in der Nähe von andere Leuten verboten. Auch Kiffen sollte legal sein, einfach nicht in der Nähe anderer Leute.

Die neusten Leser-Kommentare

  • id1ot am 14.05.2013 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Alles legalisieren.

    solange man SVP Tattoos machen darf, sollte alles andere was den eigenen Körper betrifft auch legal sein.

  • Thierry Prächtiger am 12.05.2013 00:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pro Snus / Aber Achtung!

    Ich persönlich bevorzuge den Snuskonsum. Die Gefahren sind allerdings mit dem Rauchen gleichzustellen. Gemäss Bundesamt für Gesundheit hat Snus ein Suchtpotenzial von Morphium (!!!) und kann Mund/Rachenkrebs verursachen!

  • Raucher am 11.05.2013 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Snus

    Ich rauche, snus nehme ich aber nicht. Dennoch wäre ich für eine Legalisierung weil es einiges besser als Rauchen ist.

  • fluffy am 11.05.2013 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super sache

    kenne zwei snuser. finds toll, dass mir nicht die ganze zeit rauch entgegenschwebt. und von wegen schlechte zähne... verbietet doch auch gleich schoggi und süssgetränke!!! die schaden den zähnen um einiges mehr als so ein bisschen snus.

  • anni am 11.05.2013 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pfui

    Wieso soll es ein Recht auf Drogen (Alk, Zigis, Canabis, und all das "harte Zeugs") geben? purer Bloedsinn

    • id1ot am 14.05.2013 16:55 Report Diesen Beitrag melden

      hihi

      alles harte was sie aufgezählt haben ist "Alk". Den rest würde ich mal eher als soft bezeichen. Ich wünsche viel spass beim zutode Kiffen, da dürften Sie einen ähnliches erfolgserlebnis wie mit Blumenkohl haben. So nach ca. 5 Tonnen Konsum könnte es probleme geben.

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